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Gesunde Ernährung

Hochverarbeitete Lebensmittel: ­So erkennt man sie

Hochverarbeitete Lebensmittel gelten als ungesunde Dickmacher. Aber ab wann ist ein Lebensmittel eigentlich hochverarbeitet? Und wie erkennt man das?

Was sind hochverarbeitete Lebensmittel?

Hochverarbeitete Lebensmittel sind Nahrungsmittel, die während der Herstellung sehr stark verändert wurden.

Fast alle Lebensmittel, die wir im Supermarkt kaufen können, sind zu einem gewissen Grad verarbeitet. Manche Lebensmittel wären ohne Verarbeitung kaum essbar – etwa Brot oder Nudeln. In anderen Fällen sorgt die Verarbeitung für eine längere Haltbarkeit. Kochen ist im Grunde auch eine Art der Lebensmittelverarbeitung.

Hochverarbeitete Produkte dagegen werden industriell so behandelt, dass ihre Grundbestandteile nicht mehr ihrer natürlichen Form entsprechen. Außerdem werden bei der Herstellung Stoffe hinzugefügt, die man beim normalen Kochen kaum verwenden würde, z. B. Maissirup, gehärtete Fette und Zusatzstoffe. Sie werden deshalb im Rahmen einer gesunden Ernährung nicht empfohlen.

So verschieden hochverarbeitete Lebensmittel auch sind – einige Eigenschaften haben sie in der Regel gemeinsam: Sie sind schnell zubereitet oder sogar verzehrfertig, stark im Geschmack und auffällig bunt verpackt.

Gelegentlich verwendet man für hochverarbeitete Lebensmittel auch die englischen Begriffe „ultraprocessed food“ (UPF) oder „Convenience food“.

Verarbeitung von Lebensmitteln am Beispiel Apfel

Ein Apfel, frisch vom Baum gepflückt, ist ein unverarbeitetes Lebensmittel.

Wenn Sie diesen Apfel schälen, kochen und vielleicht etwas Zucker hinzufügen, erhalten Sie ein verarbeitetes Lebensmittel: Es wurde etwas verändert und haltbar gemacht, ist aber noch als Apfel erkennbar und kann in einer normalen Küche geschehen.

Wenn Sie nun nicht den ganzen Apfel verwenden, sondern nur Apfelsaftkonzentrat oder einzelne Fasern des Fruchtfleischs, nähern wir uns einem hochverarbeiteten Lebensmittel. Mischen Sie den Apfelanteil mit Maissirup, Zucker, Stabilisatoren, künstlichen Aromen, Geruchs- und Farbstoffen und formen Sie es zu einem Riegel. Das Ergebnis ist eine Süßigkeit, die zwar nach Apfel schmeckt, aber chemisch gesehen kaum noch etwas mit der ursprünglichen Frucht zu tun hat.

Weitere Beispiele für hochverarbeiteten Lebensmittel finden Sie in der folgenden Liste.

  • Erfrischungsgetränke wie Limonaden, Cola, Energydrinks, Fruchtgetränke
  • Fruchtjoghurts und Milchgetränke (z. B. Buttermilch mit Geschmack), Kakaogetränke
  • Süßigkeiten: Schokolade, Bonbons, Eiscreme, Kuchen, Kekse
  • abgepacktes Brot, Brötchen, Gebäck, Backmischungen
  • Brotaufstriche wie Margarine, Nuss-Nougat-Creme, Leberwurst
  • abgepackte Müslis, Cornflakes, Cerealien, Müsliriegel
  • Saucenpulver, Fix-Produkte, Salatdressings zum Anrühren
  • Babynahrung, Folgemilch und andere Baby-Produkte
  • Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza, Fertigmahlzeiten für die Mikrowelle, Instant-Suppen oder -Nudeln
  • Fischstäbchen, Hähnchennuggets, Würstchen, Wurstaufschnitt, Burger, Hot Dogs
  • Fitness- und Abnehmprodukte wie Energieriegel oder Mahlzeitenersatz-Shakes

Hochverarbeitete Lebensmittel erkennen

Die meisten verpackten Lebensmittel im Supermarkt sind zu einem gewissen Grad verarbeitet. Um die hochverarbeiteten Produkte zu erkennen, hilft ein Blick auf die Zutatenliste:

Wie verarbeitet ist ein Produkt? Das verrät die Zutatenliste.

