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Gesunde Ernährung

Ernährungsberatung: So finden Sie die passende Unterstützung

Sie möchten sich gesund ernähren, aber die Umsetzung fällt schwer? Eine Ernährungsberatung kann helfen, Ihre Barrieren abzubauen. So finden Sie das passende Angebot.

Professionelle Ernährungsberatung

Für wen ist Ernährungsberatung gedacht?

Ernährungsberatung ist für Menschen gedacht, die Unterstützung bei einer gesunden Ernährung suchen. Wer gesetzlich krankenversichert ist, kann sie ab dem 6. Lebensjahr in Anspruch nehmen.

Bei Kindern zwischen bis 12 Jahren werden auch die Eltern in die Ernährungsberatung mit einbezogen. Für Menschen mit Behinderungen gibt es spezielle bedarfsgerechte Angebote.

Was passiert bei einer Ernährungsberatung?

Ein Ernährungsberater oder eine Ernährungsberaterin soll Ihnen dabei helfen, Ihre Ernährung umzustellen. Dabei geht es nicht um Vorschriften – vielmehr hat die Ernährungsberatung zum Ziel, dass Sie gesund und fit bleiben. Außerdem soll sie Krankheiten vorbeugen, die durch ungesunde Ernährung gefördert werden.

Ernährungsberater vermitteln die Grundregeln einer gesunden Ernährung. Sie unterstützen bei Problemen in der persönlichen Ernährungsweise und helfen Ihnen, Lösungen zu finden. Nach der Ernährungsberatung sollen Sie dann selbst in der Lage sein, Ihre Ernährung gesund zu gestalten.

Was passiert bei einer Ernährungsberatung?

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Wie läuft eine Ernährungsberatung ab?
In der Regel sind die Patienten bei uns fünf bis sechs Mal in der Beratung. Das kann ein halbes Jahr sein. Das kann aber auch ein Jahr sein. Und dann ist es im Ersttermin so, dass erst mal eine Anamnese gemacht wird. Sprich, es wird natürlich auch erst mal gefragt, was essen Sie gerne? Was sind Ihre Ziele? Kochen Sie gerne? Wo kaufen Sie ein? Weil, man muss ja erst mal ermitteln, wie wir dann in dem Fall auch gut weiterhelfen können. Und oft ist es dann so, dass wir die Menschen dann erst mal nach Hause lassen, und dass sie eine Woche lang ein Ernährungsprotokoll schreiben. Also, um erst mal selber zu schauen, was esse ich, was trinke ich, wie sind die Portionsmengen? Dann geben sie das Ernährungsprotokoll bei uns ab, wir schreiben sogenannte Ernährungsdiagnosen und gucken dann aber auch immer, was sind die Ziele des Menschen, der vor uns sitzt und versuchen, das auf eine Ebene zu bringen. 

Wie hilft eine Ernährungsberatung konkret? 
Was wir konkret in der Ernährungsberatung machen, das hängt von den Diagnosen und von dem Bedarf des Menschen ab. Wir können Menschen konkret helfen, ihr Ernährungsverhalten zu verändern, indem wir erst mal eine ganz tolle Motivation geben, warum ist es denn gut und was sind die Vorteile einer gesunden Ernährung. Und dazu unterstützen wir zum Beispiel im Bereich, was kann ich kochen? Wo bekomme ich die Lebensmittel? Wie kann ich Zutatenlisten interpretieren? Was sagt mir denn eigentlich der Nährwert? Da gibt es ganz viele Fragezeichen.

Wie stark kann ich mitbestimmen?
Also die Menschen, die zu uns kommen, die haben ein ganz großes Mitbestimmungsrecht. Weil, das ist ja unser Anliegen, die Beratung so individuell wie möglich zu gestalten. Und wenn jetzt jemand keine Möhren mag, dann kann ich natürlich nicht sagen, ja, die müssen Sie aber essen. Dann ist es ja unser Job, uns Alternativen zu überlegen. Wir sind jetzt nicht so, dass wir sagen, hier haben Sie eine Liste. Das ist gut und das ist böse und das lassen Sie jetzt alles weg. Also so läuft das nicht ab, sondern das ist immer eine individuelle Zielvereinbarung zwischen Berater und der Mensch, der in der Beratung ist.

