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Gesunde Ernährung

Ist Milch gesund?

Milch gilt seit Generationen als wichtiges Grundnahrungsmittel. Doch immer wieder liest man auch, dass sie krank machen soll. Was stimmt? Und kann man auf Milch verzichten?

Milch: Nährwerte und Inhaltsstoffe

Welche Nährstoffe enthält Milch?

Milch ist ein sehr nährstoffreiches Lebensmittel. Sie liefert dem Körper neben Protein, Kohlenhydraten und Fett auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe.

Durchschnittlich finden sich pro 100 Milliliter 3,49 Gramm Proteine in Milch. Diese liefern uns essenzielle Aminosäuren – lebenswichtige Bausteine, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Bei den Kohlenhydraten in Milch handelt es sich hauptsächlich um Milchzucker (Laktose). Pro 100 Milliliter sind durchschnittlich 4,77 Gramm enthalten. Kuhmilch enthält auch Fett mit einem Durchschnitt von 1,91 g pro 100 ml, wovon 1,23 g gesättigte Fettsäuren sind. 

Milch ist außerdem die wichtigste Calcium-Quelle in Deutschland: 124,40 Milligramm dieses Knochenbaustoffs stecken in 100 Millilitern. Zudem liefert sie Jod, ein wesentliches Element für die Schilddrüse. Abgerundet wird das Nährstoffpaket durch die Vitamine B2 und B12, die unter anderem für den Energiestoffwechsel und die Nerven wichtig sind, sowie Zink.

Fett in Milch

Fett bildet winzige Tröpfchen in der Milch. Jedes dieser Tröpfchen ist von einer speziellen Hülle umgeben, der sogenannten Milchfett-Kügelchen-Membran. Unter Fachleuten wird diskutiert, ob diese Membran sich günstig auf die Gesundheit von Säuglingen und Erwachsenen auswirken kann. Sie wird mit Vorteilen für das Immunsystem, den Magen-Darm-Trakt, die Blutfettwerte sowie für die Gehirnentwicklung und die geistigen Fähigkeiten in Verbindung gebracht.

Die Fettstufe bestimmt, wie viele Kalorien in der Milch stecken. Für eine kalorienärmere Ernährung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fettarme Milchprodukte wie Magerquark, Milch und Joghurt mit 1,5 Prozent Fett oder Schnittkäse mit 30 Prozent Fett.

Kuhmilch enthält bestimmte Fettsäuren, aus denen der Körper wichtige Botenstoffe wie Eicosanoide und Prostaglandine herstellt. Welche und wie viele Fettsäuren wir mit einem Glas Milch aufnehmen, hängt stark davon ab, wie die Kühe gehalten und gefüttert werden: Bio-Milch enthält in der Regel mehr gesunde Fettsäuren als Milch aus konventioneller Landwirtschaft.

Warum ist Milch gesund?

Wie nützt Milch der Gesundheit?

Die Nährstoffe in Milch erfüllen viele wichtige Aufgaben im Körper:

  • Calcium und Proteine in Milch fördern die Stabilität und Gesundheit der Knochen.
  • Vitamin B12 ist unverzichtbar für die Blutbildung, schützt die Nervenzellen und unterstützt die Zellteilung.
  • Vitamin B2 hilft dem Körper dabei, Energie aus der Nahrung zu gewinnen. Zudem stärkt es die Haut sowie die Schleimhäute und unterstützt die normale Funktion des Nervensystems.
  • Jod benötigt die Schilddrüse, um Hormone herzustellen. Diese Hormone steuern den Stoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems. Eine gute Jodversorgung sichert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und beugt Entwicklungsstörungen bei Kindern vor. 

Studien zeigen: Wer regelmäßig Milch trinkt oder Milchprodukte zu sich nimmt, hat wahrscheinlich ein geringeres Risiko für Krankheiten wie

Wie viel Milch am Tag ist gesund?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich zwei Portionen Milch oder Milchprodukte zu verzehren, z. B.

  • 2 Gläser Milch (je 250 Milliliter)
  • 2 Scheiben Käse (je 30 Gramm)

Wie kann ich mich gesund ernähren?