Auf verpackten Lebensmitteln muss eine Zutatenliste abgedruckt sein. Sie verrät, was in dem Lebensmittel enthalten ist. Stoßen Sie hier auf Inhaltsstoffe, die Sie beim Kochen nicht verwenden würden? Dann handelt es sich wahrscheinlich um ein hochverarbeitetes Lebensmittel.

Beispiel einer Zutatenliste für Hähnchennuggets (Industriestoffe hervorgehoben)

65% Hähnchenbrustfilet fein zerkleinert, 25% Panade (WEIZENMEHL, Maismehl, WEIZENSTÄRKE, Speisesalz, modifizierte Kartoffelstärke, modifizierte WEIZENSTÄRKE, Dextrose, Glukosesirup, Gewürze, Hefe), Rapsöl, Kartoffelstärke, Speisesalz, Glukosesirup, Gewürze, Kräuter.

Video: Hochverarbeitete Lebensmittel: Was verrät die Zutatenliste?

Vorschaubild Film Hochverarbeitete Lebensmittel
Bitte um das Video zu sehen.

Hochverarbeitete Lebensmittel. Was verrät die Zutatenliste?

Wir haben ja alle gelernt, von Fertigprodukten sollte ich nicht so viel zu mir nehmen, denn da können z. B. Geschmacksverstärker oder auch Konservierungsstoffe enthalten sein und die sind auch für eine gesunde Ernährung nicht so gut, da sie eben hochverarbeitet sind.

Ich kann natürlich auch bei verarbeiteten Produkten ganz bewusst entscheiden, welches Produkt kaufe ich. Als Faustregel gilt, je kürzer die Zutatenliste, desto besser, denn desto seltener stecken natürlich Stoffe drin, die ich vielleicht meiden möchte. Ein weiterer Tipp für ein möglichst unverarbeitetes Lebensmittel: Es sollten in der Zutatenliste nur Stoffe stehen, mit denen ich auch wirklich selber kochen würde, die also auch bei mir zu Hause im Regal verfügbar sind.

Und wenn ich ganz genau wissen will, was steckt in meinem Lebensmittel, dann sollte ich selber kochen, denn dann kann ich auch genau beeinflussen, wie schmeckt es am Ende.

Wissen ist gesund.

NOVA-Klassifikation: Verarbeitete Lebensmittel einordnen

Die NOVA-Klassifikation unterteilt Lebensmittel in vier Kategorien: (1) unverarbeitete oder minimal verarbeitete Lebensmittel, (2) verarbeitete kulinarische Zutaten, (3) verarbeitete Lebensmittel, (4) hochverarbeitete Lebensmittel.

Viele Forschungsarbeiten nutzen die NOVA-Klassifikation, um Lebensmittel nach Verarbeitungsgrad zu unterteilen.

Die NOVA-Klassifikation berücksichtigt lediglich den Verarbeitungsgrad der Lebensmittel, nicht aber die Nährwerte oder den Gesundheitswert von Lebensmitteln. So werden Karamellbonbons gleichermaßen problematisch bewertet wie Vollkornbrot aus der Brotfabrik, obwohl beide Produkte sich in ihren Nährwerten erheblich unterscheiden.

Auch natürliche Stoffe wie Vitamine oder Pflanzenfarbstoffe werden teils problematisch gewertet: Ein Lebensmittel, dem ein Vitamin künstlich zugesetzt wird, kann nach NOVA als hochverarbeitet (Stufe 4) gelten. Ein Lebensmittel, das dasselbe Vitamin über eine Zutat enthält, wird dagegen nur als „verarbeitet“ eingestuft. NOVA bewertet also nicht Zusammensetzung oder Nährwert, sondern nur die Verarbeitung. Dadurch können mitunter auch nährstoffreiche oder sichere Produkte pauschal negativ eingestuft werden.

