Die Flut an Ernährungsinfos ist gewaltig – und längst nicht alles davon ist richtig oder leicht zu verstehen. Die Menge an Infos kann überfordern, sodass man sich mit dem Thema gar nicht mehr beschäftigen möchte. Dabei muss es nicht schwierig sein, sich gesund zu ernähren, wenn man sich an wenige einfache Grundregeln hält.
In den Medien wird gesunde Ernährung oft im Zusammenhang mit Diäten erwähnt. Doch erstens ist eine schlanke Taille nicht der einzige Grund, warum gesunde Ernährung wichtig ist. Und zweitens ist eine Diät nicht mit ausgewogener Ernährung gleichzusetzen. Während Diäten in der Regel Verzicht und Verbote bedeuten, soll gesunde Ernährung Sie nicht einschränken. Vielmehr geht es darum, Ihrem Körper alle wichtigen Nährstoffe zuzuführen, die er braucht.
Für eine gesündere Ernährung reicht es schon, einige einfache Regeln zu beachten:
Für eine ausgewogene Ernährung brauchen Sie keine exotischen Zutaten. Bestimmt essen Sie schon viel Gesundes oder können Ihre Lieblingsgerichte mit ein paar Handgriffen zu einer gesunden Mahlzeit umwandeln. Wie das geht, zeigt unser gesunder Teller.
Hinweis: Wir gehen bei unseren Beispielen von einer Ernährung aus, die Fleisch enthält (omnivore Ernährung). Wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren möchten, können Sie die tierischen Produkte durch ein pflanzliches Lebensmittel, z. B. Tofu, ersetzen.
Bei einer gesunden Ernährung kommt es nicht nur darauf an, was wir essen – auch die Menge spielt eine Rolle. Portionen sollten groß genug sein, dass Sie davon satt werden. Wer über längere Zeit größere Portionen isst, als er benötigt, kann zunehmen und übergewichtig werden.
Bei vielen Lebensmitteln lässt sich die richtige Portionsgröße ganz einfach mit den Händen abmessen. Die eigene Hand passt in der Regel gut zur eigenen Körpergröße und zum persönlichen Energiebedarf. Die folgende Grafik bietet einen Überblick über Portionsgrößen für verschiedene Lebensmittelgruppen.
Menschen mit einem gesunden Körpergewicht müssen normalerweise keine Kalorien zählen. Wer auf gesunde Ernährung und geeignete Portionsgrößen achtet, nimmt in der Regel auch die richtige Menge an Kalorien zu sich. Wenn Sie zunehmen oder abnehmen möchten, können Sie mit unserem Rechner Ihren Kalorienbedarf ermitteln und Ihre Kalorienaufnahme entsprechend im Blick behalten.
Kommt es vor, dass Sie Ihr Mittagessen schnell zwischen zwei Terminen verschlingen? Oder dass Sie abends vor dem Fernseher essen? Fachleute raten davon ab und empfehlen stattdessen, sich Zeit zu nehmen, damit man sein Essen genießen kann. Bewusstes Essen soll die Aufmerksamkeit für sich selbst und die Mahlzeit auf dem Teller steigern. So soll man Hunger besser von anderen Gefühlen wie Langeweile, Einsamkeit, Wut und Frust unterscheiden können. Sie können nämlich dazu führen, dass wir essen, obwohl wir gar keinen Hunger haben.
Es gibt keine einheitliche Empfehlung dazu, wie häufig oder zu welchen Tageszeiten man essen sollte. Die meisten Empfehlungen gehen von drei Hauptmahlzeiten – Frühstück, Mittag- und Abendessen – sowie je einem Snack am Vor- und Nachmittag aus. Sie müssen sich aber nicht daran halten. Manche Menschen bevorzugen zwei bis drei größere Mahlzeiten am Tag und halten dafür länger Pause zwischen den Mahlzeiten. Andere essen lieber kleinere Mengen und dafür häufiger. Richten Sie sich nach Ihrem persönlichen Hungergefühl und Tagesablauf.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, Mahlzeiten als Pause zu nutzen. Wer sein Essen langsam genießt, fördert die Entspannung und hilft dabei, Hunger und Sättigung besser einzuschätzen. Wer schnell isst, bemerkt oft nicht, dass er schon genug gegessen hat. Denn das Sättigungsgefühl setzt erst nach 15 bis 20 Minuten ein.
Während der Arbeit ist es nicht immer leicht, sich gesund zu ernähren. Manchmal fehlt es an gesunden Essensangeboten. Aber auch Stress oder Heißhunger können uns dazu treiben, mehr zu essen, als wir eigentlich möchten. Doch man kann etwas dagegen tun.
Grundsätzlich gibt es bei gesunder Ernährung keine Verbote. Dennoch gibt es Lebensmittel, die für die Gesundheit nicht förderlich sind. Dazu gehören:
Für diese Lebensmittel gilt: Je weniger Sie davon essen, desto besser. Doch das ist gar nicht so leicht. Denn den meisten Menschen schmecken diese Lebensmittel sehr gut und ein kompletter Verzicht ist für die meisten nicht vorstellbar. Gönnen Sie sich deshalb Ausnahmen, entscheiden Sie sich aber bewusst dafür.

