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Gesunde Ernährung

Ist die ketogene Diät gesund?

Die ketogene Diät soll uns schlanker und gesünder machen. Stimmt das? In diesem Artikel erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile eine ketogene Ernährung für die Gesundheit hat.

Was ist die Keto-Diät?

Die ketogene Diät wird gerne als natürliche und gesunde Ernährungsform beworben. Es handelt sich um eine Diät, bei der man sehr wenig Kohlenhydrate zu sich nimmt. Diese stecken zum Beispiel in Kartoffeln und Getreideprodukten wie Brot, Nudeln oder Haferflocken. Auch Zucker gehört zu den Kohlenhydraten. Ziel der ketogenen Diät ist es, den Stoffwechsel in den Zustand der Ketose zu bringen: Essen wir über längere Zeit keine Kohlenhydrate, bildet die Leber aus Fetten eine Verbindung namens Ketonkörper. Diese kann der Körper als neue Energiequelle nutzen.

Keto-Diät: Was darf man essen?

Bei der ketogenen Diät isst man hauptsächlich fett- und eiweißreiche Lebensmittel, die möglichst keinen Zucker enthalten.

Folgende Lebensmittel sind bei Keto erlaubt:

  • pflanzliche Öle und Fette
  • fettreicher Fisch wie Lachs, Hering, Makrele
  • fettreiches Fleisch wie Schweinehack, Speck, Nackensteak
  • Milchprodukte wie Camembert, Parmesan, Mozzarella, Butter, Schmalz und Sahne
  • Fleischalternativen wie Tofu, Tempeh, gelegentlich Lupine
  • kohlenhydratarmes Gemüse wie Blumenkohl, Zucchini, Brokkoli
  • zuckerarmes Obst wie Erdbeeren, Himbeeren, Wassermelone
  • Eier
  • pflanzliche Lebensmittel wie Avocados, Salate, Pilze, Nüsse und Samen
  • Wasser

Was darf man bei Keto nicht essen?

Bei der ketogenen Diät sollte man möglichst auf Kohlenhydrate verzichten. Zu viele Kohlenhydrate verhindern, dass der Stoffwechsel sich auf Ketose umstellt.

Bei ketogener Diät sind diese Lebensmittel verboten:

  • Gezuckerte Softdrinks, Fruchtsäfte
  • Zucker (Süßstoffe wie Erythrit, Stevia oder Xylit sind in kleinen Mengen erlaubt)
  • Süßigkeiten
  • Getreideprodukte wie Brot, Nudeln, Reis, Müsli
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen
  • stärkereiches Gemüse wie Kartoffeln
  • Obst mit hohem Zuckergehalt wie Weintrauben, Ananas, Kirschen
  • Alkohol
  • Fertigprodukte wie Pizza, Ketchup

Wie viele Kohlenhydrate bei Keto sind erlaubt?

Der Anteil an Kohlenhydraten sollte bei ketogener Diät 5 bis höchstens 10 Prozent betragen. Bei einem täglichen Energiebedarf von 2000 Kilokalorien wären das 20 bis 50 Gramm Kohlenhydrate.

Was ist der Unterschied zwischen Keto-Diät und Low Carb?

Auch bei der Low-Carb-Diät verzichtet man auf Kohlenhydrate, um abzunehmen. Allerdings gibt es keine strengen Grenzwerte, sodass man flexibel entscheiden kann, die Diät auch mal einen Tag auszusetzen. Bei ketogener Diät vermeidet man Kohlenhydrate sehr strikt, weil der Stoffwechsel sonst nicht auf Ketose umstellt. Die ketogene Diät ist also eine extreme Form von Low-Carb-Diät.

Vor- und Nachteile ketogene Diät

Abnehmen, Blutzucker senken und sogar Krankheiten heilen: In den sozialen Medien und auf vielen Websites werden zahlreiche Vorteile der ketogenen Diät beworben. Zum Teil werden auch Studien benannt, die diese vermeintlichen Vorteile belegen sollen. Tatsächlich ist aber weitgehend unklar, ob die ketogene Diät wirklich gesünder ist – also Krankheiten verhindern oder das Leben verlängern kann.

Einige wichtige Erkenntnisse aus Studien haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Abnehmen mit ketogener Diät

Sobald sich der Stoffwechsel im Zustand der Ketose befindet, soll der Körper seine eigenen Fettreserven als Energiequelle nutzen. Dadurch verliert man angeblich sehr schnell Gewicht.