Warum gelten hochverarbeitete Lebensmittel als ungesund?

Bisher hat die Forschung noch nicht abschließend geklärt, ob und in welchem Ausmaß hochverarbeitete Lebensmittel der Gesundheit schaden. Es gibt aber gute Gründe dafür, anzunehmen, dass Fertigprodukte gesundheitsschädlich sein können: eine ungesunde Nährstoffbilanz und Zusatzstoffe.

Hochverarbeitete Lebensmittel enthalten in der Regel viel Zucker und Fett – und damit mehr Kalorien als frische Produkte. Dafür enthalten sie üblicherweise weniger wichtige Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Mit hochverarbeiteten Lebensmitteln kann man also leicht und unbemerkt zu viele Kalorien und zu wenige wichtige Nährstoffe zu sich nehmen. Dies wird umso mehr zum Problem, wenn man viel davon isst und regelmäßig hochverarbeitete Lebensmittel statt weniger verarbeiteter Lebensmittel isst.

Zusatzstoffe werden Lebensmitteln beigemischt, um Aussehen, Geschmack, Konsistenz oder Haltbarkeit des Produkts zu verbessern. In der Europäischen Union dürfen Zusatzstoffe nur dann verwendet werden, wenn ihre Sicherheit in einem offiziellen Prüfverfahren nachgewiesen ist. Außerdem müssen Hersteller die täglich tolerierbare Dosis ermitteln: also die Höchstmenge, die bei täglichem Verzehr nicht zu Gesundheitsschäden führt.

Doch trotz der Prüfung gibt es keine Garantie für die Sicherheit der Zusatzstoffe. So kommt es vor, dass sich Zusatzstoffe nach der Zulassung doch noch als gesundheitsschädlich entpuppen und die Verordnung angepasst werden muss. Es fehlt auch an Wissen darüber, wie Zusatzstoffe miteinander reagieren. Außerdem kann der risikofreie tägliche Verzehr unbemerkt überschritten werden. Dies ist umso leichter der Fall, je mehr Lebensmittel mit Zusatzstoffen im Verkehr sind.

Weitere Informationen zu Zusatzstoffen finden Sie in der Datenbank der Verbraucher Initiative. Dort können Sie auch einzelne Zusatzstoffe recherchieren.

Welche Krankheiten werden mit hochverarbeiteten Lebensmitteln in Verbindung gebracht?

Welche Krankheiten begünstigt der Verzehr von hochverarbeiteten Lebensmitteln? Diese Frage hat eine umfassende Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 untersucht. Die Studie fasste die Ergebnisse aus mehreren Übersichtsarbeiten und Metaanalysen zusammen.

Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, dass ein hoher Verzehr von hochverarbeiteten Lebensmitteln das Risiko erhöht, vorzeitig zu sterben. Eine häufige Todesursache waren dabei Herzkrankheiten. Weiter deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Fertiggerichte & Co. das Risiko für Diabetes Typ 2 und depressive Beschwerden erhöhen.

Zudem diskutiert man, ob hochverarbeitete Lebensmittel noch eine Reihe anderer Krankheiten begünstigen. Bisher haben Studien aber keine oder nur sehr geringe Zusammenhänge festgestellt.

Bei den vorliegenden Studien handelt es sich um Beobachtungsstudien. Dabei wurden Menschen im Alltag beobachtet und man stellte fest: Wer häufiger hochverarbeitete Lebensmittel isst, wird häufiger krank. Dieser Zusammenhang bedeutet aber noch nicht, dass das Essen die Krankheiten auch verursacht hat. Für eine ausführliche Erklärung klappen Sie bitte das folgende Textfeld auf.

