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Europäischer Depressionstag: Aufklärung und Prävention statt Depression

Pressemitteilung 01.10.2018 - 09:30

Wie äußert sich eine Depression in den unterschiedlichen Altersgruppen und Lebensphasen? Anlässlich des Europäischen Depressionstages klärt die Stiftung Gesundheitswissen mit einem neuem Informationsangebot zur Erkennung von Depressionen und wichtigen Risiko- und Entstehungsfaktoren auf.

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© istock/ Martin Dimitrov

Am heutigen Europäischen Depressionstag 2018 geht die Stiftung Gesundheitswissen mit einem neuen Informationsangebot zum Thema Depression an den Start. Nutzer erhalten Informationen zum Hintergrund der psychischen Störung, zu möglichen Risiko- und Entstehungsfaktoren sowie zu Symptomen, Diagnose und Verlauf. In den folgenden Wochen wird dieses Informationsangebot kontinuierlich um weitere Aspekte erweitert. 

„Depression ist keine Stimmungsschwankung, die mit etwas Selbstdisziplin überwunden werden kann. Es ist eine psychische Störung, die behandelt werden muss“, betont der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Gesundheitswissen, Dr. Ralf Suhr. Depressionen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland (1,2). Für Betroffene und Angehörige verbinden sich damit oft große Herausforderungen und weitreichende Einschränkungen. Trotzdem sind depressive Erkrankungen auch heute noch mit vielen Vorurteilen verbunden. 

Aufklärung gegen die Stigmatisierung Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

„Reiß dich zusammen!“ oder „Steigere dich nicht so rein!“ ‒ das sind typische Sprüche, mit denen depressive Menschen oft konfrontiert werden. Lückenhaftes Wissen über die Erkrankung und die damit verbundene Stigmatisierung Betroffener können dazu führen, dass Erkrankte nicht rechtzeitig zum Arzt gehen. Die Folge: Sie werden erst sehr spät oder gar nicht behandelt. „Mit unseren Informationen wollen wir Betroffene und Angehörige darin stärken, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen, damit schwere Verläufe und schwerwiegende Folgen verhindert werden“, so Suhr. Ziel sei es zudem, das Wissen um die Erkrankung in der breiten Bevölkerung zu erhöhen und somit ein größeres Bewusstsein dafür zu schaffen.

Denn: Depressionen sind weltweit ein Thema von hoher Relevanz. Jährlich wird allein in Deutschland bei 5,3 Millionen Erwachsenen unter 80 Jahren im Laufe eines Jahres eine Depression festgestellt, so die Ergebnisse der DEGS1-Studie, einer Befragung zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (2).

Detailliertes Wissen: Wie erkennt man eine Depression? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Depressionen treten in unterschiedlichen Lebensphasen auf, auch Kinder und Jugendliche sind betroffen (3). Eine gedrückte Stimmung, Antriebsmangel, Interessenverlust und Freudlosigkeit sind typische Symptome einer Depression. Betroffene ziehen sich aus ihren sozialen Beziehungen zurück, verlieren die Freude an Dingen, die ihnen vorher wichtig waren. Zu diesen sogenannten Hauptsymptomen können weitere Symptome hinzutreten, wie zum Beispiel eine verminderte Konzentrationsfähigkeit, das Gefühl der Wertlosigkeit oder auch Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Suizidgedanken. Ältere Menschen haben oft auch körperliche Symptome wie Schmerzen oder ungeklärte medizinische Beschwerden. 

Risikofaktoren: Was kann die Entstehung begünstigen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Es gibt bestimmte Faktoren, die eine Depression begünstigen können, sogenannte Risikofaktoren. Zu den allgemeinen Risikofaktoren zählen Fälle von Depressionen in der Familiengeschichte oder auch mit Stress verbundene Lebensereignisse. Für bestimmte Altersgruppen oder auch je nach Geschlecht lassen sich weitere Risikofaktoren identifizieren. Bei Kindern beispielsweise gehören körperliche oder psychische Erkrankungen der Eltern, eigene Gewalterfahrungen oder Mobbing dazu. Bei älteren Menschen sind dies u.a. Einsamkeit und lange bestehende Erkrankungen oder auch Einschränkungen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Frauen wiederum können durch die hormonellen Veränderungen nach der Geburt eines Kindes von Depressionen betroffen sein, obwohl sie vorher keine psychische Erkrankung hatten. Eine Depression entsteht nach heutigem Verständnis wahrscheinlich dann, wenn verschiedene biologische und Umweltfaktoren zusammentreffen. 

Zusätzlich zu den Hintergrundinformationen zum Thema Depression wird der Themenschwerpunkt in den kommenden Wochen kontinuierlich erweitert.

Pressemitteilung: Europäischer Depressionstag: Aufklärung und Prävention statt Depression

Ansprechpartner

Una Großmann - Leiterin Kommunikation
una.grossmann@stiftung-gesundheitswissen.de

T +49 30 4195492-20
F +49 30 4195492-99

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