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Gesunde Ernährung

Ist Avocado gesund?

Avocado ist reich an gesunden Fetten und soll sogar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Ob das stimmt, und ob Avocado gesund ist, erfahren Sie auf dieser Seite.

Warum gilt Avocado als gesund?

Welche Nährwerte hat Avocado?

Die Nährwerte von Avocados können je nach Sorte und Reifegrad leicht unterschiedlich ausfallen.

Avocado: Welche Heilwirkungen werden ihr nachgesagt?

Avocados haben sich in den letzten Jahren als Superfood etabliert. Vor allem aufgrund dieser Nährstoffe gilt Avocado als gesund:

  • Einfach ungesättigte Fettsäuren können sich günstig auf den Cholesterinspiegel auswirken.
  • Ballaststoffe unterstützen die Verdauung und fördern ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl.
  • Die Vitamine C, E und K sollen das Immunsystem stärken, vor freien Sauerstoffradikalen schützen und die Blutgerinnung unterstützen. Außerdem enthält Avocado verschiedene B-Vitamine.
  • Die Mineralstoffe Kalium und Magnesium sind wichtige Elektrolyte für den Körper.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide und Phytosterine sollen vor freien Sauerstoffradikalen schützen und entzündungshemmend wirken.

Ist Avocado gesund? Das sagen Studien.

Da Avocado eine gesunde Zusammensetzung an Fetten enthält, könnte sie tatsächlich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Ballaststoffe können die Verdauung und die Darmgesundheit unterstützen. Studien zeigen jedoch kein eindeutiges Bild zur Avocado.

Eine systematische Überprüfung von zehn Studien führte zu folgenden Erkenntnissen:

  • Bei Erwachsenen, die täglich Avocado essen, sank das LDL-Cholesterin (das „schlechte“ Cholesterin). Weniger LDL-Cholesterin ist meistens gut für die Gefäße. Bei diesen Menschen sank auch das Gesamtcholesterin.
  • Es wurde keine Veränderung beim HDL-Cholesterin (dem „guten“ Cholesterin) festgestellt. HDL-Cholesterin ist normalerweise der „Aufräumer“, der überschüssiges Fett aus den Blutgefäßen entfernt.
  • Auch die Menge an Triglyzeriden nahm bei den Teilnehmenden nicht ab. Erhöhte Triglyzeride gelten als Gesundheitsrisiko.

Insgesamt ist die Studienlage zur Gesundheitswirkung von Avocados nicht eindeutig und nur begrenzt aussagekräftig. Dafür gibt es folgende Gründe:

  • Die Studien waren oft nicht optimal aufgebaut oder umfassten nur wenige Teilnehmer.
  • Es wurde nicht immer die gleiche Menge Avocados gegessen, was einen direkten Vergleich der Studien schwierig macht.
  • Ein Großteil der Untersuchungen wurde von Organisationen aus der Lebensmittelindustrie finanziert. Diese könnten ein Interesse daran haben, dass die Studien ein positives Ergebnis für die Avocado liefern. Das muss nicht bedeuten, dass die Ergebnisse falsch sind. Es schränkt das Vertrauen in sie jedoch ein.

Brauche ich Avocados für eine gesunde Ernährung?

Wer sich gesund ernähren möchte, muss nicht zwingend Avocados essen.

Avocados können ein gesunder Ersatz für tierische Fette sein, z. B. in Salaten, Brotaufstrichen oder Bowls. Sie sind aber wahrscheinlich kein Wundermittel für die Blutwerte. Zudem gibt es auch andere Lebensmittel, die diese Funktion erfüllen können.

Ein Grund, auf Avocados zu verzichten, ist zum Beispiel ihre Umweltbilanz. Ihr Anbau benötigt viel Wasser – etwa 1.100 Liter pro Kilogramm. Oft geschieht dies in Regionen, in denen Wasser ohnehin schon knapp ist. Um Anbaufläche für Avocados zu schaffen, werden teilweise Wälder abgeholzt.

Hinzu kommen unterschiedlich lange Transportwege, die den CO₂-Ausstoß erhöhen. In Deutschland sind Avocados aus Chile, Peru, Brasilien, der Dominikanischen Republik, Südafrika, Spanien und Israel erhältlich. Neben der Strecke spielen aber auch das Transportmittel, die Kühlung, der Anbau, die Verarbeitung, die Verpackung, die Verteilung und der Verkauf eine Rolle für die Umweltbilanz. In einer Studie von 2020 für die Schweiz hinterließen Avocados aus Peru einen niedrigeren CO₂-Fußabdruck als Avocados aus Chile oder Spanien.

