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Gesunde Ernährung

Ist Quinoa gesund?

Die südamerikanische Quinoa trendet hierzulande als Superfood. Ist Quinoa wirklich so gesund, wie man ihr nachsagt? Und braucht man sie für eine gesunde Ernährung?

Warum gilt Quinoa als gesund?

Welche Nährwerte hat Quinoa?

Was weiß man über die gesundheitsfördernde Wirkung von Quinoa?

Aufgrund folgender Eigenschaften gilt Quinoa als gesund:

  • Quinoa enthält viel Eiweiß und außerdem ausreichend von allen neun Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Das ist für pflanzliche Lebensmittel selten.
  • Quinoa enthält hohe Mengen an Eisen und Kalzium. Diese tragen unter anderem zum Energiestoffwechsel und zur Blutbildung bei.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe sollen vor reaktiven Sauerstoffverbindungen (freien Radikalen) schützen und weitere gesundheitsfördernde Wirkungen haben.
  • Für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit ist Quinoa eine hochwertige glutenfreie Alternative zu herkömmlichen Getreiden.

Zu den Effekten der sekundären Pflanzenstoffe gibt es allerdings kaum aussagekräftige Studien. Ein Großteil dieser Untersuchungen stützt sich auf Labor- oder Tierversuche. Diese zeigen zwar vielversprechende Ergebnisse bei oxidativem Stress, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungen oder sogar Krebs. Es lassen sich daraus aber nur sehr begrenzt Schlussfolgerungen auf die Wirkung im menschlichen Körper ziehen. Belastbare, langfristige und große klinische Studien sind wie bei vielen anderen „Superfoods“ derzeit noch rar oder gar nicht vorhanden.

Brauche ich Quinoa für eine gesunde Ernährung?

Quinoa enthält viele wertvolle Nährstoffe und bietet sich deshalb als Teil einer gesunden Ernährung an. Da Quinoa überwiegend in Südamerika angebaut wird und über weite Strecken bis nach Europa transportiert werden muss, schneidet sie in Sachen Nachhaltigkeit eher schlecht ab. Durch die erhöhte Nachfrage aus Europa könnten die Preise für Quinoa in den Anbauländern steigen, was zu einer Mehrbelastung für die dort lebenden Menschen führt.

Die angeblichen gesundheitsfördernden Wirkungen von Quinoa sind derzeit nicht wissenschaftlich belegt. Die enthaltenen Nährstoffe lassen sich bei einer ausgewogenen Ernährung auch über andere Lebensmittel aufnehmen.

Lebensmittel als Ersatz für Quinoa

Was kann ich anstelle von Quinoa essen?

Eine proteinreiche heimische Quinoa-Alternative ist Hirse. So versorgen 100 Gramm rohe Hirse den Körper mit 11,8 Gramm Eiweiß. Hirse enthält außerdem wichtige Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann.

Häufige Fragen zu Quinoa

Wie viel Kalorien hat Quinoa?

Rohe Quinoa enthält pro 100 Gramm 361 Kilokalorien.

Enthält Quinoa Kohlenhydrate?

100 Gramm rohe Quinoa enthalten knapp 60 Gramm Kohlenhydrate. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass die Hälfte des täglichen Energiebedarfs über Kohlenhydrate gedeckt werden sollte.

Wie viel Protein steckt in Quinoa?

Rohe Quinoa enthält pro 100 Gramm 12,6 Gramm Protein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen täglich 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu essen. Ältere Menschen ab 65 Jahren sollen sogar 1 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich nehmen.

Ist Quinoa glutenfrei?

Quinoa ist ein Pseudogetreide und von Natur aus glutenfrei. Für Menschen, die kein Gluten vertragen, bietet es eine hochwertige Alternative zu herkömmlichen Getreiden.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Agarwal A, Rizwana, Tripathi AD, Kumar T, Sharma KP, Patel SKS. Nutritional and functional new perspectives and potential health benefits of quinoa and chia seeds. Antioxidants (Basel) 2023; 12(7). doi: 10.3390/antiox12071413.

Ahmad J, Khan I, Manzoor A et al. Quinoa: An underutilized pseudocereal with promising health and industrial benefits. J Agric Food Chem 2025; 73(24):14722–41. doi: 10.1021/acs.jafc.5c02291.