Was kann man durch eine Ernährungsberatung erreichen?
Die Ernährungsberatung ist in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe. Das heißt, wir als Berater geben den Startschuss. Der Mensch verlässt dann unsere Beratung. Er weiß, was er zu tun hat, hat seine Ziele und muss natürlich dafür sorgen, dass er sie zu Hause umsetzt. Da geben wir aber auch Tipps mit in die Hand. Das Ergebnis in der Ernährungsberatung kann erst mal sein, dass sich die Indikationen verändern. Also sprich, dass sich zum Beispiel der Blutdruck senkt, wenn ich Gewicht abgenommen habe oder, dass ich ein Medikament weniger nehmen muss oder, dass ich einen Prä-Diabetes vorbeugen kann und erst gar kein Medikament nehmen muss. 

Wissen ist gesund.

Wie komme ich an eine Ernährungsberatung?

Ausgewogen essen: Welche Ernährungsberatung ist die Richtige?

Vorschaubild zum Video "Ökotrophologe vs. Diätassistent & Ernährungsberater: Wer macht was?"
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Wer ist wer? 

In der Rubrik „Expertinnen für gesunde Ernährung“ lautet die Frage: Was ist der Unterschied zwischen Ökotrophologinnen, Diätassistentinnen, Ernährungsmedizinerinnen und Ernährungsberaterinnen? Joker gefällig? 

Ökotrophologie ist ein Studienfach, das Ernährungswissenschaft und Haushaltswissenschaft miteinander verbindet. Ökotrophologinnen beschäftigen sich nicht nur mit der medizinischen Seite von Ernährung, sondern auch mit der wirtschaftlichen und psycho-sozialen. Sie arbeiten in Krankenhäusern, bei Krankenkassen oder Ämtern und informieren hier Menschen über gesunde und nachhaltige Ernährung. 

Diätassistentinnen verfügen über einen staatlich anerkannten Berufsabschluss. Oft beraten sie Menschen mit Ernährungsfragen. Außerdem schreiben sie Ernährungspläne für Menschen, die eine ärztlich verordnete Diät einhalten müssen oder halten Kurse darüber ab, wie man Ernährungsempfehlungen im Alltag umsetzen kann. Sie betreuen die Entwicklung und Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen, zum Beispiel in Kantinen oder Großküchen.

Ernährungsmedizinerinnen sind Ärztinnen, die eine Weiterbildung im Bereich Ernährungsmedizin absolviert haben. Zu ihren Aufgaben gehören die Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von ernährungsbedingten Krankheiten. Die Bezeichnung „Ernährungsberatung“ ist rechtlich nicht geschützt, weshalb es wichtig ist, auf anerkannte Qualifikationen zu achten. Ernährungsmedizinerinnen können Ernährungsberatungen durchführen, aber auch Diätassistentinnen oder Ökotrophologinnen können eine Zusatz-Qualifizierung dafür abschließen.

Ernährungsberaterinnen helfen gesunden Personen dabei, Ernährungsstrategien zu erlernen, um ungesunde Essgewohnheiten zu ändern und dadurch Krankheiten vorzubeugen.

Alles klar? Sie können den Film auch gern noch einmal anschauen.

Wissen ist gesund.

Wie finde ich einen seriösen Ernährungsberater?

Um eine seriöse Ernährungsberatung zu finden, können Sie einschlägige Verzeichnisse nutzen:

  1. In der Datenbank der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) werden alle Angebote gelistet, die strenge Qualitätskriterien erfüllen.
  2. Die großen Berufsverbände bieten Online-Suchen an, in denen Sie gezielt nach zertifizierten Fachkräften in Ihrer Region filtern können:
    Deutsche Gesellschaft für Ernährung
    Verband der Diätassistenten
    Berufsverband Oecotrophologie
    Verband für Ernährung und Diätetik
    Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater

Natürlich können Sie auch auf anderen Wegen nach einer Ernährungsberatung suchen. Dabei ist es wichtig, auf die fachliche Qualifikation der Anbieter und Anbieterinnen zu achten. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur für zertifizierte Angebote Kosten. Denn die Bezeichnung „Ernährungsberater“ ist in Deutschland nicht rechtlich geschützt. In einer seriösen Ernährungsberatung werden keine Produkte beworben oder verkauft.

Seriöse Ernährungsberater und -beraterinnen verfügen über staatlich anerkannte Berufs- oder Studienabschlüsse. Zu den qualifizierten Berufsgruppen gehören:

  • Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Ernährungsmedizin“
  • Diätassistentinnen oder -assistenten
  • Ökotrophologen und Ernährungswissenschaftlerinnen, die über ein Zertifikat eines oben genannten Berufsverbands verfügen.