Sie möchten sich gesünder ernähren, wissen aber nicht wie? Auf dieser Seite finden Sie einfache Grundregeln, die Sie sofort umsetzen können.

Warum ist Milch ungesund für Erwachsene?

Ist Milch schlecht für die Verdauung?

Obwohl Milch viele wertvolle Nährstoffe liefert, verträgt nicht jeder Mensch sie gleich gut. Tatsächlich gehören Milch und daraus hergestellte Produkte zu den häufigsten Auslösern von Allergien und Unverträglichkeiten, wie z. B einer Milcheiweiß-Allergie.

Der häufigste Grund für Beschwerden ist die Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktoseintoleranz). Babys vertragen Milchzucker grundsätzlich gut. Mit zunehmenden Alter jedoch kann die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen, verloren gehen: Etwa ein Fünftel der Erwachsenen verliert die Eigenschaft, das Enzym Laktase zu produzieren. Laktase sorgt normalerweise dafür, dass Milchzucker im Darm in Glukose und Galaktose gespalten wird.

Ohne Laktase wird die Laktose im Darm von Bakterien verstoffwechselt. Dadurch entstehen vermehrt Gase wie Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff. Diese können zu Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall führen. Aber nicht alle Betroffenen entwickeln Symptome und bis zu 200 ml Milch werden in der Regel gut vertragen. Nur 0,5 Prozent der Menschen in Europa haben eine echte Milchallergie.

Ist Milch krebserregend?

Studien liefern bisher keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob Milch die Entstehung von Krebs fördert oder im Gegenteil sogar vor Krebserkrankungen schützen kann. Die Ergebnisse fallen sehr unterschiedlich aus und sind insgesamt wenig aussagekräftig. Die Studienlage deutet an, dass Milch vor Darmkrebs schützen könnte.

Dagegen wird hoher Milchkonsum von mehr als einem Liter Milch pro Tag mit einem leicht erhöhten Vorkommen von Prostatakrebs in Verbindung gebracht.

Ist Milch entzündungsfördernd?

Milch wird teilweise als entzündungsfördernd bezeichnet. Studien, die Entzündungsfaktoren bei hohem Milchkonsum im Vergleich zu niedrigem Milchkonsum untersucht haben, konnten jedoch keine bedeutenden Unterschiede feststellen.

Macht Milch müde?

Milch kann Aminosäuren und Hormone wie Tryptophan und Melatonin enthalten. Diese spielen auch eine Rolle für den Schlaf-Wach-Rhythmus. Milchkonsum scheint die Schlafqualität zu fördern, wie Studien zeigen. Bisher ist noch nicht eindeutig bestätigt, ob die Milch der Grund für schnelleres Einschlafen ist.
 

Fragen zu Milch

Ist Rohmilch gesund für Erwachsene?

Rohmilch nennt man die Milch, die direkt aus dem Euter kommt. Sie wird nach dem Melken nicht weiter behandelt und maximal auf 40 °C erhitzt. Deshalb können Rohmilchprodukte Krankheitserreger wie Listerien oder Toxoplasmose enthalten. Insbesondere Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten deshalb auf Rohmilch verzichten. Für sie bieten sich z. B. pasteurisierte Milchprodukte an.

Kann man Milch auch weglassen?

Milch ist kein unverzichtbares Lebensmittel. Wer aus ethischen, gesundheitlichen oder geschmacklichen Gründen auf Milch verzichten möchte, sollte darauf achten, Calcium, Jod, Vitamin B₂ und B₁₂ sowie Eiweiß über andere Lebensmittel oder angereicherte Milchalternativen aufzunehmen.

Ist fettarme Milch gesünder als Vollmilch?

Vollmilch enthält mehr gesunde Fettsäuren und fettlösliche Vitamine als fettarme Milch. Sie ist jedoch auch deutlich kalorienreicher. Wer abnehmen möchte, sollte also fettarme Milchprodukte bevorzugen.

Ist Hafermilch gesund?