Angeli V, Miguel Silva P, Crispim Massuela D et al. Quinoa (Chenopodium quinoa Willd.): An overview of the potentials of the „golden grain“ and socio-economic and environmental aspects of its cultivation and marketization. Foods 2020; 9(2). doi: 10.3390/foods9020216.

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Themenseite Super(?)foods; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Service/01_Infothek/07_themen/superfoods/superfoods_node.html [15.05.2026].

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Referenzwerte; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/ [15.05.2026].

Max Rubner-Institut. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS): Hirse roh; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://blsdb.de/food?foodId=38126&token=E0GA-UI3W-4YRI-DRPE-9WDO-PHX0-WIS0-F9J7 [15.05.2026].

Max Rubner-Institut. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS): Quinoa weiß, roh; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://blsdb.de/food?foodId=38115&token=9T33-RUTV-3TEQ-LMX5-D2UW-MTTG-ZTX9-POXE [15.05.2026].

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Dr. Pia Gamradt
Dr. Pia Gamradt

Dr. Pia Gamradt

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Dr. Pia Gamradt ist studierte Biologin mit Schwerpunkt immunologische Grundlagenforschung. Für die Stiftung erstellt sie wissenschaftliche Inhalte für multimediale Informationsangebote und unterstützt bei wissenschaftlichen Projekten.
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. med. Dagmar Lühmann
Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Medizin an der Universität zu Lübeck. Nach dem Examen arbeitete sie als Assistenzärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie und promovierte dort zum Thema "Auswirkungen von Quecksilberexposition auf das menschliche Immunsystem". Später arbeitete sie am Institut für Sozialmedizin an der Universität zu Lübeck mit dem Schwerpunkt evidenzbasierte Medizin und Bewertung von medizinischen Verfahren (Health Technology Assessment). Seit 2013 ist sie als Forschungskoordinatorin am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig.
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Edris Nury
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Edris Nury

Edris Nury absolvierte ein Bachelorstudium in Medizin am Universitätsklinikum Utrecht in den Niederlanden und erwarb anschließend einen Masterabschluss in Health Sciences mit dem Schwerpunkt International Public Health an der Freien Universität Amsterdam. Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Athena Institute der Freien Universität Amsterdam tätig. Dort wirkte er in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der qualitativen Forschung und der Patientenbeteiligung mit. Später wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Nach seiner Zeit in der Klinik für Palliativmedizin konzentrierte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evidenz in der Medizin (für die Cochrane Deutschland Stiftung) am Universitätsklinikum Freiburg auf quantitative Forschungsmethoden, auf die Erstellung und methodische Forschung zu Evidenzsynthesen sowie auf die kritische Bewertung von Evidenz (u.a. nach GRADE-Methodologie). Seit November 2021 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf tätig. Seine aktuellen Schwerpunkte liegen in der Durchführung systematischer Literaturrecherchen, in der Erstellung von Evidenzsynthesen und in der kritischen Bewertung von Evidenz.
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Anja Rakebrandt
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Anja Rakebrandt

Anja Rakebrandt hat Medizinische Dokumentation studiert. Seit 2012 ist sie in unterschiedlichen Bereichen der Versorgungsforschung am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig. Derzeit liegt ihr Schwerpunkt auf systematischen Literaturrecherchen und Evidenzsynthesen.
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MMSc Christopher Jäger
Profilbild MMsc Christopher Jäger

MMSc Christopher Jäger

Christopher Jäger absolvierte ein Studium der Humanbiologie und einen Masterstudiengang in Globaler Gesundheit in Kopenhagen und Maastricht. Nach den Abschlüssen arbeitete er als Projektmitarbeitender bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Projekten zu Klimaschutz und Gesundheitsversorgung. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte er Erfahrungen und Eindrücke nationaler und lokaler Gesundheitsversorgung in Afrika, Südamerika und dem mittleren Osten sammeln. 2021 zog es ihn zum Medizinstudium nach Hamburg, wo er zunächst als wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe „Gesundheitskommunikation“ am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin mitarbeitete und ab 2023 als wissenschaftlicher Mitarbeitender in der Arbeitsgruppe „Evidenzbasierte Medizin“ am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig ist.

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Aktualisiert am: 23.06.2026