Verschiedene Ernährungstrends setzen auf eine komplett zuckerfreie Ernährung. Tatsächlich rät die Weltgesundheitsorganisation in Hinblick auf eine gesunde Ernährung dazu, nicht mehr als 50 Gramm freien Zucker pro Tag zu essen. Freier Zucker ist z. B. der Zucker, mit dem man den Kaffee süßt. Aber auch Honig, Sirup oder Säfte zählen dazu. Nicht gemeint ist der Zucker, der natürlicherweise in Gemüse, Obst und Milchprodukten vorkommt.
Zuckerhaltige Lebensmittel wie Süßigkeiten, Kuchen oder Desserts enthalten meist wenig Nährstoffe, dafür aber viele Kalorien. Zu viel Zucker erhöht das Risiko für verschiedene Krankheiten wie Karies, Fettleibigkeit oder Diabetes. Wer regelmäßig viel Zucker isst, bekommt nach einer Mahlzeit schneller wieder Hunger und isst mehr, als er eigentlich braucht. Zudem löst der Zucker Glücksgefühle im Gehirn aus: Das verstärkt den Appetit auf noch mehr Zucker.
Sie müssen sich deshalb aber nicht komplett zuckerfrei ernähren. Kleine Mengen an Süßigkeiten lassen sich mit einer gesunden Ernährung durchaus vereinbaren.
Nutzen Sie die Nährwerttabelle auf der Verpackung, um Zucker in Lebensmitteln zu erkennen.

Fett gehört zu einer gesunden Ernährung. Allerdings sind Fette auch sehr kalorienreich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, bis zu 30 Prozent des eigenen Energiebedarfs über Fett aufzunehmen. Bei einer Frau mit einem Energiebedarf von 2.000 Kilokalorien wären das 70 Gramm Fett am Tag. Damit sind nicht nur Butter oder Öl zum Braten gemeint, sondern auch „versteckte Fette“ in Wurst, Backwaren, Süßigkeiten, Fertiggerichten oder Fast Food.
Öle und Fette enthalten Fettsäuren. Sie liefern Energie und erfüllen viele wichtige Funktionen im Körper. Pflanzliche Öle, Nüsse und fettreiche Fische sind reich an ungesättigten Fettsäuren. Vor allem für das Herz ist diese Art von Fett gesund. Butter, Käse, Wurst, Kokosöl oder Palmöl erhalten überwiegend gesättigte Fettsäuren. Von diesen Fetten soll im Rahmen einer gesunden Ernährung eher wenig gegessen werden.

Der Körper benötigt Salz zum Leben. Zu viel Salz kann uns allerdings krank machen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät dazu, nicht mehr als 6 Gramm Salz pro Tag zu essen. Das entspricht etwa einem Teelöffel. Die Weltgesundheitsorganisation setzt die Höchstgrenze sogar bei 5 Gramm Salz an. In vielen verarbeiteten Lebensmitteln ist Salz versteckt, etwa in Brot, Käse, Fleisch, Wurst oder Fertigprodukten. Deshalb kann man leicht den Überblick verlieren, wie viel Salz man eigentlich isst. Bei verpackten Lebensmitteln lesen Sie die Angaben zum Salzgehalt auf der Rückseite der Verpackung.
Mit unserem Salzrechner finden Sie heraus, wie viel Salz in Lebensmitteln steckt.

Ob als Zwischenmahlzeit oder Knabberei zum Fernsehabend – Snacks gehören für die meisten Menschen zur Ernährung dazu. Wenn der Snack gesund sein soll, entscheiden Sie sich am besten für Lebensmittel mit wenig Fett, Zucker und Salz. Dazu zählt zum Beispiel Folgendes:
Der Körper braucht täglich etwa 30 bis 40 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Einen Teil davon nimmt man über die Nahrung zu sich. So enthalten zum Beispiel Obst und Gemüse Wasser. Zusätzlich müssen wir Wasser trinken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt rund 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag zu trinken. Mehr Wasser benötigt der Körper, wenn wir viel schwitzen, zum Beispiel bei Hitze oder beim Sport.
Für eine gesunde Ernährung eignen sich Mineralwasser, Leitungswasser, Kräutertee oder Früchtetee. Auch Saftschorlen aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Wasser sind gesunde Getränke. Reine Säfte, Softdrinks oder Energydrinks enthalten viel Zucker und gehören deshalb nicht zu den gesunden Getränken. Auch alkoholische Getränke werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nicht empfohlen.
Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.
Bundeszentrum für Ernährung (BzfE). Ernährungspyramide: Wieviel esse ich wovon? Die Hand als Maß für die Portionsgröße; 2024. Verfügbar unter: https://www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/ernaehrungspyramide/wieviel-esse-ich-wovon [10.11.2025].
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). DGE-Ernährungskreis; 2024; letzte Aktualisierung: 24.06.2025. Verfügbar unter: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/ [24.06.2025].
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Nährstoffe – Bausteine für Ihre Gesundheit. 7. Aufl. Bonn: DGE; 2024.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen. 1. Auflage. Bonn: DGE; 2025.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Gut essen und trinken; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/ [28.11.2025].
Huang Y, Chen Z, Chen B et al. Dietary sugar consumption and health: Umbrella review. BMJ 2023; 381:e071609. doi: 10.1136/bmj-2022-071609.
Mathias D. Fit und gesund von 1 bis Hundert: Ernährung und Bewegung: Aktuelles medizinisches Wissen zur Gesundheit. 4., vollständig aktualisierte und erweiterte Auflage. Berlin: Springer; 2018.
Stehle P, Ellinger S. Einführung in die Humanernährung: Physiologische Grundlagen, Nährstoffe, Ernährungsformen (Lehrbuch). Berlin, Heidelberg: Springer Spektrum; 2024.
Verbraucherzentrale. Welche Öle und Fette zum Braten?; 2025; letzte Aktualisierung: 24.06.2025. Verfügbar unter: https://www.lebensmittel-forum.de/faq/lebensmittel/welche-oele-und-fette-zum-braten-60308 [24.06.2025].
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Erstellt am: 17.12.2025