Pflanzliche Milchalternative wie Hafermilch enthalten nicht dieselben Nährstoffe wie Kuhmilch. Von Haus aus enthalten diese Ersatzprodukte keine oder nur wenige Mengen der milchtypischen Nährstoffe Calcium, Jod, Vitamin B2 und Vitamin B12. Außerdem enthält pflanzliche Milch weniger Protein. Viele Nährstoffe können der Pflanzenmilch nachträglich hinzugesetzt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung weist darauf hin, dass diese Getränke nur dann ein vollwertiger Ersatz für Kuhmilch sind, wenn sie gezielt mit diesen Nährstoffen angereichert werden. Wer pflanzliche Milchersatzprodukte bevorzugt, sollte demnach die Nährstoffangaben auf der Verpackung prüfen, um ein möglichst gleichwertiges Ersatzprodukt zu erhalten.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

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Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Jochen Randig
Jochen Randig

Jochen Randig

Senior-Multimedia-Producer / Fachleitung multimediale Formate
Jochen Randig ist Kommunikationswissenschaftler mit Schwerpunkt Bewegtbild. Für die Stiftung konzipiert er multimediale Formate und ist für die Qualitätssicherung und Dienstleistersteuerung in diesem Bereich zuständig.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Michael Mibs
Michael Mibs

Michael Mibs

Referent Evidenzbasierte Medizin
Michael Mibs ist studierter Gesundheitswissenschaftler und Soziologe. Für die Stiftung erarbeitet er Inhalte für multimediale Informationsangebote auf Basis der Methoden der evidenzbasierten Medizin und konzipiert Analysen mit Bezug zur klinischen Versorgung.
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. med. Dagmar Lühmann
Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Medizin an der Universität zu Lübeck. Nach dem Examen arbeitete sie als Assistenzärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie und promovierte dort zum Thema "Auswirkungen von Quecksilberexposition auf das menschliche Immunsystem". Später arbeitete sie am Institut für Sozialmedizin an der Universität zu Lübeck mit dem Schwerpunkt evidenzbasierte Medizin und Bewertung von medizinischen Verfahren (Health Technology Assessment). Seit 2013 ist sie als Forschungskoordinatorin am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig.
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Edris Nury
Profilbild Edris Nury

Edris Nury

Edris Nury absolvierte ein Bachelorstudium in Medizin am Universitätsklinikum Utrecht in den Niederlanden und erwarb anschließend einen Masterabschluss in Health Sciences mit dem Schwerpunkt International Public Health an der Freien Universität Amsterdam. Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Athena Institute der Freien Universität Amsterdam tätig. Dort wirkte er in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der qualitativen Forschung und der Patientenbeteiligung mit. Später wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Nach seiner Zeit in der Klinik für Palliativmedizin konzentrierte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evidenz in der Medizin (für die Cochrane Deutschland Stiftung) am Universitätsklinikum Freiburg auf quantitative Forschungsmethoden, auf die Erstellung und methodische Forschung zu Evidenzsynthesen sowie auf die kritische Bewertung von Evidenz (u.a. nach GRADE-Methodologie). Seit November 2021 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf tätig. Seine aktuellen Schwerpunkte liegen in der Durchführung systematischer Literaturrecherchen, in der Erstellung von Evidenzsynthesen und in der kritischen Bewertung von Evidenz.
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Anja Rakebrandt
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Anja Rakebrandt

Anja Rakebrandt hat Medizinische Dokumentation studiert. Seit 2012 ist sie in unterschiedlichen Bereichen der Versorgungsforschung am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig. Derzeit liegt ihr Schwerpunkt auf systematischen Literaturrecherchen und Evidenzsynthesen.
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MMSc Christopher Jäger
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MMSc Christopher Jäger

Christopher Jäger absolvierte ein Studium der Humanbiologie und einen Masterstudiengang in Globaler Gesundheit in Kopenhagen und Maastricht. Nach den Abschlüssen arbeitete er als Projektmitarbeitender bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Projekten zu Klimaschutz und Gesundheitsversorgung. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte er Erfahrungen und Eindrücke nationaler und lokaler Gesundheitsversorgung in Afrika, Südamerika und dem mittleren Osten sammeln. 2021 zog es ihn zum Medizinstudium nach Hamburg, wo er zunächst als wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe „Gesundheitskommunikation“ am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin mitarbeitete und ab 2023 als wissenschaftlicher Mitarbeitender in der Arbeitsgruppe „Evidenzbasierte Medizin“ am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig ist.

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Aktualisiert am: 24.06.2026