In Studien nahmen Teilnehmende mit der ketogenen Diät tatsächlich in kurzer Zeit stark ab. Allerdings gelang es ihnen nicht, das neue Gewicht langfristig zu halten. Außerdem traten Komplikationen auf, darunter Austrocknung, Elektrolytstörungen und niedriger Blutzucker. Menschen mussten deshalb in die Notaufnahme und ins Krankenhaus eingewiesen werden.

Ketogene Ernährung bei Epilepsie

Bei Kindern mit Epilepsie, die nicht ausreichend auf Medikamente ansprechen, ist die ketogene Diät seit den 1920er-Jahren eine anerkannte Behandlung. Studien zeigen, dass bei ketogener Ernährung weniger epileptische Anfälle auftreten. Wie dies genau funktioniert, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Verschiedene Forschungsprojekte untersuchen derzeit, ob die ketogene Diät auch bei Adipositas, Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs, Alzheimer oder Parkinson hilft.

Selbst wenn die ketogene Diät sich günstig auf diese Erkrankungen auswirkt, bedeutet das aber nicht, dass sie auch für gesunde Menschen empfehlenswert ist. Wenn Sie eine ketogene Diät ausprobieren möchten, sollten Sie sich von einer Ärztin oder einem Ernährungstherapeuten begleiten lassen.

Keto: Nebenwirkungen der Ernährungsumstellung

Eine kurzfristige und meistens leichte Nebenwirkung der ketogenen Diät ist die Keto-Grippe: Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Schlaflosigkeit, weniger Energie und Verstopfung. Diese Symptome klingen innerhalb weniger Tage bis Wochen ab.

Schwerwiegendere und langfristige mögliche Keto-Nebenwirkungen sind:

  • Verstopfung, Durchfall oder Blähungen
  • Nierensteine
  • Herzerkrankungen
  • Muskelschwund
  • Abnahme der Gehirnfunktionen

Ketogene Diät und Mangelerscheinungen

Die ketogene Diät macht sehr strenge Vorgaben, was man essen darf und was nicht. Der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel kann zu einem Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen führen.

Ist Keto gesund?

Die ketogene Diät entspricht keiner gesunden Ernährung, wie sie zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen wird. Die DGE rät, mindestens 50 Prozent des täglichen Energiebedarfs über Kohlenhydrate zu beziehen. Bei der ketogenen Diät sind es weniger als 10 Prozent. Das Gehirn, Nerven und Nieren benötigen Kohlenhydrate, um richtig zu funktionieren. Und auch die Muskeln sind darauf angewiesen: Ein dauerhafter Verzicht auf Kohlenhydrate kann zu Muskelabbau führen.

Bei der ketogenen Diät isst man weniger Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Ballaststoffe, als die DGE empfiehlt. Dadurch steigt das Risiko für Mangelerscheinungen. Dagegen ist der Anteil an Fleisch und Milchprodukten erhöht. So nimmt man mehr gesättigte Fettsäuren auf, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern.

Trend-Diäten

Warum sind Trend-Diäten nicht gesund?

Die ketogene Diät ist eine Trend-Diät. Bei einem Trend werden bestimmte Ernährungsregeln verbreitet, die sehr schnellen Gewichtsverlust versprechen. Sie geben sehr strenge Regeln vor, was man essen darf und was nicht. Dementsprechend hält man sie normalerweise nicht lange durch. Wenn man durch die Diät tatsächlich abgenommen hat, nimmt man das verlorene Gewicht häufig schnell wieder zu, sobald die Diät beendet ist. Für die meisten Modediäten gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Viele von ihnen führen langfristig zu Mangelerscheinungen, weil der Körper nicht genug Nährstoffe bekommt. In jedem Fall sind sie kein Ersatz für eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

Wofür sind Diäten gut?

Eine Diät im ursprünglichen Sinne ist eine Ernährungsform, die Krankheiten vorbeugen oder behandeln soll. Sie ist für Menschen gedacht, die aufgrund einer Krankheit eine besondere Ernährung brauchen. So ist es z. B. für Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten sinnvoll, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

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Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Jochen Randig
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Senior-Multimedia-Producer / Fachleitung multimediale Formate
Jochen Randig ist Kommunikationswissenschaftler mit Schwerpunkt Bewegtbild. Für die Stiftung konzipiert er multimediale Formate und ist für die Qualitätssicherung und Dienstleistersteuerung in diesem Bereich zuständig.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Michael Mibs
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Michael Mibs

Referent Evidenzbasierte Medizin
Michael Mibs ist studierter Gesundheitswissenschaftler und Soziologe. Für die Stiftung erarbeitet er Inhalte für multimediale Informationsangebote auf Basis der Methoden der evidenzbasierten Medizin und konzipiert Analysen mit Bezug zur klinischen Versorgung.

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Erstellt am: 17.12.2025