Ihr Hausarzt, Ihre Hausärztin hat aufgrund Ihrer Krankengeschichte oder der körperlichen Untersuchung den Verdacht geäußert, dass Sie eine koronare Herzkrankheit (KHK) haben könnten. Um diesen Verdacht zu prüfen, sind weitere Untersuchungen nötig. Für die meisten davon müssen Sie einen Facharzt aufsuchen. Lesen Sie auf dieser Seite, was auf Sie zukommt und wie Sie sich vorbereiten können.
Fachärzte für Herzerkrankungen heißen Kardiologen. Sie haben in der Regel alle nötigen Geräte und natürlich auch das Fachwissen, um zu untersuchen, ob Sie wirklich an KHK erkrankt sind. Viele Hausärzte und Hausärztinnen übernehmen das Ruhe-EKG selbst. Die weiteren Untersuchungen führt immer eine Kardiologin, ein Kardiologe durch. Dafür erhält man in der Regel eine Überweisung.
Am Anfang der KHK-Diagnostik stehen das Ruhe-EKG und der Herzultraschall (Echokardiografie).
Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) messen Ärzte und Ärztinnen, wie körpereigene elektrische Signale durch das Herz geleitet werden. Manche Erkrankungen verändern diese Signale, etwa ein Herzinfarkt, der Narben auf dem Herzgewebe hinterlassen hat.
Für die KHK-Diagnostik wird das EKG in Ruhe durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Sie liegen während der Untersuchung. Die Ärztin, der Arzt befestigt mehrere Elektroden an Brust, Armen und Beinen. Mit den Elektroden werden die Herzströme abgeleitet und mithilfe eines Messgeräts aufgezeichnet.
Was ist ein EKG?
Die Abkürzung EKG steht für Elektrokardiogramm. Mit dieser Untersuchung können Herzströme gemessen werden. Dafür werden Messfühler am Körper befestigt und mit einem Aufzeichungsgerät verbunden.
Bei einem gesunden Herzen wird eine typische wiederkehrende Kurve sichtbar. Dabei stehen die einzelnen Abschnitte für verschiedene Phasen eines Herzschlags.
Die erste kleine Welle zeigt, wie sich die Ströme in den Vorhöfen ausbreiten und ob sie an der normalen Stelle - dem Sinus-Knoten - entstehen. Der große Ausschlag zeigt, wie sich die Ströme in den Herzkammern ausbreiten. Der letzte Teil der Kurve beschreibt, wie sich die Ströme zurückziehen, damit das Signal für den nächsten Herzschlag kommen kann.
Mit diesem Untersuchungsverfahren lassen sich vielfältige Aussagen zu Eigenschaften und Gesundheit des Herzens ableiten.
Das EKG ist schmerzlos. Und jederzeit wiederholbar. Es kann ruhend oder unter Belastung innerhalb weniger Minuten erstellt werden. Mit einem mobilen Gerät können die Herzströme auch über längere Zeiträume aufgezeichnet werden.
Wissen ist gesund.
Eine Echokardiografie ist eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Herzens im Ruhezustand. Der Kardiologe, die Kardiologin trägt etwas Gleitgel auf Ihre Brust auf und bewegt dann den Kopf des Ultraschallgeräts darüber. Auf einem Monitor wird das Herz sichtbar. Die Ärztin, der Arzt kann alle Bereiche des Herzens genau anschauen.
Bevor der Facharzt, die Fachärztin weitere Untersuchungen plant, wird zunächst die Wahrscheinlichkeit bestimmt, dass tatsächlich KHK vorliegt.
Bei der Planung der Untersuchungen wird auch berücksichtigt, ob der Patient, die Patientin fit genug für die Untersuchung ist oder ob sie ein unnötiges Risiko darstellt. Der Arzt, die Ärztin wägt ab, welche weiteren Informationen sie noch braucht, um die Behandlung zu planen, und welche Gerätschaften ihr in ihrer Einrichtung zur Verfügung stehen.
Wenn der Kardiologe, die Kardiologin weitere Informationen benötigt, um die Diagnose KHK zu stellen oder um die Behandlung zu planen, können weitere Untersuchungen auf Sie zukommen.