Beobachtungsstudien können Zusammenhänge zwischen zwei Merkmalen aufzeigen. Sie zeigen aber nicht zwangsläufig, dass ein Merkmal die Ursache für das andere ist. Grund dafür sind sogenannte Störfaktoren. So ist es möglich, dass Menschen, die viele hochverarbeitete Lebensmittel essen, gleichzeitig auch häufiger andere ungesunde Gewohnheiten haben, z. B. rauchen. Am Ende stellt sich die Frage: Werden die Leute aufgrund ihrer Ernährung krank? Oder lag es an den anderen Gewohnheiten? An dieser Stelle können Forscher und Forscherinnen nur sehr schwer zwischen den möglichen Ursachen trennen.

Unklar bleibt, welcher Aspekt der hochverarbeiteten Lebensmittel genau gesundheitsschädlich sein soll: die Verarbeitung oder die Nährwerte der Produkte. Problematisch ist auch, dass die Studien unterschiedliche Definitionen von hochverarbeiteten Lebensmitteln zugrunde gelegt und den Konsum unterschiedlich bewertet haben. Dadurch lassen sich die Ergebnisse schlecht miteinander vergleichen.

Insgesamt legen die bisherigen Daten die Vermutung nahe, dass ein häufiger Verzehr von stark verarbeiteten Lebensmitteln mit Nachteilen für die Gesundheit verbunden sein kann. Wie stark die Gesundheitsfolgen wirklich sind und wodurch sie genau entstehen, muss aber in weiteren, besser kontrollierten und methodisch robusteren Studien untersucht werden.

Die Informationen zu den Krankheiten stammen aus einer Übersichtsarbeit von Lane et al.

Die Übersichtsarbeit fasste die Ergebnisse mehrerer Metaanalysen zusammen, die Auswirkungen des Konsums von hochverarbeiteten Lebensmitteln auf die Lebenszeit oder die Gesundheit untersuchten. In den zugrunde liegenden Beobachtungsstudien wurden Personen, die weniger hochverarbeitete Lebensmittel aßen, mit Personen verglichen, die dies öfter taten. Es wurde verglichen, ob die einen häufiger von bestimmten Krankheiten betroffen waren oder eine kürzere Lebenszeit hatten.

Die Übersichtsarbeit von Lane et al. analysierte die Daten aus 14 Metaanalysen von insgesamt 9.888.373 Menschen aller Altersstufen, zum großen Teil jedoch Erwachsener. Die Aussagen zu Gesamtsterblichkeit, Herz-Kreislauf-Sterblichkeit, Depression und Diabetes beziehen sich nur auf Erwachsene.

Umgang mit hochverarbeiteten Lebensmitteln

Gesunder Umgang mit hochverarbeiteten Lebensmitteln: ­­­­3 Fragen an die Expertin

Wer daran gewöhnt ist, Fertigprodukte zu essen, dem fällt es unter Umständen schwer, damit aufzuhören. Wie kann man die Ernährung schrittweise umstellen? Und muss ich wirklich auf alle verarbeiteten Produkte verzichten? Wir haben mit der Ökötrophologin Dr. Claudia Laupert-Deick gesprochen. In ihrer Praxis berät sie jeden Tag Menschen zum Thema gesunde Ernährung.
 

Ich esse viele hochverarbeitete Lebensmittel und möchte das ändern. Haben Sie Tipps, wie ich am besten damit anfange?

Ergänzen Sie jede Mahlzeit durch unverarbeitete Lebensmittel wie Salat, Gemüse, Rohkost oder frisches Obst. Morgens können Sie Ihrem Müsli frisches Obst hinzufügen. Gurken, Tomaten, Radieschen, Möhren oder Paprika passen gut zum Brot mit herzhaftem Belag. Zum Mittagessen nehmen idealerweise Salat oder Gemüse die Hälfte des Tellers ein. Auch am Abend eignen sich je nach Verträglichkeit warmes Gemüse, Salat oder Rohkost. Weiterhin können Sie den Speiseplan durch wenig verarbeitete, hochwertige Lebensmittel wie vollwertiges Brot, ungezuckertes Müsli, Joghurt, fermentierte pflanzliche Produkte (Soja, Sauerkraut) und gesunde Öle ergänzen. 