Das folgende Tool hilft Ihnen dabei, wichtige Zertifikate zu erkennen.

Sie finden keine Ernährungsberatung in Ihrem Wohnort? Vieler Ernährungsberater und Ernährungsberaterinnen bieten ihre Expertise auch online per Videokonferenz an. Erkundigen Sie sich bei einem Berater Ihrer Wahl.

Zahlt die Krankenkasse Ernährungsberatung?

Bei anerkannten Angeboten zur Ernährungsberatung sind die gesetzlichen Krankenkassen zur Kostenübernahme oder zu einer Teilübernahme der Kosten verpflichtet. Pro versicherter Person werden maximal zwei solcher Maßnahmen pro Kalenderjahr bezuschusst. Die genaue Höhe der finanziellen Unterstützung ist gesetzlich nicht festgeschrieben und unterscheidet sich je nach Krankenkasse. In der Regel übernehmen die Kassen jedoch einen Großteil der anfallenden Kosten.

Private Krankenversicherungen (PKV) sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, Vorsorgemaßnahmen zur Ernährung zu fördern. Dennoch enthalten viele Tarife privater Versicherungen solche Leistungen auf freiwilliger Basis.

Wie bekomme ich die Kosten für eine Ernährungsberatung erstattet?

Es gibt zwei Möglichkeiten, einen Zuschuss zu erhalten:

  • Ärzte können auf dem sogenannten „Formular 36“ eine Ernährungsberatung empfehlen. Krankenkassen müssen diese Empfehlung bei der Entscheidung über einen Zuschuss berücksichtigen.
  • Versicherte können auch ohne eine solche ärztliche Empfehlung Zuschüsse für zertifizierte Ernährungsberatung bei der Krankenkasse beantragen.

Der Ablauf ist in der Regel so vorgesehen: Versicherte suchen sich selbst eine Ernährungsberatung aus und bezahlen sie zunächst selbst. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann bei seiner Krankenkasse nachfragen, ob und in welcher Höhe die ausgesuchte Beratung bezuschusst wird. Nach Abschluss der Beratung können Sie die Rechnung sowie eine Teilnahmebescheinigung bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung einreichen.

Ernährungsberatung: Kosten für Selbstzahler

Wenn Sie die Kosten für eine Ernährungsberatung vollständig selbst tragen möchten oder die Kriterien für eine Bezuschussung durch die Krankenkasse nicht erfüllen, können Sie sich an den Honorarempfehlungen der Berufsverbände orientieren.

Die Kosten beziehen sich in der Regel auf eine Beratungsstunde (60 Minuten):

  • Der Berufsverband Oecotrophologie empfiehlt 80 bis 120 Euro.
  • Der Verband für Ernährung und Diätetik empfiehlt 70 bis 130 Euro.

Viele Beraterinnen und Berater veröffentlichen ihre Preise direkt auf ihren Internetseiten, sodass Sie die Kosten vorab vergleichen können.

Kann ein Hausarzt eine Ernährungsberatung verschreiben?

Ein Rezept für eine vorbeugende Ernährungsberatung gibt es nicht. Ihre Ärztin kann Sie aber auf zwei Wegen unterstützen:

Die Präventionsempfehlung (für Gesunde)
Ihr Arzt kann die Ernährungsberatung über das Formular 36 empfehlen. Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, eine solche Empfehlung bei ihrer Entscheidung über einen Kostenzuschuss zu berücksichtigen.

Die Ernährungstherapie (bei Erkrankungen)
Bei einer ernährungsabhängigen Erkrankung oder krankheitsbedingten Ernährungsproblemen können Ärztinnen eine Ernährungstherapie zur Behandlung verschreiben. Bei bestimmten Erkrankungen übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Ernährungsberatung als Kurs

Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Aufgabe, ihre Versicherten bei einer gesunden Ernährung im Alltag zu unterstützen. Deshalb bieten viele von ihnen Ernährungsberatung als Kurs an. Es handelt sich entweder um eigene Angebote der Kassen oder um Kurse von Drittanbietern, für die die Krankenkassen Kosten übernehmen. 

Für wen sind Ernährungskurse gedacht?

