Kaum ein Thema wird so häufig diskutiert und ist mit so vielen Vorurteilen verbunden wie das Thema Ernährung. Viele sind um Ausreden nicht verlegen, wenn es darum geht, die Ernährung auf „gesund“ umzukrempeln. Zu aufwendig, zu teuer und im Alltag nicht umsetzbar, heißt es schnell. Stimmt das wirklich? Prof. Dr. Ingo-Froböse, Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln, räumt mit drei häufigen Einwänden gegen eine gesunde Ernährung auf. Er sagt, dass positive Veränderungen im Alltag oft gar nicht so schwer umzusetzen sind.
Mythos: Gesunde Ernährung ist aufwendig
Stimmt das?
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung macht natürlich viel mehr Spaß. Aber es kostet manchmal ein wenig mehr Zeit gerade in der Vorbereitung und in der Auseinandersetzung mit dem, was ich dort auf dem Teller liegen habe und dem, was ich bekomme.
Auf der anderen Seite gibt es ja in Supermärkten mittlerweile so viele Möglichkeiten auf wirklich gesunde, vitale Nährstoffe zurückzugreifen, weil die Gemüse- und die Obstabteilung sind ja so riesig groß geworden.
Also, normalerweise kostet es nicht viel mehr Zeit, außer sich ein wenig mal damit zu beschäftigen. Die Zubereitung ist meist sogar viel angenehmer, denn es riecht viel angenehmer.
Wissen ist gesund!
Mythos: Gesunde Ernährung ist teuer.
Stimmt das?
Geld? Nein, Geld ist niemals ein Argument. Denn wenn ich mir die ganzen Fast Food-Produkte beispielsweise anschaue, dann sind die ziemlich teuer und gehen richtig ins Geld. Nehmen wir nur auch mal den Unterschied im Trinken: Wasser fast nichts, eine Brause kostet richtig Geld. Das gleiche gilt für alle industrialisierten Produkte, die uns natürlich angeboten werden, weil die Industrie uns hier wirklich, gerade mit großen Verpackungen, das Geld aus der Tasche zieht.
Gemüse wie Brokkoli, Kohlrabi oder eine Zwiebel, die kosten doch fast gar nichts. Und das sind die richtigen Lebensmittel, die wir brauchen. Also, Qualität kostet nicht mehr Geld.
Wissen ist gesund!
Mythos: Gesunde Ernährung ist unmöglich im Büroalltag
Stimmt das?
Es ist gar nicht so einfach, sich im Büroalltag vernünftig und gesund zu ernähren. Für mich ist es ein Skandal, dass immer noch auf Platz eins der Kantinenessen die Currywurst steht, auf Platz zwei Spaghetti Bolognese. Das hat mit gesunder Ernährung nichts zu tun. Gesunde Ernährung aber ist natürlich auch relativ schwer zu realisieren. Gerade auch, wenn man den Kostendruck der ganzen Mensen und Kantinen betrachtet.
Dementsprechend heißt es vielleicht vorbereiten, etwas mitnehmen. Zum Beispiel am Abend vorbereiten, vielleicht für zwei Tage kochen. Oder ganz bewusst möglicherweise in einem Bioladen gehen und sich dort vielleicht eine Suppe oder ähnliches ordern. Auch das ist möglich. Oder man bringt es sich einfach mit und wärmt es dann im Büro auf. Auch das ist möglich.
Also, die Entschuldigung ich kann im Büroalltag nicht gesund essen, die ist überhaupt nicht vorhanden, denn der Büroalltag ist leider geprägt durch schlechte Kekse, durch vollgestopfte Schubladen im Büro und letztendlich auch durch die falschen Getränke. Das kann man ganz schnell ausmerzen.
Wissen ist gesund!
Eine gesunde Ernährung ist neben Bewegung eine wichtige Voraussetzung für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden und für unsere Leistungsfähigkeit. Die Wirklichkeit in puncto Ernährung sieht aber oft anders aus. 29 Prozent der Deutschen essen jeden Tag Süßigkeiten oder Knabbereien. Bei 25 Prozent stehen täglich Fleisch und Wurst auf dem Speiseplan. In einer Studie der Techniker Krankenkasse gaben 23 Prozent der Befragten an, öfter aus Stress oder Frust zu essen. Knapp 60 Prozent fanden, dass Fett zu einer guten Mahlzeit dazu gehört.
Zeitmangel, zu hohe Kosten und fehlendes Durchhaltevermögen sind häufige Gründe dafür, warum es mit der gesunden Ernährung im Alltag nicht klappt. So glauben 56 Prozent der Deutschen, dass gesundes Essen mehr Zeit kostet. Bei 46 Prozent fehlt der Wille, eine gesunde Ernährung dauerhaft durchzuhalten. 29 Prozent sagen, sie haben nicht genug Geld, um gesunde Lebensmittel einzukaufen.
Aus der Ernährung bezieht der Körper seine tägliche Energie und viele überlebenswichtige Stoffe. Ein Überangebot an Nahrung, aber auch eine unausgewogene Ernährung können krank machen. Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Sie sich im Alltag gesund ernähren:
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Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Deutschland, wie es isst. Der BMEL-Ernährungsreport 2022. [online] https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2022.html [08.08.2022]
Die Techniker Krankenkasse. Iss was, Deutschland. TK-Studie zur Ernährung 2017 [online] https://www.tk.de/resource/blob/2033596/0208f5f5844c04abbbcbb1389872ee01/iss-was-deutschland-data.pdf [08.08.2022]
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Aktualisiert am: 27.09.2022