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Lungenentzündung

Wie kann man eine Lungenentzündung behandeln?

Bei einer Lungenentzündung gibt es verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Welche zum Einsatz kommt, richtet sich vor allem nach der Art des Krankheitserregers und der Schwere der Erkrankung. Erfahren Sie hier, wie eine Lungenentzündung behandelt wird und was Sie selbst darüber hinaus zur Linderung der Beschwerden tun können.

Wie wird eine bakterielle Lungenentzündung behandelt?

Die häufigsten Auslöser einer Lungenentzündung sind Bakterien. Eine bakterielle Lungenentzündung lässt sich mit Antibiotika behandeln. Es ist wichtig, die Therapie früh zu beginnen. Das Antibiotikum wird als Tablette oder Saft eingenommen. Die Behandlung dauert etwa fünf bis sieben Tage. Ja nachdem, welches Antibiotikum verwendet wird, kann die Behandlungsdauer auch manchmal kürzer sein. Zwei bis drei Tage nach Beginn der Behandlung ist ein erneuter Arztbesuch notwendig, damit der Arzt oder die Ärztin den Verlauf der Erkrankung sowie das Ansprechen auf die Behandlung beurteilen kann.

Nach Beginn einer Antibiotika-Behandlung werden die Symptome in der Regel immer geringer. Nach sechs bis zehn Wochen sollten sich die meisten Beschwerden deutlich gebessert haben. Abgeschlagenheit und Schwäche können allerdings länger andauern. Wenn sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern oder sogar verschlechtern, dann sollte man erneut einen Arzt, eine Ärztin aufsuchen. Eventuell müssen dann weitere Untersuchungen folgen und die Behandlung angepasst werden.

Bei einer schweren Lungenentzündung oder bei Komplikationen werden die Betroffenen meist ins Krankenhaus eingewiesen. Dort kann eine Behandlung mit Antibiotika auch über eine Infusion (Tropf) erfolgen, damit das Medikament schneller wirkt. Später kann auf eine Behandlung in Tablettenform umgestellt werden.

Wie wird eine virale Lungenentzündung behandelt?

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren.

Eine Lungenentzündung, die allein durch Viren verursacht ist, wird daher mit anderen Medikamenten behandelt. Bei bestimmten Risikogruppen ist zum Beispiel eine Therapie gegen Grippeviren mit Virostatika zu erwägen. Es besteht auch die Möglichkeit, nur die Beschwerden zu behandeln.

Was können Sie selbst tun?

Patientinnen und Patienten können auch selbst zu ihrer Genesung beitragen, indem sie auf folgende Punkte achten:

Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und schonen Sie sich. Das Fieber kann belastend für den Körper sein. In dieser Phase können Probleme des Herz-Kreislauf-Systems auftreten. Auch nach Rückgang des Fiebers ist es ratsam, weiterhin für eine gewisse Zeit auf körperliche Anstrengungen oder sportliche Aktivitäten zu verzichten oder sie zu reduzieren. Bei Aktivitäten, die das Herz-Kreislauf-System stark beanspruchen, besteht die Gefahr von Erkrankungsrückfall oder Folgeerkrankungen wie z. B. einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder einer Herzbeutelentzündung (Endokarditis). Sind Sie wieder richtig genesen, können Sie ihr gewohntes Training langsam aufnehmen.

Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Das heißt nicht unbedingt, dass Sie mehr trinken müssen als sonst. Sie sollten aber ausreichend trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, der z. B. durch Fieber oder starkes Schwitzen entsteht. Gut geeignet sind Wasser und Kräutertees. 

Verzichten Sie auf das Rauchen. Rauchen kann das Risiko für Erkältungskrankheiten und Lungenentzündungen erhöhen. Nutzen Sie doch die Gelegenheit, um ganz mit dem Rauchen aufzuhören. 

Wenn Ihnen Ihr Arzt, Ihre Ärztin ein Antibiotikum verschrieben hat, dann nehmen Sie es genau nach Plan ein. Die Einnahme sollte immer zur gleichen Uhrzeit erfolgen, damit die Abstände zwischen den Einnahmen gleich sind. Auch wenn es Ihnen bereits besser geht, sollten Sie die Einnahme nicht vorzeitig abbrechen. Nehmen Sie das Antibiotikum immer so lange ein, wie es Ihnen Ihr Arzt, Ihre Ärztin verschrieben hat – nicht länger oder kürzer. Achten Sie dabei auch auf die richtige Dosierung. So können Sie verhindern, dass die Erkrankung womöglich wieder aufflammt oder sich Folgeerkrankungen entwickeln. Darüber hinaus ist es aber noch aus einem anderen Grund wichtig, dass man Antibiotika korrekt einnimmt: Es verhindert, dass Bakterien gegen das Antibiotikum resistent werden, also dass das Medikament schlechter wirkt oder gar völlig unwirksam wird.

> Lesen Sie hier, warum es wichtig ist, Medikamente regelmäßig einzunehmen, und was Sie tun können, wenn Ihnen die Einnahme schwerfällt.

Welche Hausmittel können die Beschwerden lindern?

