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Koronare Herzkrankheit

So schmeckt herzgesunde Ernährung

Immer nur Gemüse und keine Süßigkeiten mehr? Manche Menschen verbinden herzgesunde Ernährung in erster Linie mit Verzicht – doch das muss nicht sein. Denn gesundes Essen kann richtig lecker schmecken und auch Lieblingsgerichte und Snacks sind nicht zwingend verboten. Auf dieser Seite lesen Sie, wie Genuss und gesunde Ernährung zusammengehen.

Ernährung mit koronarer Herzkrankheit: Was ist eigentlich gesund?

Menschen mit koronarer Herzkrankheit sollten auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, doch sie müssen keine besondere Diät einhalten. Für sie gelten dieselben Ernährungsempfehlungen wie für gesunde Menschen.

Welche Lebensmittel werden bei KHK empfohlen?

An diesen Lebensmitteln dürfen Sie sich satt essen:

  • Fette mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren, z. B. Rapsöl, Olivenöl oder Leinsamen
  • Vollkornbrot und -brötchen
  • Täglich zwei bis drei Portionen frisches Obst
  • Täglich zwei bis drei Portionen frisches Gemüse
  • Zweimal pro Woche Fisch, davon einmal ein fettreicher Fisch
  • Ungesalzene Nüsse, bis zu 30 Gramm pro Tag
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen oder Bohnen

Auf welche Lebensmittel soll ich bei KHK verzichten?

Verbote gibt es grundsätzlich keine und Lieblingsessen soll auch zukünftig erlaubt bleiben. Dennoch gibt es bestimmte Lebensmittel, die das Fortschreiten der KHK begünstigen können. Deshalb wird empfohlen, weniger davon zu essen oder noch besser ganz darauf zu verzichten:

  • Salz: Menschen mit KHK sollten höchstens 5 Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen. So gelingt es, weniger Salz zu essen
  • Zuckerhaltige Getränke wie Säfte, Limonade oder Energydrinks
  • Knabberartikel, z. B. Chips: Sie sind oft stark gesalzen und enthalten ungesunde Fette
  • Industriell hergestellte Backwaren wie Kekse, die gehärtete Fette enthalten
  • Frittierte Speisen wie Pommes frites

Was bringt mir eine herzgesunde Ernährung?

Ihre Ernährung kann einen großen Einfluss auf den Verlauf der koronaren Herzkrankheit haben. Gesunde Ernährung senkt die Blutfettwerte und den Blutdruck. Außerdem kann sie dabei helfen abzunehmen. Alles davon wirkt sich günstig auf die KHK aus. Ihre Ernährung kann auch die Behandlung mit Medikamenten unterstützen: Wenn Sie auf ungesunde Fette verzichten und Medikamente gegen hohe Blutfette einnehmen, erreichen Sie Ihre Zielwerte noch schneller.

Eine gesunde Ernährung senkt auch das Risiko für weitere Erkrankungen wie etwa Diabetes Typ 2.

Wie kann ich mir die Ernährungsumstellung leichter machen?

Von heute auf morgen alles umstellen und alles Ungesunde vermeiden? Das ist nicht nötig und kann schnell entmutigen – vor allem wenn man sich bisher kaum mit dem Thema Ernährung beschäftigt hat. Versuchen Sie stattdessen in kleinen Schritten etwas zu verändern. Solche kleinen Veränderungen bewirken oft viel, wenn man sie konsequent verfolgt, sind dabei aber leichter umzusetzen. 
Die kleinen Veränderungen können beispielsweise sein:

Lesen Sie die Inhaltsstoffe auf Lebensmittelverpackungen

Die Inhaltsstoffe verraten, wie viel Fett, Zucker oder Salz in Lebensmitteln enthalten sind. Vergleichen Sie verschiedene Produkte miteinander, um ein Gefühl für die Zusammensetzung von Lebensmitteln zu bekommen. Vielleicht entdecken Sie ja auch eine gesündere Alternative zu einem Lieblingsprodukt?

Steigen Sie auf Vollkornprodukte um

Greifen Sie vermehrt zu Vollkorn- oder Mehrkornbrot anstelle von Weißbrot. Probieren Sie anstelle von normaler Pasta einmal Vollkornnudeln aus und statt weißem Reis Naturreis. So nehmen Sie mehr gesunde Ballaststoffe zu sich.

Gesunde Snacks wählen

Ob für den kleinen Hunger zwischendurch oder für den Filmabend: Ersetzen Sie salzige, fettige Knabbereien durch gesündere Varianten. Sie können zum Beispiel ungesalzene Nüsse oder Rohkost mit einem Dip wählen. Obst ist eine gesündere Zwischenmahlzeit als ein Schokoriegel.

Weniger Fleisch essen

Machen Sie häufiger mal das Gemüse zum Mittelpunkt Ihres Tellers und probieren Sie ein pflanzliches Ersatzprodukt.

Essen Sie zu jeder Mahlzeit auch Obst oder Gemüse

Das macht satt und Sie nehmen zu jeder Mahlzeit wertvolle Vitamine und Ballaststoffe zu sich.

Verzichten Sie auf Getränke mit Zucker

Lust auf etwas Fruchtiges? Dann greifen Sie lieber zum Obst als zum Saft. Gewöhnen Sie sich schrittweise an weniger Milch und Zucker im Kaffee oder Tee.