Achten Sie beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln auf die Nährwerte und Zutatenliste. Hier können Sie erkennen, ob das Produkt viel zugesetzten Zucker, gesättigte Fettsäuren oder Salz enthält. Fertige Müslimischungen sind beispielsweise häufig gezuckert und können durch ein ungezuckertes Basismüsli, Vollkornflocken oder ein selbst zusammengestelltes Müsli ersetzt werden. Brot sollte ausschließlich aus Vollkorngetreide bestehen und keine Zusätze wie Zucker, Sirup, Malz, Konservierungsstoffe oder Emulgatoren enthalten. Wer keine Körner mag, kann auf feinvermahlene vollwertige Brote zurückgreifen. Die Bäckereien müssen Sie auf Wunsch über die Zutaten ihrer Produkte informieren. Chips oder salzige Knabbereien können Sie durch eine kleine Hand voll ungesalzene Nüsse oder Mandeln ersetzen. In meiner Sprechstunde erhalten die Klienten und Klientinnen eine kleine Dose für 30 bis 40 Gramm, damit sie diese Portionsgröße nicht überschreiten.

Ich nutze manchmal Fertigprodukte, weil es Zeit spart. Kann ich mich trotzdem gesund ernähren?

Aus gesundheitlicher Sicht sind Fertigprodukte häufig nicht empfehlenswert. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, die den Speiseplan sinnvoll ergänzen können, wenn es mal schnell gehen muss. Bei der Auswahl von Fertigprodukten ist es immer wichtig, dass möglichst wenig Zutaten und möglichst keine Geschmacksverstärker, Emulatoren oder Farbstoffe enthalten sind. Auch Zucker, Salz und reichlich gehärtete, gesättigte oder Transfettsäuren sind für die Gesundheit ungünstig.

Manche Anbieter werben damit, dass ihre Fertigmahlzeiten frei von diesen ungünstigen Inhaltsstoffen sind. Ein Nudel- und Gemüsegericht mit Lachs kann so zu einer gesunden warmen Mahlzeit werden. Eine Fertigpizza oder Baguettes zum Aufbacken würde ich nicht empfehlen.

Auch leicht verarbeitete Lebensmittel wie Tiefkühlerbsen oder Kidneybohnen aus dem Glas oder der Dose sowie ein gut gewaschener Fertigsalat können Zeit bei der Zubereitung sparen und ein wertvoller Bestandteil des Speiseplans sein.

Was halten Sie von Clean Eating?

Clean Eating, zu Deutsch „sauberes Essen“, ist ein Ernährungstrend, für den es noch keine offizielle Definition gibt. In der Regel ist aber gemeint, dass man hauptsächlich naturbelassene Lebensmittel isst und auf Zusatzstoffe, Zucker oder Salz möglichst verzichtet. Eine solche Ernährungsweise stimmt mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung größtenteils überein. Sie sollte jedoch nicht dazu führen, dass man sich verarbeitete Lebensmittel pauschal verbietet.

Der Verarbeitungsgrad allein bestimmt nicht immer, wie gesund ein Lebensmittel ist. Ein Beispiel dafür sind pflanzliche Milchalternativen. So erfordert die Herstellung von Pflanzendrinks 12 bis 15 Verarbeitungsschritte, während es bei der Kuhmilch im Vergleich nur 5 Schritte sind. Haferdrinks enthalten bis zu 13 Zutaten. Sie sind also nicht „clean“, können jedoch angereichert mit Calcium, B12, Jod und Vitamin D ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein und zusätzlich die Umwelt schützen.