Welche Alternativen zur Avocado sind gesund?

Welche Lebensmittel kann ich anstelle von Avocado essen?

Wer Avocado nicht mag oder der Umwelt zuliebe darauf verzichten möchte, hat viele Alternativen. Auch heimische Lebensmittel bieten vergleichbare Nährstoffe und gesundheitliche Vorteile:

  • Rapsöl oder Walnüsse sind ebenfalls reich an ungesättigten Fettsäuren.
  • Leinsamen enthalten viele Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe.
  • Spinat, Grünkohl oder Milchprodukte haben einen hohen Gehalt an Vitamin K.
  • Karotten, Kohlrabi, Tomaten, Nüsse, Bananen und Aprikosen sind gute Kaliumquellen.
  • Beeren (z. B. Heidelbeeren, Johannisbeeren), Kartoffeln, Spinat und Tomaten liefern viele antioxidative Pflanzenstoffe und Vitamin C.

In einer ausgewogenen Ernährung decken heimische Nahrungsmittel gut und ausreichend die Nährstoffe ab, die auch die Avocado enthält.

Häufige Fragen zur Avocado

Wie viel Kalorien hat eine Avocado?

Eine durchschnittliche Avocado enthält pro 100 Gramm Fruchtfleisch 132 Kilokalorien.

Ist Avocado Obst oder Gemüse?

Aus botanischer Sicht gilt die Avocado als Beere.

Wie viel Protein hat eine Avocado?

Eine durchschnittliche Avocado enthält pro 100 Gramm Fruchtfleisch 1,4 Gramm Protein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen täglich 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu essen. Ältere Menschen ab 65 Jahren sollen sogar 1 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag essen.

Ist Avocado nachhaltig?

Die Avocado hat eine eher schlechte Umweltbilanz. Das liegt hauptsächlich an den großen Wassermengen, die für ihren Anbau benötigt werden, aber auch am Transport von den Anbaugebieten nach Deutschland sowie Lagerung, Verpackung und Verkauf.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

AOK Gesundheitsmagazin. Avocado – gesund, aber ökologisch bedenklich; letzte Aktualisierung: 17.05.2023. Verfügbar unter: https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/lebensmittel/avocado-gesunde-superfrucht-oder-klimasuender/ [13.05.2026].

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Themenseite Super(?)foods; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Service/01_Infothek/07_themen/superfoods/superfoods_node.html [13.03.2026].

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Referenzwerte; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/ [13.05.2026].

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Vitamin K; 2000. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-k/ [13.03.2026].

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Vitamin C; 2015. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-c/ [13.05.2026].

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Kalium; 2016. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/kalium/ [13.05.2026].

Fleming SA, Paul TL, Fleming RAF et al. Exploring avocado consumption and health: A scoping review and evidence map. Front Nutr 2025; 12:1488907. doi: 10.3389/fnut.2025.1488907.

geo.de. Mythos widerlegt: Avocados enthalten kein Vitamin D; 2023. Verfügbar unter: https://www.geo.de/wissen/gesundheit/mythos-avocado--kein-vitamin-d-in-den-fruechten-nachweisbar-33614456.html [13.05.2026].

Heseker H, Heseker B. Die Nährwerttabelle. 6. Aufl. (Ernährungsumschau). Wiesbaden: Umschau Zeitschriftenverlag; 2019.

James-Martin G, Brooker PG, Hendrie GA, Stonehouse W. Avocado consumption and cardiometabolic health: A systematic review and meta-analysis. J Acad Nutr Diet 2024; 124(2):233–248.e4. doi: 10.1016/j.jand.2022.12.008.

Jungbluth N, Eberhart M, Ulrich M, Meili C. Ökobilanz Avocado: Analyse und Beurteilung im Vergleich mit anderen Produkten. Schaffhausen, Schweiz. Verfügbar unter: https://esu-services.ch/fileadmin/download/jungbluth-2020-LCA-Satori-Avocados.pdf [13.05.2026].