Das Belastungs-EKG funktioniert ähnlich wie das Ruhe-EKG. Allerdings dürfen Sie hier nicht liegen, sondern müssen körperlich aktiv werden, etwa auf einem Standfahrrad oder auf dem Laufband. Dabei wird die Belastung schrittweise erhöht, während die Elektroden auf Ihrem Körper die Herzaktivität messen. So kann der Kardiologe feststellen, inwiefern die Engstellen in den Herzkranzgefäßen das Leistungsvermögen des Herzens schon beeinträchtigt haben. Wenn Sie sich unwohl fühlen oder Beschwerden bekommen oder wenn das EKG auffällig ist, wird die Untersuchung sofort abgebrochen.
Auch ein Herzultraschall kann unter Belastung stattfinden. Dafür müssen Sie sich entweder bewegen oder Sie erhalten ein Medikament, das Ihr Herz vorübergehend unter Stress setzt. Durch den Ultraschall kann der Arzt, die Ärztin erkennen, ob alle Bereiche des Herzmuskels unter Belastung noch gut funktionieren.
Untersuchungen mit MRT oder CT finden für gewöhnlich in der Praxis eines Radiologen statt oder in Kliniken, die über entsprechende Geräte verfügen. Unter Umständen müssen Sie vor der Untersuchung auf bestimmte Medikamente oder Nahrungsmittel verzichten. Genauere Informationen erhalten Sie in der Praxis oder Klinik.
Bei der Computertomografie (CT) werden mithilfe von Röntgenstrahlen Bilder vom Inneren des Körpers erstellt.
Mithilfe von CT-Aufnahmen lassen sich Herz und Herzkranzgefäße genau anschauen. Mit solch einem Koronar-CT können Ärzte und Ärztinnen Engstellen in den Gefäßen aufspüren und beurteilen. Die Kosten für die Koronar-CT übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.
Wie funktioniert eine CT?
Die Abkürzung CT steht für Computertomographie. Bei dieser Untersuchungsmethode wird der Patient liegend in die Röntgenröhre des Computertomographen gefahren und dort hin- und herbewegt - je nachdem, welche Körperregion untersucht werden soll.
Die Röntgenstrahlen durchleuchten das Körperinnere und machen es so sichtbar. Sie werden durch die verschiedenen Strukturen wie Organe und Knochen unterschiedlich stark abgeschwächt. Anschließend werden sie in Signale umgewandelt.
Ein Spezialcomputer verarbeitet diese Signale zu Schichtbildern, sogenannten Computertomogrammen. Auf diese Weise erhält man dreidimensionale Darstellungen der untersuchten Bereiche. Eine CT wird besonders häufig zur Untersuchung von Knochen angewandt, etwa bei Erkrankungen oder Brüchen, aber auch zur Untersuchung vom Gehirn und anderen Organen. Da die Untersuchung nur wenige Minuten dauert, wird sie auch bei Notfällen eingesetzt.
Die Untersuchung ist schmerzfrei und nicht hörbar. Manchmal muss ein Kontrastmittel gegeben werden, um die untersuchten Bereiche besser sichtbar zu machen. Da der Körper einer erhöhten Strahlung durch Röngenstrahlung ausgesetzt wird, müssen Nutzen und Schaden der Untersuchung sorgfältig geprüft werden.
Die MRT bietet eine strahlenfreie Möglichkeit, das Körperinnere zu untersuchen. Dabei werden Organe und Gewebe mithilfe von Magnetfeldern sichtbar gemacht.
Wie funktioniert eine MRT?
Die Abkürzung MRT steht für Magnetresonanztomographie. Oft spricht man auch von Kernspintomographie. Bei der Untersuchung wird der Patient liegend in das Magnetfeld des MRT-Geräts gefahren. Dort wird die Wirkung der Magneten auf den Körper gemessen. Ein Spezialcomputer erstellt daraus Bilder, die Kernspintomogramme.
