Was evidenzbasierte Medizin leistet und warum sie uns hilft Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Berlin, 11.05.2018 - Wenn es um die Gesundheit geht, wünschen sich Menschen Verlässlichkeit. Jeder möchte eine medizinische Versorgung, die fundiert, seriös und erfolgversprechend ist. Die evidenzbasierte Medizin folgt diesem Anspruch. Eine Einführung.

Warum ist Evidenz für uns wichtig? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

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Die Geschichte der Medizin reicht weit zurück. Bereits in der Jungsteinzeit, vor etwa 6.500 Jahren, wurden Behandlungen durchgeführt. Darauf deutet ein bemerkenswerter Fund hin: ein Kiefer mit Zahn samt Bienenwachsfüllung, den Forscher in Slowenien entdeckten. Offenbar wollten prähistorische Mediziner Schmerzen lindern und den Zahn vor weiteren Beschädigungen schützen. Die Erkenntnisse sind seither fortgeschritten und Ärztinnen und Ärzte setzen mittlerweile auf andere Methoden. 

Denn die Medizin ist heutzutage weiter. Viel weiter. Heute werden medizinische Maßnahmen, also Untersuchungs- und Behandlungsmethoden vorab in klinischen Studien getestet. Im Idealfall wägen Ärzte und Ärztinnen auf Basis der zurzeit besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse ab, welche medizinischen Maßnahmen – von der Prävention über die Diagnostik bis hin zur Therapie – für den Einzelnen infrage kommen. Sie berücksichtigen dabei auch die Vorstellungen, Wünsche und Werte der Betroffenen und treffen die Entscheidung gemeinsam mit ihnen. Dieser Leitgedanke ist unter dem Begriff evidenzbasierte Medizin verbreitet, kurz: EbM. Im Rahmen der EbM suchen Experten verlässliche Antworten für medizinische Fragen: Welche Vor- und Nachteile hat eine Behandlung? Muss sie zwingend durchgeführt werden? Was kann alternativ getan werden? Die EbM stützt sich dabei auf wissenschaftliche Belege und nicht nur auf Theorien oder Expertenmeinungen.

Die EbM orientiert sich an Patientinnen und Patienten sowie Gesunden gleichermaßen. Das Ziel: Die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen. Das kann auch bedeuten, dass eine bestimmte Maßnahme nicht angewendet wird – weil keine Evidenz für deren Wirksamkeit vorliegt oder ein anderer Zeitpunkt geeigneter erscheint. 

EbM und ihre Vorteile Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Evidenzbasierte Medizin kommt allen Menschen zugute. Aber warum? Ein Überblick über die Vorteile und den Nutzen der EbM.

Verlässlichkeit Entscheidungssicherheit Transparenz Versorgungsqualität Forschung Patientenorientierung

Neben der gesundheitlichen Versorgung kann durch die evidenzbasierte Medizin auch das Wissen der Menschen insgesamt gefördert werden. Dazu bedarf es allerdings qualitativ hochwertiger Gesundheitsinformationen, die – auf Grundlage der Methoden der EbM – erstellt werden. Sie helfen dem Einzelnen, sich stärker beispielsweise mit dem Nutzen und Schaden von Behandlungsoptionen auseinanderzusetzen. 

Wie werden evidenzbasierte Gesundheitsinformationen erstellt?

Für die evidenzbasierte Medizin wurden eigens Methoden entwickelt, um die Vor- oder Nachteile einer medizinischen Maßnahme zu belegen. Neben neu aufgesetzten Studien gibt es auch die Möglichkeit, vorhandenes Wissen zusammenzufassen. Dabei identifizieren Expertinnen und Experten zunächst aus dem scheinbar unüberschaubaren Angebot an wissenschaftlicher Literatur relevante Quellen für ein konkretes klinisches Problem. Dann schätzen sie ein, wie verlässlich oder valide deren Evidenz ist und inwiefern Wissenslücken existieren. Dann erfolgen die Auswertung und die Beurteilung der aufgezeigten Effekte. Daraus werden laienverständliche Gesundheitsinformationen erstellt. 

Weiterführende Informationen Quellen