Die südamerikanische Quinoa trendet hierzulande als Superfood. Ist Quinoa wirklich so gesund, wie man ihr nachsagt? Und braucht man sie für eine gesunde Ernährung?
Aufgrund folgender Eigenschaften gilt Quinoa als gesund:
Zu den Effekten der sekundären Pflanzenstoffe gibt es allerdings kaum aussagekräftige Studien. Ein Großteil dieser Untersuchungen stützt sich auf Labor- oder Tierversuche. Diese zeigen zwar vielversprechende Ergebnisse bei oxidativem Stress, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungen oder sogar Krebs. Es lassen sich daraus aber nur sehr begrenzt Schlussfolgerungen auf die Wirkung im menschlichen Körper ziehen. Belastbare, langfristige und große klinische Studien sind wie bei vielen anderen „Superfoods“ derzeit noch rar oder gar nicht vorhanden.
Quinoa enthält viele wertvolle Nährstoffe und bietet sich deshalb als Teil einer gesunden Ernährung an. Da Quinoa überwiegend in Südamerika angebaut wird und über weite Strecken bis nach Europa transportiert werden muss, schneidet sie in Sachen Nachhaltigkeit eher schlecht ab. Durch die erhöhte Nachfrage aus Europa könnten die Preise für Quinoa in den Anbauländern steigen, was zu einer Mehrbelastung für die dort lebenden Menschen führt.
Die angeblichen gesundheitsfördernden Wirkungen von Quinoa sind derzeit nicht wissenschaftlich belegt. Die enthaltenen Nährstoffe lassen sich bei einer ausgewogenen Ernährung auch über andere Lebensmittel aufnehmen.
Eine proteinreiche heimische Quinoa-Alternative ist Hirse. So versorgen 100 Gramm rohe Hirse den Körper mit 11,8 Gramm Eiweiß. Hirse enthält außerdem wichtige Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann.
Rohe Quinoa enthält pro 100 Gramm 361 Kilokalorien.
100 Gramm rohe Quinoa enthalten knapp 60 Gramm Kohlenhydrate. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass die Hälfte des täglichen Energiebedarfs über Kohlenhydrate gedeckt werden sollte.
Rohe Quinoa enthält pro 100 Gramm 12,6 Gramm Protein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen täglich 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu essen. Ältere Menschen ab 65 Jahren sollen sogar 1 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich nehmen.
Quinoa ist ein Pseudogetreide und von Natur aus glutenfrei. Für Menschen, die kein Gluten vertragen, bietet es eine hochwertige Alternative zu herkömmlichen Getreiden.
Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.
Agarwal A, Rizwana, Tripathi AD, Kumar T, Sharma KP, Patel SKS. Nutritional and functional new perspectives and potential health benefits of quinoa and chia seeds. Antioxidants (Basel) 2023; 12(7). doi: 10.3390/antiox12071413.
Ahmad J, Khan I, Manzoor A et al. Quinoa: An underutilized pseudocereal with promising health and industrial benefits. J Agric Food Chem 2025; 73(24):14722–41. doi: 10.1021/acs.jafc.5c02291.
Angeli V, Miguel Silva P, Crispim Massuela D et al. Quinoa (Chenopodium quinoa Willd.): An overview of the potentials of the „golden grain“ and socio-economic and environmental aspects of its cultivation and marketization. Foods 2020; 9(2). doi: 10.3390/foods9020216.
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Themenseite Super(?)foods; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Service/01_Infothek/07_themen/superfoods/superfoods_node.html [15.05.2026].
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Referenzwerte; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/ [15.05.2026].
Max Rubner-Institut. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS): Hirse roh; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://blsdb.de/food?foodId=38126&token=E0GA-UI3W-4YRI-DRPE-9WDO-PHX0-WIS0-F9J7 [15.05.2026].
Max Rubner-Institut. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS): Quinoa weiß, roh; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://blsdb.de/food?foodId=38115&token=9T33-RUTV-3TEQ-LMX5-D2UW-MTTG-ZTX9-POXE [15.05.2026].
Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.
Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.
Die Stiftung Gesundheitswissen hat das Ziel, verlässliches Gesundheitswissen in der Bevölkerung zu stärken. Die an der Erstellung unserer Angebote beteiligten Personen haben keine Interessenkonflikte, die eine unabhängige und neutrale Informationsvermittlung beeinflussen.
Weitere Hinweise zum Umgang mit Interessenkonflikten finden Sie hier.
Alle unsere Angebote beruhen auf den derzeit besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie stellen keine endgültige Bewertung dar und sind keine Empfehlungen.
Weitere wichtige Hinweise zu unseren Angeboten finden Sie hier.
Aktualisiert am: 23.06.2026