Ernährungskurse richten sich an grundsätzlich gesunde Menschen ab dem 6. Lebensjahr, die ihr Wohlbefinden steigern und Krankheiten aktiv vorbeugen möchten. Ziel ist es, den Umgang mit Lebensmitteln im Alltag zu verbessern und eine langfristig ausgewogene Ernährungsweise zu etablieren.

Viele Angebote sind auf besondere Bedürfnisse und Lebenssituationen zugeschnitten, z. B. für:

  • Menschen mit leichtem Übergewicht, Bewegungsmangel oder Blutdruck- und Blutzuckerwerten im oberen Normbereich
  • Schwangere, Stillende, Frauen in den Wechseljahren oder Senioren
  • Die gemeinsame Beratung von Kindern und Eltern
  • Berufstätige mit hoher Belastung, Menschen im Schichtdienst oder mit viel Reisetätigkeit
  • Menschen, die eine vegetarische oder vegane Ernährung probieren wollen

Was passiert in einem Ernährungskurs?

Ein zertifizierter Kurs zur Ernährungsberatung vermittelt praktisches Wissen, um gesunde Ernährungsgewohnheiten dauerhaft im Leben zu verankern. Er besteht in der Regel aus acht Einheiten, die aufeinander aufbauen. Die Termine finden meist wöchentlich statt und dauern jeweils mindestens 45 Minuten.

Die Kurse verfolgen zwei Hauptziele: Mangelernährung vermeiden und Übergewicht vorbeugen oder abbauen. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz:

  • Sie lernen die Grundlagen einer gesunden Ernährung kennen. Dazu gehören Informationen über Nährstoffe, Ballaststoffe und Kalorienbedarf.
  • Sie üben, beim Einkaufen oder Kochen, gesündere Entscheidungen zu treffen, und so gesundes Essen in Ihren Alltag einzubauen.
  • Sie lernen, Hunger- und Sättigungssignale besser zu erkennen und Essen aus Stress, Langeweile oder Traurigkeit zu vermeiden.
  • Sie sammeln Motivation, sich im Alltag mehr zu bewegen.
  • Bei Kindern und Jugendlichen werden zudem das Körpergefühl und das Selbstbewusstsein gestärkt. Eltern werden aktiv in den Prozess miteinbezogen.

Ernährungskurse finden

Wie komme ich an einen Ernährungskurs?

Es gibt zwei Wege, Ernährungskurse zu finden:

  1. Geprüfte Angebote sind im Verzeichnis der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP)gelistet.
  2. Gesetzliche Krankenkassen stellen ihren Mitgliedern eigene Listen oder Suchmasken zur Verfügung. Diese greifen in der Regel auf die zertifizierten Daten der ZPP zurück.

Praxis-Tipp für die Suche: Geben Sie in einer Suchmaschine den Namen Ihrer Krankenkasse und den Begriff „Ernährungsberatung“ ein. So gelangen Sie meist direkt zu den regionalen Kursangeboten oder den passenden Online-Formularen.

Sie finden kein Angebot in Ihrem Wohnort? In der Präventionsdatenbank werden auch Online-Kurse angeboten, an denen Sie per Videokonferenz teilnehmen können.

Wie bekomme ich mein Geld für den Ernährungskurs zurück?

Zunächst suchen Sie sich einen zertifizierten Kurs aus. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie Ihre Krankenkasse vorab fragen, ob und in welcher Höhe Kosten übernommen werden.

Die Kursgebühr bezahlen Sie zunächst selbst. Wenn Sie an mindestens 80 Prozent der Kurseinheiten teilgenommen haben, bekommen Sie am Ende des Kurses eine Teilnahmebescheinigung. Diese reichen Sie zusammen mit der Quittung über die gezahlten Kursgebühren bei Ihrer Krankenkasse ein. Nach Prüfung der Krankenkasse erhalten Sie dann den Zuschuss.

Für private Krankenversicherungen (PKV) besteht keine gesetzliche Verpflichtung, Maßnahmen zur Krankheitsvorbeugung (Primärprävention) zu fördern. Dennoch haben viele private Versicherer die Ernährungsberatung freiwillig in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Da die Bedingungen und die Höhe der Erstattung sehr unterschiedlich ausfallen, sollten Versicherte auch hier vorab Rücksprache mit ihrer PKV halten.