Andersherum gibt es im Clean Eating keine Obergrenze für wenig verarbeitete zuckerhaltige Lebensmittel wie Honig, Ahornsirup oder Trockenfrüchte. Die Fachgesellschaften empfehlen jedoch, eher wenig davon zu essen, weil ein Zuviel von diesen Lebensmitteln Übergewicht und Diabetes fördern kann.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Braesco, Véronique; Souchon, Isabelle; Sauvant, Patrick; Haurogné, Typhaine; Maillot, Matthieu; Féart, Catherine; Darmon, Nicole (2022): Ultra-processed foods: how functional is the NOVA system? In: European journal of clinical nutrition 76 (9), S. 1245–1253. DOI: 10.1038/s41430-022-01099-1.

Bundesamt für Risikobewertung (BfR) (2025): Slush-Ice-Getränke mit Glycerin: Erfrischung kann unerwünschte gesundheitliche Folgen haben. Online verfügbar unter https://www.bfr.bund.de/assets/01_Ver%C3%B6ffentlichungen/FAQ_deutsch/slush-ice-getraenke-mit-glycerin.pdf, zuletzt geprüft am 24.02.2026.

Castle, Laurence; Andreassen, Monica; Aquilina, Gabriele; Bastos, Maria Lourdes; Boon, Polly; Fallico, Biagio et al. (2026): Re-evaluation of sucralose (E 955) as a food additive and evaluation of a new application on extension of use of sucralose (E 955) in fine bakery wares. In: EFSA journal. European Food Safety Authority 24 (2), e9854. DOI: 10.2903/j.efsa.2026.9854.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (2024): 15. DGE-Ernährungsbericht.
Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (2024): Die Debatte um hochverarbeitete Lebensmittel. Online verfügbar unter https://www.ernaehrungsradar.de/die-debatte-um-hochverarbeitete-lebensmittel/, zuletzt aktualisiert am 02.08.2024, zuletzt geprüft am 20.02.2026.

Lane, Melissa M.; Gamage, Elizabeth; Du, Shutong; Ashtree, Deborah N.; McGuinness, Amelia J.; Gauci, Sarah et al. (2024): Ultra-processed food exposure and adverse health outcomes: umbrella review of epidemiological meta-analyses. In: BMJ (Clinical research ed.) 384, e077310. DOI: 10.1136/bmj-2023-077310.

Lockyer, Stacey; Spiro, Ayela; Berry, Sarah; He, Jibin; Loth, Shefalee; Martinez-Inchausti, Andrea et al. (2023): How do we differentiate not demonise - Is there a role for healthier processed foods in an age of food insecurity? Proceedings of a roundtable event. In: Nutrition bulletin 48 (2), S. 278–295. DOI: 10.1111/nbu.12617.

Monteiro, Carlos A.; Cannon, Geoffrey; Levy, Renata B.; Moubarac, Jean-Claude; Louzada, Maria Lc; Rauber, Fernanda et al. (2019): Ultra-processed foods: what they are and how to identify them. In: Public health nutrition 22 (5), S. 936–941. DOI: 10.1017/S1368980018003762.

Monteiro, Carlos A.; Louzada, Maria Lc; Steele-Martinez, Euridice; Cannon, Geoffrey; Andrade, Giovanna C.; Baker, Phillip et al. (2025): Ultra-processed foods and human health: the main thesis and the evidence. In: Lancet (London, England). DOI: 10.1016/S0140-6736(25)01565-X.

Niu, Ying; Fan, Yongxiang; Zhang, Jiyue (2025): Progress and Challenge in the Risk Management of Food Additives. In: Journal of food protection 88 (10), S. 100607. DOI: 10.1016/j.jfp.2025.100607.

Petrus, Rodrigo Rodrigues; do Amaral Sobral, Paulo José; Tadini, Carmen Cecília; Gonçalves, Cintia Bernardo (2021): The NOVA classification system: A critical perspective in food science. In: Trends in Food Science & Technology 116, S. 603–608. DOI: 10.1016/j.tifs.2021.08.010.

