Header
Gesunde Ernährung

Sind Goji-Beeren gesund?

Der chinesischen Goji-Beere werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Sind Goji-Beeren tatsächlich gesund? Und gehören sie zu einer vollwertigen Ernährung?

Goji-Beeren für die Gesundheit

Nährwerte von Goji-Beeren

Goji-Beeren isst man in der Regel als getrocknete Frucht. Die folgende Tabelle bezieht sich deshalb auf getrocknete Goji-Beeren.

Goji-Beeren: Welche Wirkung haben sie auf den Körper?

Das Superfood Goji-Beere stammt ursprünglich aus China, wo sie in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt werden. Ihr werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt, zum Beispiel:

  • dass sie das Immunsystem stärken
  • dass sie den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel senken
  • dass sie vor Krebs und frühzeitiger Alterung schützen
  • dass sie die Gesundheit von Leber, Haut und Augen verbessern

Goji-Beeren sind reich an Vitamin C und sekundären Pflanzenstoffen, die reaktive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) neutralisieren und dadurch die Gesundheit fördern sollen. Als Beleg werden häufig Experimente mit Zellen oder Tieren zitiert. Diese lassen jedoch keine Schlussfolgerungen auf den menschlichen Körper zu. Es gibt zwar Studien mit Menschen, die eine gesundheitliche Wirkung von Goji-Beeren belegen sollen. Häufig wurden sie jedoch von voreingenommenen Institutionen durchgeführt und finanziert (Firmen, die Nahrungsergänzungsmittel vertreiben).

Die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hat die aktuelle Studienlage geprüft: Sie konnte nicht feststellen, dass Goji-Beeren gesundheitsfördernde Eigenschaften haben.

Der Verzehr von Goji-Beeren kann auch gesundheitsschädliche Effekte mit sich bringen. Es wird unter anderem von Wechselwirkungen mit blutverdünnenden Medikamenten oder einer möglichen Belastung durch Pestizide und Schwermetalle berichtet.

Brauche ich Goji-Beeren für eine gesunde Ernährung?

Goji-Beeren können Teil einer gesunden Ernährung sein. Sie sind allerdings kein Wunderheilmittel und ersetzen keine vollwertige gesunde Ernährung. Die importierten Früchte können mit Pestiziden oder anderen Schadstoffen belastet sein. Greifen Sie also lieber zu Produkten mit geprüften Qualitätssiegeln.

Für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen sind heimische Obst- und Gemüsesorten ebenso geeignet. Früchte aus der Region sind zudem frischer, billiger und vor allem umweltfreundlicher als die weit gereiste Goji-Beere.

Alternativen zu Goji-Beeren

Was kann ich anstelle von Goji-Beeren essen?

Goji-Beeren sind reich an Vitamin C, sekundären Pflanzenstoffen und Calcium. Diese Nährstoffe finden sich aber auch in vielen heimischen Lebensmitteln. Diese sind zudem billiger und frischer als der Import aus China.

  • Vitamin C: Frische Erdbeeren, Himbeeren oder auch Kohlrabi enthalten ähnlich viel oder sogar mehr Vitamin C als Goji-Beeren und sind zudem kalorienärmer.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe: Spinat, Paprika oder Grünkohl sind ähnlich reich an Carotinoiden (Zeaxanthin) wie die Goji-Beere.
  • Calcium: Goji-Beeren enthalten zwar mehr Calcium als Milch. Da wir in der Regel aber größere Mengen Milch als Beeren zu uns nehmen, nehmen wir über die Milch auch bedeutend mehr Calcium auf.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

arznei-telegramm. Goji-Beeren: Blutungen bei stabiler Antikoagulation mit Cumarinen. arznei-telegramm 2013; 44(47).

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Themenseite Super(?)foods; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Service/01_Infothek/07_themen/superfoods/superfoods_node.html [13.03.2026].

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Superfoods – super gut? Mitteilung Nr. 052/2020 des BfR vom 18. November 2020; 2020. Verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/cm/343/superfoods-super-gut.pdf [13.05.2026].

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Referenzwerte; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/ [13.05.2026].

Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM). Ernährungsmediziner nehmen Superfoods unter die Lupe: Wie empfehlenswert sind Chia, Goji-Beeren & Co.? Pressemitteilungs-Archiv 08/2021; 2021. Verfügbar unter: https://www.dgem.de/pressemitteilungs-archiv-082021 [13.05.2026].

Flügge I. Mögliche Interaktion zwischen Vitamin-K-Antagonisten und der Goji-Beere – Risiko von INR-Erhöhung und schweren Blutungsereignissen. Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 2013:13–8.