Weitere Unterstützungsangebote

Neben den Angeboten des Gesundheitssystems, gibt es auch auf dem freien Markt viele Unterstützungsangebote für Menschen, die sich gesund ernähren möchten. Die Qualität dieser Angebote wird jedoch von keiner offiziellen Stelle geprüft. Das bedeutet nicht, dass diese Angebote schlecht sein müssen. Für Nutzer und Nutzerinnen kann es aber sinnvoll sein, das Angebot vor der Anwendung kritisch zu prüfen – vor allem wenn es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt.

Bei der Prüfung können Sie sich an einer Checkliste orientieren. Sie wurde vom Koordinierungskreis Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung entwickelt. 

PDF: Woran erkenne ich eine gute Ernährungsberatung?

Da Berufsbezeichnungen wie „Ernährungsberater“ in Deutschland nicht rechtlich geschützt sind, kann jeder diese Dienstleistung anbieten. Entsprechend gibt es auch Ernährungsberater oder „Ernährungscoaches“, die grundsätzlich nicht mit den Krankenkassen zusammenarbeiten. Sie können zu Ernährungsfragen beraten, Essenspläne ausstellen oder bei der Überwindung von Barrieren helfen. Manche bieten sogar eigene Programme, um bestimmte Ernährungsziele zu erreichen (z. B. Abnehmen). Solche Coaches können seriös sein – doch nicht alle haben Ihre Gesundheit im Sinn. Ihre Programme beruhen nicht immer auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern oft auch auf eigenen Ideen und Weltanschauungen.

Anhand der Qualitäts-Checkliste können Sie einen Ernährungscoach selbst überprüfen.

Apps können eine gesunde Ernährung auf viele verschiedene Weisen unterstützen, z. B.

  •  mit Ernährungstagebüchern behalten Sie den Überblick darüber, was Sie gegessen haben.
  • Rezepte-Apps bieten Inspiration für gesunde Mahlzeiten und unterstützen bei der Umsetzung.
  • Kalorientracker helfen dabei, den eigenen Kalorienbedarf nicht zu überschreiten.

Solche Apps können eine gesunde Ernährung im Alltag unterstützen. Da sie in der Regel jedoch nicht von unabhängigen Stellen geprüft werden, kann ein Abgleich mit der Qualitäts-Checkliste sinnvoll sein. Die Qualität von solchen Apps ist höchst unterschiedlich. Eine neuere Überblicksarbeit zu Risiken von Ernährungs- und Fitness-Apps fand einen Zusammenhang zwischen der Nutzung solcher Apps und Symptomen eines gestörten Essverhaltens. Hierzu zählen insbesondere Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper sowie zwanghaftes Sporttreiben. Es ist jedoch nicht belegt, dass Apps diese Symptome verursachen. Der aktuelle Forschungsstand legt nahe, dass Menschen mit diesen Symptomen solche Apps bevorzugt als Hilfsmittel nutzen.

Auch in den sozialen Medien und Online-Communitys finden sich Informationen zum Thema Ernährung. Es existieren viele Profile von Institutionen oder Influencern, die über Ernährung informieren und Tipps geben, z. B. zu Gewichtsverlust oder aktuellen Trends, wie der ketogenen Diät. Die Qualität dieser Informationen fällt jedoch sehr unterschiedlich aus. Wo manche Profile eventuell auf anerkannte und wissenschaftlich belegte Informationen und Angebote zurückgreifen oder hinweisen, verfolgen wieder andere Profile möglicherweise andere Ziele – etwa den Verkauf von Supplementen. Prüfen Sie solche Anbieter und die Quellen ihrer Informationen kritisch. 

Neben den Präventionsangeboten der Krankenkassen gibt es auch viele Kursangebote von kommerziellen Anbietern. Diese arbeiten in der Regel nach eigenen Programmen und Methoden, um bestimmte Ernährungsziele zu erreichen – z. B Abnehmen. Wenn das Ziel Ihren persönlichen Wünschen entspricht, können diese Kurse für Sie hilfreich sein. Jedoch sind ihre Inhalte in der Regel nicht von offiziellen Stellen geprüft. Die Programme beruhen nicht immer auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auch auf eigenen Ideen und Weltanschauungen. Vergewissern Sie sich deshalb anhand der Qualitäts-Checkliste, dass die Anbieter auch wirklich seriös sind.

Ernährungsberatung: Angebote im Vergleich

Persönliche Ernährungsberatung, Präventionskurs oder doch ein kommerzielles Angebot? In der folgenden Tabelle vergleichen wir die wichtigsten Merkmale, damit Sie ein passendes Angebot für sich finden können.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

§ 20 Primäre Prävention und Gesundheitsförderung. Das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477, 2482), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 25. Februar 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 64) geändert worden ist (SGB V); 2025.