Auf diese Weise werden Schichtaufnahmen vom Körper erzeugt. Durch ein Zusammenfügen der Aufnahmen ist es möglich, auch Längsschnitte und dreidimensionale Bilder zu erhalten. So können Organe aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und Hinweise auf mögliche Erkrankungen erkannt werden. Organe oder Muskulatur, aber auch Knorpel und Bänder von Gelenken lassen sich mit einer MRT genau abbilden.
Die Untersuchung ist schmerzfrei, die Magnetfelder selbst sind unschädlich.Für die Untersuchung müssen alle metallischen Gegenstände abgelegt werden.Da eine MRT relativ laut ist bekommt man Kopfhörer aufgesetzt. Manchmal muss ein Kontrastmittel eingesetzt werden, um die untersuchten Bereiche besser sichtbar zu machen.
Bei Patienten mit implantierten Geräten, wie zum Beispiel Herzschrittmachern, wird eine MRT nur in Ausnahmefällen durchgeführt.
Für ein Stress-MRT können Sie je nach Fragestellung des Arztes, der Ärztin entweder ein Medikament/Mittel bekommen, das kurzfristig die Durchblutung des Herzens steigert oder den Herzschlag verstärkt. Im MRT können die Ärzte und Ärztinnen dann beurteilen, wie gut der Herzmuskel noch funktioniert und ob er ausreichend durchblutet wird oder wie sich der Herzschlag verändert.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen keine Kosten für diese MRT-Untersuchungen.
Unter Nuklearmedizin versteht man verschiedene Methoden, bei denen radioaktive Stoffe zur Untersuchung und Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Sie können auch in der KHK-Diagnostik zum Einsatz kommen. Für nuklearmedizinische Untersuchungen müssen Sie eine radiologische Praxis oder eine Klinik aufsuchen, die über entsprechende Geräte verfügt. Dort erfahren Sie auch, wie Sie sich auf die Untersuchungen vorbereiten müssen.
Mit der Myokard-Perfusions-SPECT lässt sich darstellen, wie sehr der Herzmuskel durchblutet wird und wie gut er sich zusammenziehen kann. Dafür wird die Durchblutung des Herzens so stark wie möglich erhöht – entweder durch körperliche Anstrengung oder mithilfe von Medikamenten. Außerdem wird Ihnen ein radioaktiver Stoff verabreicht. Je besser der Herzmuskel durchblutet ist, desto mehr lagert sich der Stoff dort an. Mit einer speziellen Kamera kann der Arzt, die Ärztin hinterher sehen, wo sich der Stoff angesammelt hat. So wird sichtbar, ob das Herz überall gut durchblutet ist oder wo der Herzmuskel möglicherweise unterversorgt ist.
Die Myokard-Perfusions-PET funktioniert sehr ähnlich wie die Myokard-Perfusions-SPECT und bietet die Möglichkeit zu beurteilen, ob das Herzmuskelgewebe, das von der Durchblutung abgeschnitten ist, grundsätzlich noch funktioniert. Sie ist in Deutschland jedoch kaum verfügbar. Die Kosten für diese Untersuchung werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Anhand aller Untersuchungsergebnisse stellt die Kardiologin, der Kardiologe die abschließende Diagnose.
Wenn sich der Verdacht auf KHK bestätigt, wird der Kardiologe mit Ihnen auch die weitere Behandlung planen.
Aus den Untersuchungen kann der Arzt auch ableiten, wie weit fortgeschritten die KHK ist. Daraus lassen sich Vorhersagen über den weiteren Krankheitsverlauf treffen, etwa wie hoch ihr Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Herztod ist.
Für Ihre persönliche Risikoeinschätzung und die Therapieplanung können weitere Untersuchungen nötig sein. Ihr Arzt, Ihre Ärztin wird Sie entsprechend darüber aufklären. Dazu kann auch ein Gespräch über Ihre Lebenssituation und Ihr persönliches Umfeld gehören, denn beides beeinflusst den Krankheitsverlauf und den Behandlungserfolg.
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Möckel M. Ischämische Herzkrankheit. In: Suttorp N, Möckel M, Siegmund B, Dietel M, Hrsg. Harrisons Innere Medizin. 20. Aufl., deutsche Ausgabe. Berlin, Stuttgart: Thieme; 2020. S. 2296–2313.
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Erstellt am: 28.04.2025