Younes, Maged; Aquilina, Gabriele; Castle, Laurence; Engel, Karl-Heinz; Fowler, Paul; Frutos Fernandez, Maria Jose et al. (2021): Safety assessment of titanium dioxide (E171) as a food additive. In: EFSA journal. European Food Safety Authority 19 (5), e06585. DOI: 10.2903/j.efsa.2021.6585.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Jochen Randig
Jochen Randig

Jochen Randig

Senior-Multimedia-Producer / Fachleitung multimediale Formate
Jochen Randig ist Kommunikationswissenschaftler mit Schwerpunkt Bewegtbild. Für die Stiftung konzipiert er multimediale Formate und ist für die Qualitätssicherung und Dienstleistersteuerung in diesem Bereich zuständig.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Michael Mibs
Michael Mibs

Michael Mibs

Referent Evidenzbasierte Medizin
Michael Mibs ist studierter Gesundheitswissenschaftler und Soziologe. Für die Stiftung erarbeitet er Inhalte für multimediale Informationsangebote auf Basis der Methoden der evidenzbasierten Medizin und konzipiert Analysen mit Bezug zur klinischen Versorgung.
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. med. Dagmar Lühmann
Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Medizin an der Universität zu Lübeck. Nach dem Examen arbeitete sie als Assistenzärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie und promovierte dort zum Thema "Auswirkungen von Quecksilberexposition auf das menschliche Immunsystem". Später arbeitete sie am Institut für Sozialmedizin an der Universität zu Lübeck mit dem Schwerpunkt evidenzbasierte Medizin und Bewertung von medizinischen Verfahren (Health Technology Assessment). Seit 2013 ist sie als Forschungskoordinatorin am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig.
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Edris Nury
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Edris Nury

Edris Nury absolvierte ein Bachelorstudium in Medizin am Universitätsklinikum Utrecht in den Niederlanden und erwarb anschließend einen Masterabschluss in Health Sciences mit dem Schwerpunkt International Public Health an der Freien Universität Amsterdam. Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Athena Institute der Freien Universität Amsterdam tätig. Dort wirkte er in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der qualitativen Forschung und der Patientenbeteiligung mit. Später wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Nach seiner Zeit in der Klinik für Palliativmedizin konzentrierte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evidenz in der Medizin (für die Cochrane Deutschland Stiftung) am Universitätsklinikum Freiburg auf quantitative Forschungsmethoden, auf die Erstellung und methodische Forschung zu Evidenzsynthesen sowie auf die kritische Bewertung von Evidenz (u.a. nach GRADE-Methodologie). Seit November 2021 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf tätig. Seine aktuellen Schwerpunkte liegen in der Durchführung systematischer Literaturrecherchen, in der Erstellung von Evidenzsynthesen und in der kritischen Bewertung von Evidenz.
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Anja Rakebrandt
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Anja Rakebrandt

Anja Rakebrandt hat Medizinische Dokumentation studiert. Seit 2012 ist sie in unterschiedlichen Bereichen der Versorgungsforschung am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig. Derzeit liegt ihr Schwerpunkt auf systematischen Literaturrecherchen und Evidenzsynthesen.
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MMSc Christopher Jäger
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MMSc Christopher Jäger

Christopher Jäger absolvierte ein Studium der Humanbiologie und einen Masterstudiengang in Globaler Gesundheit in Kopenhagen und Maastricht. Nach den Abschlüssen arbeitete er als Projektmitarbeitender bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Projekten zu Klimaschutz und Gesundheitsversorgung. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte er Erfahrungen und Eindrücke nationaler und lokaler Gesundheitsversorgung in Afrika, Südamerika und dem mittleren Osten sammeln. 2021 zog es ihn zum Medizinstudium nach Hamburg, wo er zunächst als wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe „Gesundheitskommunikation“ am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin mitarbeitete und ab 2023 als wissenschaftlicher Mitarbeitender in der Arbeitsgruppe „Evidenzbasierte Medizin“ am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig ist.

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Erstellt am: 06.05.2026