Anderberg I, Kemps E, Prichard I. The link between the use of diet and fitness monitoring apps, body image and disordered eating symptomology: A systematic review. Body Image 2025; 52:101836. doi: 10.1016/j.bodyim.2024.101836.

Berufsverband Oecotrophologie e. V. (VDOE). Honorarempfehlungen für Leistungen im Rahmen der Prävention, Ernährungsberatung und -therapie von Anbieter*innen mit einem anerkannten gültigen Zertifikat; 2021 [23.04.2026].

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA). Nahrungsergänzungsmittel auf Social Media – zwischen #Werbung und Wirklichkeit: Untersuchungsämter-BW; 2025.Verfügbar unter: https://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?subid=1&Thema_ID=2&ID=4185 [06.05.2026].

Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM). Ernährungskommunikation in den sozialen Medien - DAEM; 2022. Verfügbar unter: https://daem.de/ernaehrungskommunikation-in-den-sozialen-medien/ [12.08.2025].

GKV-Spitzenverband (GKV). Kriterien zur Zertifizierung von Kursangeboten in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention: Erläuterungen zur Umsetzung der Anforderungen und des einheitlichen Verfahrens für die Zertifizierung von Leistungsangeboten der individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V gemäß Kapitel 5.3 des GKV-Leitfadens Prävention; 2024. Verfügbar unter: https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praevention__selbsthilfe__beratung/praevention/praevention_leitfaden/2024-12-19_Leitfaden_Praev_Kriterien_zur_Zertifizierung_von_Kursangeboten.pdf [11.08.2025].

GKV-Spitzenverband. Leitfaden Prävention: Handlungsfelder und Kriterien nach § 20 Abs. 2 SGB V zur Umsetzung der §§ 20, 20a und 20b SGB V; 17.12.2025. Verfügbar unter: https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praevention__selbsthilfe__beratung/praevention/praevention_leitfaden/20251218_Leitfaden_Pravention_2025_barrierefrei.pdf [07.05.2026].
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Ernährung: Möglichkeiten der Beratung und Therapie, Tipps für die Praxis und Beispile; 2020. PraxisWissen.

Koordinierungskreis Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung/-therapie und Ernährungsbildung. Rahmenvereinbarung zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung/-therapie und Ernährungsbildung; 2024 [11.08.2025].

Leismann K, Godemann J. Food-related information-seeking behaviour in social media: Representative online survey on usage and perceived value. Ernährungs Umschau 2025; 72(2):18–29. doi: 10.4455/eu.2025.005.

Lerchbaumer M, Überall M. #eNutrition, Food literacy vs. FakeNews. Vom kritischen Umgang mit Ernährungsinformationen im Web. Haushalt in Bildung & Forschung 2018; 7(4-2018):89–104. doi: 10.3224/hibifo.v7i4.07.

Pilgrim K, Bohnet-Joschko S. Selling health and happiness how influencers communicate on Instagram about dieting and exercise: mixed methods research. BMC Public Health 2019; 19(1):1054. doi: 10.1186/s12889-019-7387-8.

Seid A, Fufa DD, Bitew ZW. The use of internet-based smartphone apps consistently improved consumers' healthy eating behaviors: a systematic review of randomized controlled trials. Front Digit Health 2024; 6:1282570. doi: 10.3389/fdgth.2024.1282570.

Ute Brehme, Anne Hülsdünker, Jérôme Kreutz, Helmut Oberritter, Ingrid-Ute Leonhäuser. DGE-Zulassungskriterien für die Ernährungsberatung: Mindestanforderungen für Absolventinnen und Absolventen oecotrophologischer und ernährungswissenschaftlicher Studiengänge zur Zertifizierung. Ernährungs Umschau 2011; (10):559–61.

Verbraucherzentrale.de. Erschreckende Bilanz bei Kontrollen im Online-Handel und von Influencern | Verbraucherzentrale.de; letzte Aktualisierung: 06.05.2026. Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/erschreckende-bilanz-bei-kontrollen-im-onlinehandel-und-von-influencern-28499 [06.05.2026].

