Kognitive Verhaltenstherapie ist eine Form der Psychotherapie. Durch Gespräche mit dem Therapeuten oder der Therapeutin sowie Übungen wird versucht, Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, die die Insomnie fördern, zu verändern. In der Behandlung erlernt man Techniken und Verhaltensweisen, die den Schlaf verbessern können.
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist die empfohlene Ersttherapie bei Insomnie. Eine klassische Verhaltenstherapie findet persönliche mit einer Therapeutin, einem Therapeuten statt.
Insomnie ist eine krankhafte Schlafstörung. Betroffene haben mehrmals Mal pro Woche Ein- oder Durchschlafprobleme und das über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Dadurch werden das Alltagsleben und insbesondere die berufliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.
In Deutschland ist es derzeit nicht immer leicht, einen Platz bei einem Psychotherapeuten, einer Psychotherapeutin zu bekommen, denn viele Praxen haben lange Wartelisten. Lohnt sich das Warten? Wir haben Studien zur Verhaltenstherapie bei Insomnie angeschaut, um zu schauen, wie gut die Behandlung bei Schlafstörungen hilft.
Laut Studienlage ist die kognitive Verhaltenstherapie bei einem Psychotherapeuten, einer Psychotherapeutin eine wirksame Behandlung bei Insomnie.
Einschränkung der Ergebnisse
Die Übersichtsarbeit, die wir angeschaut haben, zeigt verschiedene Mängel, die das Vertrauen in die Ergebnisse einschränken. Allerdings haben wir weitere Übersichtsarbeiten gefunden, die zu einem ähnlichem Ergebnis kommen. Das stärkt unser Vertrauen in die Wirksamkeit der Verhaltenstherapie bei Insomnie.
Eine systematische Übersichtsarbeit untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit der Verhaltenstherapie mit einem Therapeuten, einer Therapeutin bei Insomnie. Die Übersichtsarbeit wertete die Ergebnisse von 34 Untersuchungsgruppen aus randomisiert-kontrollierten Studien aus. In diesen wurden Testpersonen einer von zwei Gruppen zugeteilt:
Zu Beginn und Ende der Studie wurden der Schweregrad der Insomnie jeweils mit einem speziellen Fragebogen erfasst: Der Insomnie-Schweregrad Index ordnet die Schlafstörungen auf einer Skala von 0 bis 28 ein, wobei 0 für „gar keine Insomnie“ steht und 28 für „schwerste Insomnie“.
Die systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass die Verhaltenstherapie die Beschwerden einer Insomnie lindern kann. In den Studien verbesserten sich die Beschwerden der Teilnehmenden um 5 bis 6 Punkte auf dem Insomnie-Schweregrad-Index. Dieser Index bewertet den Schweregrad einer Insomnie auf einer Skala von 0 bis 28 Punkten.
Die Übersichtsarbeit untersuchte keine Nebenwirkungen der Verhaltenstherapie. Grund dafür war, dass die Einzelstudien keine Nebenwirkungen erhoben haben oder eben nur sehr uneinheitlich und unsystematisch. Eine andere Untersuchung fand heraus, dass lediglich 32 von 99 Studien überhaupt Nebenwirkungen der Verhaltenstherapie bei Insomnie untersuchten. In diesen wurden so gut wie gar keine Nebenwirkungen festgestellt. Das bedeutet nicht, dass es in der Verhaltenstherapie keine Nebenwirkungen gibt. Um diese Frage besser beantworten zu können, bräuchte es Studien, die mögliche Nebenwirkungen besser erfassen.
Zu einer Verhaltenstherapie bei Insomnie gehören Methoden, die die Bettzeiten beschränken, und bestimmte Verhaltensänderungen. Diese können dazu führen, dass Sie vorübergehend müder, schläfrig, weniger aufmerksam und konzentriert sind. Entsprechend ist z. B. beim Autofahren Vorsicht geboten. Die Müdigkeit kann sich außerdem auf bestimmte Begleiterkrankungen wie Epilepsie, bipolare Störungen oder NREM-Parasomnie auswirken.
Die methodische Qualität der systematischen Übersichtsarbeit ist als niedrig einzustufen, so dass das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Ergebnisse eingeschränkt ist. Andere Übersichtsarbeiten kommen allerdings zu einem ähnlichen Ergebnis. Dies stärkt das Vertrauen in die Ergebnisse wieder. Es ist davon auszugeben, dass auch zukünftige Studien die Wirksamkeit der Verhaltenstherapie bestätigen werden.
In der Übersichtsarbeit wurden 34 Untersuchungsgruppen ausgewertet. 16 davon untersuchten kognitive Verhaltenstherapie als persönliche Einzeltherapie, 14 als Gruppentherapie und 4 auf telemedizinische Interventionen. Als Vergleich dienten 24 Untersuchungsgruppen, deren Teilnehmende auf einer Warteliste für die Psychotherapie standen. Die Gruppen hatten jeweils 28 bis 51 Teilnehmende. Die Teilnehmenden waren im Mittel zwischen 39,5 und 53,5 Jahren alt. 50 bis 70 Prozent waren Frauen.
Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.
Condon HE, Maurer LF, Kyle SD. Reporting of adverse events in cognitive behavioural therapy for insomnia: A systematic examination of randomised controlled trials. Sleep Med Rev 2021; 56:101412. doi: 10.1016/j.smrv.2020.101412.
Hasan F, Tu Y-K, Yang C-M et al. Comparative efficacy of digital cognitive behavioral therapy for insomnia: A systematic review and network meta-analysis. Sleep Med Rev 2022; 61:101567. doi: 10.1016/j.smrv.2021.101567.
Knutzen SM, Christensen DS, Cairns P, Damholdt MF, Amidi A, Zachariae R. Efficacy of eHealth Versus In-Person Cognitive Behavioral Therapy for Insomnia: Systematic Review and Meta-Analysis of Equivalence. JMIR Ment Health 2024; 11:e58217. doi: 10.2196/58217.
Riemann D, Espie CA, Altena E et al. The European Insomnia Guideline: An update on the diagnosis and treatment of insomnia 2023. J Sleep Res 2023; 32(6):e14035. doi: 10.1111/jsr.14035.
Simon L, Steinmetz L, Feige B, Benz F, Spiegelhalder K, Baumeister H. Comparative efficacy of onsite, digital, and other settings for cognitive behavioral therapy for insomnia: a systematic review and network meta-analysis. Sci Rep 2023; 13(1):1929. doi: 10.1038/s41598-023-28853-0.
Soh HL, Ho RC, Ho CS, Tam WW. Efficacy of digital cognitive behavioural therapy for insomnia: a meta-analysis of randomised controlled trials. Sleep Med 2020; 75:315–25. doi: 10.1016/j.sleep.2020.08.020.
Spiegelhalder K, Baum E, Becker M et al. Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen“ - Update 2025 (AWMF-Registernummer 063-003) Version 2.0; 2025 [23.06.2025].
Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.
Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.
Die Stiftung Gesundheitswissen hat das Ziel, verlässliches Gesundheitswissen in der Bevölkerung zu stärken. Die an der Erstellung unserer Angebote beteiligten Personen haben keine Interessenkonflikte, die eine unabhängige und neutrale Informationsvermittlung beeinflussen.
Weitere Hinweise zum Umgang mit Interessenkonflikten finden Sie hier.
Alle unsere Angebote beruhen auf den derzeit besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie stellen keine endgültige Bewertung dar und sind keine Empfehlungen.
Weitere wichtige Hinweise zu unseren Angeboten finden Sie hier.
Aktualisiert am: 21.01.2026