Schuhmacher A. Goji-Beeren: „Wunderfrucht“ im Check. Wort & Bild Verlag Konradshöhe; 2019; letzte Aktualisierung: 23.09.2019. Verfügbar unter: https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/goji-beeren-wunderfrucht-im-check-718317.html [13.05.2026].

U. S. Department of Agriculture (USDA). Fooddata central. Goji berries, dried; 2018. Verfügbar unter: https://fdc.nal.usda.gov/food-details/173032/nutrients [13.05.2026].

Verbraucherzentrale. Mit Zeaxanthin scharf sehen?; letzte Aktualisierung: 02.12.2024. Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mit-zeaxanthin-scharf-sehen-31743 [13.05.2026].

Verbraucherzentrale. Goji-Beeren in Kapseln – Wirkung nicht bewiesen; letzte Aktualisierung: 21.05.2025. Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/gojibeeren-in-kapseln-wirkung-nicht-bewiesen-5655 [13.05.2026].

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
,
Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
,
Dr. Pia Gamradt
Dr. Pia Gamradt

Dr. Pia Gamradt

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Dr. Pia Gamradt ist studierte Biologin mit Schwerpunkt immunologische Grundlagenforschung. Für die Stiftung erstellt sie wissenschaftliche Inhalte für multimediale Informationsangebote und unterstützt bei wissenschaftlichen Projekten.
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. med. Dagmar Lühmann
Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Medizin an der Universität zu Lübeck. Nach dem Examen arbeitete sie als Assistenzärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie und promovierte dort zum Thema "Auswirkungen von Quecksilberexposition auf das menschliche Immunsystem". Später arbeitete sie am Institut für Sozialmedizin an der Universität zu Lübeck mit dem Schwerpunkt evidenzbasierte Medizin und Bewertung von medizinischen Verfahren (Health Technology Assessment). Seit 2013 ist sie als Forschungskoordinatorin am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig.
,
Edris Nury
Profilbild Edris Nury

Edris Nury

Edris Nury absolvierte ein Bachelorstudium in Medizin am Universitätsklinikum Utrecht in den Niederlanden und erwarb anschließend einen Masterabschluss in Health Sciences mit dem Schwerpunkt International Public Health an der Freien Universität Amsterdam. Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Athena Institute der Freien Universität Amsterdam tätig. Dort wirkte er in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der qualitativen Forschung und der Patientenbeteiligung mit. Später wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Nach seiner Zeit in der Klinik für Palliativmedizin konzentrierte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evidenz in der Medizin (für die Cochrane Deutschland Stiftung) am Universitätsklinikum Freiburg auf quantitative Forschungsmethoden, auf die Erstellung und methodische Forschung zu Evidenzsynthesen sowie auf die kritische Bewertung von Evidenz (u.a. nach GRADE-Methodologie). Seit November 2021 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf tätig. Seine aktuellen Schwerpunkte liegen in der Durchführung systematischer Literaturrecherchen, in der Erstellung von Evidenzsynthesen und in der kritischen Bewertung von Evidenz.
,
Anja Rakebrandt
Profilbild Anja Rakebrandt

Anja Rakebrandt

Anja Rakebrandt hat Medizinische Dokumentation studiert. Seit 2012 ist sie in unterschiedlichen Bereichen der Versorgungsforschung am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig. Derzeit liegt ihr Schwerpunkt auf systematischen Literaturrecherchen und Evidenzsynthesen.
,
MMSc Christopher Jäger
Profilbild MMsc Christopher Jäger

MMSc Christopher Jäger

Christopher Jäger absolvierte ein Studium der Humanbiologie und einen Masterstudiengang in Globaler Gesundheit in Kopenhagen und Maastricht. Nach den Abschlüssen arbeitete er als Projektmitarbeitender bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Projekten zu Klimaschutz und Gesundheitsversorgung. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte er Erfahrungen und Eindrücke nationaler und lokaler Gesundheitsversorgung in Afrika, Südamerika und dem mittleren Osten sammeln. 2021 zog es ihn zum Medizinstudium nach Hamburg, wo er zunächst als wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe „Gesundheitskommunikation“ am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin mitarbeitete und ab 2023 als wissenschaftlicher Mitarbeitender in der Arbeitsgruppe „Evidenzbasierte Medizin“ am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig ist.

Die Stiftung Gesundheitswissen hat das Ziel, verlässliches Gesundheitswissen in der Bevölkerung zu stärken. Die an der Erstellung unserer Angebote beteiligten Personen haben keine Interessenkonflikte, die eine unabhängige und neutrale Informationsvermittlung beeinflussen.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Interessenkonflikten finden Sie hier.

Alle unsere Angebote beruhen auf den derzeit besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie stellen keine endgültige Bewertung dar und sind keine Empfehlungen.

Weitere wichtige Hinweise zu unseren Angeboten finden Sie hier.

Aktualisiert am: 23.06.2026