Stents sind kleine Röhrchen, die verschlossene oder verengte Blutgefäße offenhalten. Bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit werden sie während einer Operation in die Blutgefäße rund um das Herz eingesetzt. Dadurch wird der Herzmuskel wieder besser durchblutet. Auf dieser Seite erfahren Sie alles über Ablauf, Vor- und Nachteile des Eingriffs.
Stents werden in verengte oder verschlossene Blutgefäße eingebracht. In der Regel geschieht das während einer Herzkatheteruntersuchung.
Ein Stent ist ein kleines Röhrchen. Es besteht aus einem dünnen Drahtnetz aus Metall oder Kunstfaser. Stents können zusätzlich mit einem speziellen Medikament beschichtet sein. Das Medikament soll verhindern, dass sich der Stent verschließt. Mithilfe des Herzkatheters lassen sich Stents in ein verengtes Blutgefäß einführen. Sie sind besonders für Patienten und Patientinnen geeignet, bei denen nur ein bis zwei der drei Herzkranzgefäße erkrankt sind. Dies ist aber nicht das einzige Kriterium für oder gegen eine Stent-OP.
Stents können während einer Herzkatheteruntersuchung gelegt werden. Dafür verwendet der Operateur, die Operateurin einen Ballonkatheter. An der Spitze dieses Katheters befindet sich ein Ballon, darüber gezogen der zusammengefaltete Stent. Die Ballonspitze des Herzkatheters wird bis zur Verengung geführt und dann aufgedehnt. Dadurch entfaltet sich der Stent und erweitert den verengten Bereich. So kann das Blut wieder gut durch das Blutgefäß fließen. Es ist auch möglich, die Engstelle zunächst mithilfe des Ballonkatheters aufzudehnen und anschließend einen Stent zu setzen.
Ein Eingriff mit Herzkatheteruntersuchung und dem Einsetzen eines Stents dauert, einschließlich Vorbereitung, etwa eine Stunde.
Stents können während einer Herzkatheteruntersuchung eingesetzt werden. Sie eignen sich am ehesten für Patienten und Patientinnen, bei denen nur ein oder zwei der drei Herzkranzgefäße verengt sind. Auch sollte die Atherosklerose nicht zu stark ausgeprägt sein. Sind alle drei Herzkranzgefäße oder der Hauptstamm betroffen, bietet sich eher eine Bypass-Operation an. Welche Behandlungen für Sie infrage kommen und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind, wird der Arzt, die Ärztin mit Ihnen besprechen.
Nachdem eine Engstelle in einem Blutgefäß aufgeweitet wurde, soll ein Stent dieses Gefäß dauerhaft offenhalten. So kann das Blut wieder besser fließen und das Herz mit Sauerstoff versorgen. Dadurch sollen Beschwerden wie Brustschmerzen und Atemnot abnehmen und so die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit steigen. Die Lebenserwartung mit Stent ist nicht höher als ohne Stent im Vergleich zur Behandlung mit Medikamenten.
Mehr lesen: Wie gut können Stents die Beschwerden bei koronarer Herzkrankheit lindern?
Ihre Ärztin, Ihr Arzt klärt Sie vor dem Eingriff über mögliche Risiken und Nachteile von Stents auf. Zu den häufigsten Komplikationen gehören Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle oder Blutungen. Durch den Stent können sich selten Gefäßverschlüsse oder Entzündungen bilden. Deshalb muss man nach einer Operation Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung hemmen. Dadurch kann es aber leichter zu Blutungen kommen. Die Stelle, an der der Stent eingesetzt wurde, kann sich auch wieder verengen.
Mehr lesen: Welche Risiken und Nachteile können Stents haben?
Wenn Sie sich gegen eine Stent-OP entscheiden, wird Ihr Arzt, Ihre Ärztin Sie mit Medikamenten behandeln. Zusätzlich wirkt sich eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und reichlich Bewegung günstig auf den Krankheitsverlauf aus.
Das Setzen eines Stents erfolgt in der Regel noch während der Herzkatheteruntersuchung.
Mehr zur Vorbereitung der Herzkatheteruntersuchung lesen.
Nach der Behandlung bleiben Sie zur Beobachtung ein bis zwei Nächte im Krankenhaus. Am nächsten Tag kann noch eine Blutuntersuchung und ein EKG folgen, bevor Sie nach Hause gehen.
Nach der Operation sollten Sie etwa eine Woche lang größere Anstrengungen vermeiden und nicht schwer heben. Wenn nötig, erhalten Sie eine Krankschreibung. In der Regel bekommen Sie Medikamente verschrieben. Um zu verhindern, dass Stents sich verschließen, ist es wichtig, die verschriebenen Medikamente wie verordnet einzunehmen. Zur Behandlung gehören außerdem regelmäßige Arzttermine zur Kontrolle.
Auch nach einer erfolgreichen Stent-OP empfehlen Fachleute Medikamente und eine gesunde Lebensweise.
Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.
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Erstellt am: 28.04.2025