Max Rubner-Institut. Bundeslebensmittelschlüssel (BLS): Avocado, roh; ohne Jahr. Verfügbar unter: https://blsdb.de/food?foodId=38157&token=9T33-RUTV-3TEQ-LMX5-D2UW-MTTG-ZTX9-POXE [13.05.2026].

McKeown NM, Fahey GC, Slavin J, van der Kamp J-W. Fibre intake for optimal health: How can healthcare professionals support people to reach dietary recommendations? BMJ 2022; 378:e054370. doi: 10.1136/bmj-2020-054370.

Reinhardt G, Gärtner S, Wagner T. Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. Heidelberg: Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg; 2020. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/6232/dokumente/ifeu_2020_oekologische-fussabdruecke-von-lebensmitteln.pdf [31.03.2026].

Stiftung Warentest. Anbauboom hat Umweltfolgen; letzte Aktualisierung: 28.06.2024. Verfügbar unter: https://www.test.de/Avocado-Trendfrucht-mit-Schattenseite-5163937-0/ [13.05.2026].

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Jannis Krupp
Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

Multimedia-Producer
Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
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Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Dr. Pia Gamradt
Dr. Pia Gamradt

Dr. Pia Gamradt

Referentin Evidenzbasierte Medizin
Dr. Pia Gamradt ist studierte Biologin mit Schwerpunkt immunologische Grundlagenforschung. Für die Stiftung erstellt sie wissenschaftliche Inhalte für multimediale Informationsangebote und unterstützt bei wissenschaftlichen Projekten.
Wissenschaftliche Beratung:
Dr. med. Dagmar Lühmann
Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Medizin an der Universität zu Lübeck. Nach dem Examen arbeitete sie als Assistenzärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie und promovierte dort zum Thema "Auswirkungen von Quecksilberexposition auf das menschliche Immunsystem". Später arbeitete sie am Institut für Sozialmedizin an der Universität zu Lübeck mit dem Schwerpunkt evidenzbasierte Medizin und Bewertung von medizinischen Verfahren (Health Technology Assessment). Seit 2013 ist sie als Forschungskoordinatorin am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig.
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Edris Nury
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Edris Nury

Edris Nury absolvierte ein Bachelorstudium in Medizin am Universitätsklinikum Utrecht in den Niederlanden und erwarb anschließend einen Masterabschluss in Health Sciences mit dem Schwerpunkt International Public Health an der Freien Universität Amsterdam. Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Athena Institute der Freien Universität Amsterdam tätig. Dort wirkte er in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der qualitativen Forschung und der Patientenbeteiligung mit. Später wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Nach seiner Zeit in der Klinik für Palliativmedizin konzentrierte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evidenz in der Medizin (für die Cochrane Deutschland Stiftung) am Universitätsklinikum Freiburg auf quantitative Forschungsmethoden, auf die Erstellung und methodische Forschung zu Evidenzsynthesen sowie auf die kritische Bewertung von Evidenz (u.a. nach GRADE-Methodologie). Seit November 2021 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf tätig. Seine aktuellen Schwerpunkte liegen in der Durchführung systematischer Literaturrecherchen, in der Erstellung von Evidenzsynthesen und in der kritischen Bewertung von Evidenz.
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Anja Rakebrandt
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Anja Rakebrandt

Anja Rakebrandt hat Medizinische Dokumentation studiert. Seit 2012 ist sie in unterschiedlichen Bereichen der Versorgungsforschung am Institut und der Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig. Derzeit liegt ihr Schwerpunkt auf systematischen Literaturrecherchen und Evidenzsynthesen.
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MMSc Christopher Jäger
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MMSc Christopher Jäger

Christopher Jäger absolvierte ein Studium der Humanbiologie und einen Masterstudiengang in Globaler Gesundheit in Kopenhagen und Maastricht. Nach den Abschlüssen arbeitete er als Projektmitarbeitender bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Projekten zu Klimaschutz und Gesundheitsversorgung. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte er Erfahrungen und Eindrücke nationaler und lokaler Gesundheitsversorgung in Afrika, Südamerika und dem mittleren Osten sammeln. 2021 zog es ihn zum Medizinstudium nach Hamburg, wo er zunächst als wissenschaftlicher Assistent in der Arbeitsgruppe „Gesundheitskommunikation“ am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin mitarbeitete und ab 2023 als wissenschaftlicher Mitarbeitender in der Arbeitsgruppe „Evidenzbasierte Medizin“ am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig ist.

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Aktualisiert am: 23.06.2026