Berlin, 28.09.2026 – Wie verhalte ich mich in der Hausarztpraxis, wenn Patientinnen und Patienten mit fehlerhaften oder irreführenden Gesundheitsinformationen aus dem Internet in die Sprechstunde kommen? Für viele Hausärztinnen und Hausärzte gehört das Einordnen von online erworbenem Patientenwissen zum Praxisalltag – oft unter hohem Zeitdruck. Ein neues, kostenfreies E-Learning-Angebot der Stiftung Gesundheitswissen für Ärztinnen und Ärzte vermittelt situationsgerechte Kommunikationstechniken, um Falschinformationen im Gespräch strukturiert zu adressieren und die Arztpraxis als gesundheitskompetente Organisation zu stärken. Die Fortbildung ist von der Ärztekammer Berlin mit 2 CME-Punkten zertifiziert.
Der Klärungsbedarf im Patientengespräch ist hoch: Wie Befragungen der Stiftung Gesundheitswissen ergaben, müssen 95,7 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte mindestens gelegentlich Falschinformationen korrigieren oder Halbwissen einordnen, das Patientinnen und Patienten aus dem Internet mitbringen (N=401 Hausärzte, Befragungszeitraum 2022), (Institut für Demoskopie Allensbach, 2022*). Zudem empfinden 44,5 Prozent der Ärztinnen und Ärzte den Umgang mit fehl- oder falschinformierten Personen als eher oder sehr schwierig (N=297 Ärztinnen und Ärzte, Befragungszeitraum 2022), (Schaeffer et al., 2023**).
Der Online-Kurs „Falsch vorinformiert aus dem Internet“ richtet sich an Medizinerinnen, Mediziner und Gesundheitsprofessionelle und weitere Interessierte. Sie werden damit unterstützt, Falschinformationen im Gespräch effizient einzuordnen und Patienten bei der Suche nach verlässlichen Quellen zu begleiten.
Das multimediale, rund 45-minütige E-Learning gliedert sich in mehrere, interaktive Module:
Ergänzend stehen kostenfreie Informationsmaterialien zur Verfügung. Diese können direkt zur Unterstützung im Patientengespräch eingesetzt oder an Patientinnen und Patienten weitergegeben werden.
In einer quantitativen Online-Befragung (N=400 Ärztinnen und Ärzte, Befragungszeitraum: Januar bis April 2026) wurde der Kurs als qualitativ hochwertig, ansprechend und praxisrelevant bewertet. Er trug nachweislich zu mehr Wissen und gefühlter Kompetenz im Umgang mit falsch vorinformierten Patienten bei. Ein großer Teil der befragten Ärztinnen und Ärzte konnte das Erlernte im Praxisalltag anwenden. Beispielhaft für ähnlich angelegte Kurse kann die interaktive Aufbereitung anhand eines durchgehenden, realistischen Fallbeispiels gelten. Diese stellen eine ansprechende Abwechslung zu klassischen Lernformaten dar.
Die wissenschaftliche Evaluation des E-Learning-Kurses wird auf dem bevorstehenden Jahreskongress „Gesundheit gestalten“ der Fachgesellschaften DEGAM, DGSMP, DGMS und dem EbM-Netzwerk vom 30. September bis 2. Oktober 2026 in Göttingen, https://kongress-gesundheit-gestalten.de, erstmals öffentlich vorgestellt:
Kolleginnen und Kollegen der Stiftung Gesundheitswissen sind für den persönlichen und fachlichen Austausch zu Informations- und Fortbildungsangeboten und Anregungen aus der Praxis darüber hinaus am Informationsstand in der begleitenden Fachausstellung vertreten.
Der kostenlose E-Learning-Kurs „Falsch vorinformiert aus dem Internet“ zeigt anhand von Praxisbeispielen, wieso Patientinnen und Patienten auf falsche Informationen hereinfallen, wie Ärztinnen und Ärzte falsche Informationen strukturiert korrigieren und ihre Patienten bei der Informationssuche unterstützen können. Der Kurs ist multimedial und interaktiv aufgebaut.
*Institut für Demoskopie Allensbach. Ärztliche Patienteninformation: Erfahrungen und Unterstützungsinteresse von Hausärzten. Stiftung Gesundheitswissen (Hrsg.), 2022.
** Schaeffer D, Haarmann A, Griese L. Professionelle Gesundheitskompetenz ausgewählter Gesundheitsprofessionen in Deutschland. Ergebnisse des HLS-PROF-GER. Berlin/Bielefeld: Hertie School, Universität Bielefeld, Stiftung Gesundheitswissen; 2023. https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/ld/sgw/system/files/2023-06/2023_06_20_Ergebnisbericht_Studie_professionelle_Gesundheitskompetenz.pdf