Zamora Zamorano G, Déniz-García A, Torres-Castaño A et al. The Landscape of Mobile Apps for Healthy Eating: Case Study for a Systematic Review and Quality Assessment. JMIR Mhealth Uhealth 2026; 14:e68737. doi: 10.2196/68737.

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Jochen Randig
Jochen Randig

Jochen Randig

Senior-Multimedia-Producer / Fachleitung multimediale Formate
Jochen Randig ist Kommunikationswissenschaftler mit Schwerpunkt Bewegtbild. Für die Stiftung konzipiert er multimediale Formate und ist für die Qualitätssicherung und Dienstleistersteuerung in diesem Bereich zuständig.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Michael Mibs
Michael Mibs

Michael Mibs

Referent Evidenzbasierte Medizin
Michael Mibs ist studierter Gesundheitswissenschaftler und Soziologe. Für die Stiftung erarbeitet er Inhalte für multimediale Informationsangebote auf Basis der Methoden der evidenzbasierten Medizin und konzipiert Analysen mit Bezug zur klinischen Versorgung.
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. med. Dagmar Lühmann
Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Medizin an der Universität zu Lübeck. Nach dem Examen arbeitete sie als Assistenzärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie und promovierte dort zum Thema "Auswirkungen von Quecksilberexposition auf das menschliche Immunsystem". Später arbeitete sie am Institut für Sozialmedizin an der Universität zu Lübeck mit dem Schwerpunkt evidenzbasierte Medizin und Bewertung von medizinischen Verfahren (Health Technology Assessment). Seit 2013 ist sie als Forschungskoordinatorin am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig.
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Edris Nury
Profilbild Edris Nury

Edris Nury

Edris Nury absolvierte ein Bachelorstudium in Medizin am Universitätsklinikum Utrecht in den Niederlanden und erwarb anschließend einen Masterabschluss in Health Sciences mit dem Schwerpunkt International Public Health an der Freien Universität Amsterdam. Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Athena Institute der Freien Universität Amsterdam tätig. Dort wirkte er in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der qualitativen Forschung und der Patientenbeteiligung mit. Später wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Nach seiner Zeit in der Klinik für Palliativmedizin konzentrierte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evidenz in der Medizin (für die Cochrane Deutschland Stiftung) am Universitätsklinikum Freiburg auf quantitative Forschungsmethoden, auf die Erstellung und methodische Forschung zu Evidenzsynthesen sowie auf die kritische Bewertung von Evidenz (u.a. nach GRADE-Methodologie). Seit November 2021 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf tätig. Seine aktuellen Schwerpunkte liegen in der Durchführung systematischer Literaturrecherchen, in der Erstellung von Evidenzsynthesen und in der kritischen Bewertung von Evidenz.
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Anja Rakebrandt
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Anja Rakebrandt

Anja Rakebrandt hat Medizinische Dokumentation studiert. Seit 2012 ist sie in unterschiedlichen Bereichen der Versorgungsforschung am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig. Derzeit liegt ihr Schwerpunkt auf systematischen Literaturrecherchen und Evidenzsynthesen.
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MMSc Christopher Jäger
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MMSc Christopher Jäger

Christopher Jäger absolvierte ein Studium der Humanbiologie und einen Masterstudiengang in Globaler Gesundheit in Kopenhagen und Maastricht. Nach den Abschlüssen arbeitete er als Projektmitarbeitender bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Projekten zu Klimaschutz und Gesundheitsversorgung. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte er Erfahrungen und Eindrücke nationaler und lokaler Gesundheitsversorgung in Afrika, Südamerika und dem mittleren Osten sammeln. 2021 zog es ihn zum Medizinstudium nach Hamburg, wo er zunächst als wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe „Gesundheitskommunikation“ am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin mitarbeitete und ab 2023 als wissenschaftlicher Mitarbeitender in der Arbeitsgruppe „Evidenzbasierte Medizin“ am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig ist.

Die Stiftung Gesundheitswissen hat das Ziel, verlässliches Gesundheitswissen in der Bevölkerung zu stärken. Die an der Erstellung unserer Angebote beteiligten Personen haben keine Interessenkonflikte, die eine unabhängige und neutrale Informationsvermittlung beeinflussen.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Interessenkonflikten finden Sie hier.

Alle unsere Angebote beruhen auf den derzeit besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie stellen keine endgültige Bewertung dar und sind keine Empfehlungen.

Weitere wichtige Hinweise zu unseren Angeboten finden Sie hier.

Aktualisiert am: 24.06.2026