Eine Lungenentzündung muss in der Regel mit Medikamenten behandelt werden. Hausmittel können dabei helfen, Beschwerden zu lindern. Sie sollten aber eine ärztliche Untersuchung und Behandlung nicht ersetzen. Besprechen Sie die Anwendung möglicher Hausmittel mit ihrem behandelnden Arzt, Ihrer Ärztin.

Linderung einiger Atemwegssymptome

Um Atemwegssymptome wie Husten oder Halsschmerzen zu lindern, kommen einige Hausmittel infrage. Sie wirken häufig wohltuend wirken, auch generell bei Erkältungen

Inhalieren mit Dampf: Viele Menschen empfinden heiße, feuchte Luft bei Atemwegsinfekten als sehr angenehm. Das Inhalieren mit Kochsalzlösung befeuchtet die Schleimhaut in den Atemwegen und verflüssigt den dort gebildeten Schleim. Dampfbäder mit Kräutern wie zum Beispiel Kamillenblüten oder Thymian können ebenfalls helfen. Weitere Inhalationsstoffe sind Latschenkiefernöl, Eukalyptusöl und Pfefferminzöl. Latschenkiefernöl und andere ätherische Öle sollten Sie allerdings nicht anwenden, wenn Sie Asthma haben. Sie könnten einen Asthmaanfall auslösen. Auch bekannte Allergien und eine Überempfindlichkeit der Atemwege werden als Kontraindikationen für die Anwendung ätherischer Öle genannt. Es ließ sich bisher nicht nachweisen, dass Inhalieren mit Dampf die Dauer akuter Atemwegserkrankungen verkürzt oder Erkältungssymptome verbessert. Besprechen Sie also die Inhalation mit ätherischen Stoffen am besten vorher mit Ihrem behandelnden Arzt. Wegen der Verbrühungsgefahr sollten Kinder nicht mit heißem Dampf inhalieren.

Inhalieren: So geht's 

Befeuchten der Umgebungsluft: Das Aufhängen von feuchten Tüchern über die Heizkörper sorgt für eine feuchtwarme Umgebungsluft. Dies soll die Schleimhäute vor dem Austrocknen schützen.

Schmerzlinderung und Fiebersenkung 

Wadenwickel bei Fieber: Die lauwarmen Tücher und das Verdunsten der Flüssigkeit entziehen dem Körper die Wärme – ähnlich wie beim Schwitzen. Man sagt Wadenwickeln bei wiederholter Anwendung eine fiebersenkende Wirkung nach. Erwarten Sie aber keinen schnellen und durchgreifenden Erfolg, denn eine Fiebersenkung von 0,5° Celsius ist schon ein sehr gutes Ergebnis. Einen wissenschaftlichen Nachweis der Wirkung dieses Hausmittels gibt es bisher nicht.

Wadenwickel: So geht's

Schmerzmittel/Fiebersenker: Wenn Sie unter starken Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen leiden, kommen Schmerzmittel in Betracht. Frei verkäuflich sind unter anderem Tabletten mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Neben der Schmerzlinderung können diese Produkte auch das Fieber senken. Einen Einfluss auf die Krankheitsdauer oder den Verlauf von akuten Atemwegserkrankungen wie Erkältungen haben diese Mittel nicht. Kinder unter zwölf Jahren sollten keine Acetylsalicylsäure (ASS) bekommen. Man vermutet, dass ASS bei Kindern das sogenannte Reye-Syndrom auslösen können. Bei dieser akuten und lebensgefährlichen Erkrankung kommt es zu einer Schädigung des Gehirns (Enzephalopathie) und der Leber. Vom Reye-Syndrom sind zumeist Kinder zwischen vier und neun Jahren betroffen und als Ursache dafür kommen Virusinfektionen sowie die Einnahme von ASS in Frage.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

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Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Portrait Univ.Ass. Mag.rer.nat. Thomas Semlitsch

Univ. Ass. Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch

Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch studierte Chemie mit dem Ausbildungsschwerpunkt Biochemie und Zellbiologie der Karl Franzens Universität Graz. Vor seiner Anstellung an der Medizinischen Universität Graz war er mehrere Jahre im Bereich Qualitätsmanagement und als Koordinator klinischer Studien an einer österreichischen Privatklinik tätig und absolvierte 2007 eine Post-Graduate Ausbildung zum Good Laboratory Practice (GLP) -Beauftragten für den Bereich analytisches Labor. Von 2008 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Research Unit „EBM Review Center“ der Medizinischen Universität Graz und von 2011 bis 2014 auch am Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft tätig. Seit 2015 ist er als Univ. Assistent am Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung im Fachbereich Evidenzbasierte Medizin beschäftigt. Herr Semlitsch ist seit 2018 Fachbereichssprecher der Sektion Österreich und somit Mitglied des erweiternden Vorstands des Deutschen Netzwerks Evidenz basierte Medizin (DNEbM).
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. Martina Albrecht
Martina Albrecht

Dr. Martina Albrecht

Referentin Evidenzbasierte Medizin
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Nastasia Vogelsang
Nastasia Heilemann

Nastasia Vogelsang

Senior-Multimedia-Producerin
Nastasia Vogelsang studierte Angewandte Medienwirtschaft mit Schwerpunkt TV-Producing. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert sie multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.

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Aktualisiert am: 02.11.2022