Herzgesund essen: So schmeckt es!

So gut Gemüse, Obst und Vollkornbrot auch schmecken: Viele Lieblingslebensmittel wie Süßigkeiten oder Fastfood sind leider nicht gesund fürs Herz. Trotzdem können Sie Teil einer herzgesunden Ernährung sein.

Gönnen Sie sich ab und zu Ihr Lieblings-Lebensmittel.

Oft fällt es leichter, die Grundregeln der Ernährung langfristig zu befolgen, wenn man auch hin und wieder mal über die Stränge schlagen darf.

Kombinieren Sie ungesunde Lebensmittel mit etwas Gesundem.

Heute soll es ein Steak sein? Dann essen Sie statt Pommes einen großen Beilagensalat dazu. Garnieren Sie das Eis zum Nachtisch mit frischen Früchten oder kombinieren Sie die Chips zum Fernsehabend mit Gemüsesticks.

Finden Sie eine gesunde Alternative.

Für einige Lieblingslebensmittel lassen sich gesunde Alternativen finden, die im Geschmack sehr ähnlich sind:

  • Gezuckerte Frühstücksflocken oder Cornflakes lassen sich durch zuckerfreies Müsli oder Haferflocken ersetzen.
  • Brotbelag: Hochverarbeitetes Fleisch wie z. B. Schinken enthält viel Salz und gesättigte Fettsäuren. Stattdessen bieten sich Hühner- oder Putenfleisch, aber auch Fisch (z. B. Lachs oder Sardinen), Eier oder Hummus an. Experimentieren Sie auch mit Gemüsescheiben als Brotbelag.
  • Fruchtjoghurts können Sie selbst ohne Zucker aus Naturjoghurt und frischem Obst anmischen.
  • Suppenpulver zum Angießen ist oft sehr viel salziger als eine selbstgekochte Gemüsesuppe.
  • Statt Chips oder Salzstangen eignen sich auch Reiswaffeln oder salzarme Cracker zum Knabbern. Vielleicht finden Sie auch eine salzarme Version Ihrer Lieblingsknabberei.

Sie brauchen Inspiration für gesunde Gerichte? Die Deutsche Herzstiftung bietet eine große Auswahl an herzgesunden Rezepten.

Wer kann mir bei der Ernährungsumstellung helfen?

Vielen fällt es schwer, eine Ernährungsumstellung ganz alleine umzusetzen. Bitten Sie im Familien- oder Freundeskreis um Hilfe: Erzählen Sie von Ihrer geplanten Ernährungsumstellung und lassen Sie sich motivieren. Vielleicht finden sich sogar Verbündete, die mit Ihnen gemeinsam eine gesündere Ernährung beginnen wollen.

Wenn Sie in der Familie, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz nicht ausreichend Unterstützung bekommen, können Sie weitere Anlaufstellen aufsuchen.

Ernährungsberatung

In der Ernährungsberatung entwickeln Sie einen persönlichen Plan, wie Sie die Ernährungsumstellung am besten angehen. Zusammen mit der Ernährungsberaterin können Sie Ihre persönlichen Probleme erkennen und gemeinsam Lösungen finden, die für Sie umsetzbar sind.

Selbsthilfegruppen

In Selbsthilfegruppen haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Alltagsprobleme im Zusammenhang mit Ihrer Erkrankung zu besprechen. Ernährung kann ein Teil davon sein. Hier erfahren Sie von anderen Betroffenen, was ihnen geholfen hat, und werden dazu inspiriert, auch Lösungen für sich selbst zu entwickeln.

Auf dem Portal der Deutschen Herzstiftung können Sie nach Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe suchen.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Chronische Koronare Herzkrankheit: KHK. Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Version 4.0; 2023. doi: 10.6101/AZQ/000499.

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK - Langfassung; Version 7.0 - AWMF- Register-Nr. nvl-004; 2024.

Becker D, Bernecker K. The Role of Hedonic Goal Pursuit in Self-Control and Self-Regulation: Is Pleasure the Problem or Part of the Solution? Affect Sci 2023; 4(3):470–4. doi: 10.1007/s42761-023-00193-2.
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Coelhoe do Vale R, Pieters R, Zeelenberg M. The benefits of behaving badly on occasion: succesful regulation by planned hedonic deviations. Journal of consumer psychology 2016; (26):17–28.

Heseker H, Heseker B. Die Nährwerttabelle. 9. Aufl. Wiesbaden: Umschau Zeitschriftenverlag; 2024.

Lichtenstein AH, Appel LJ, Vadiveloo M et al. 2021 Dietary Guidance to Improve Cardiovascular Health: A Scientific Statement From the American Heart Association. Circulation 2021; 144(23):e472-e487. doi: 10.1161/CIR.0000000000001031.

Vrints C, Andreotti F, Koskinas KC et al. 2024 ESC Guidelines for the management of chronic coronary syndromes. Eur Heart J 2024. doi: 10.1093/eurheartj/ehae177.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
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Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Dr. Pia Gamradt
Dr. Pia Gamradt

Dr. Pia Gamradt

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Dr. Pia Gamradt ist studierte Biologin mit Schwerpunkt immunologische Grundlagenforschung. Für die Stiftung erstellt sie wissenschaftliche Inhalte für multimediale Informationsangebote und unterstützt bei wissenschaftlichen Projekten.

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Erstellt am: 28.04.2025