Vom Schnitt in den Finger bis zum aufgeschürften Knie – kleine Wunden kann man sich im Alltag schnell zuziehen. Die meisten können Sie problemlos selbst versorgen. Lesen sie hier, wie sie bei der Wundversorgung am besten vorgehen und wann Sie auf jeden Fall einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen sollten.
Ob wir Kartoffeln schälen, Gemüse schneiden oder nähen – kleinere Verletzungen sind schnell passiert. Häufig handelt es sich dabei um Schnitt-, Stich-, Schürf- oder Platzwunden. So lange eine Wunde nur die Haut betrifft und keine tieferliegenden Gewebe betroffen sind, muss sie oftmals nicht ärztlich behandelt werden. Wichtig ist, dass keine Muskeln, Sehnen, größere Gefäße, Knochen oder innere Organe betroffen sind. Auch nach kleinen Verbrennungen brauchen Sie in der Regel keine Arztpraxis aufzusuchen.
Die Haut ist wie ein Schutzschild für das Innere des Körpers. Sie verhindert, dass Krankheitskeime von außen in den Körper eindringen können. Bei einer Wunde ist dieses Schutzschild beschädigt, sodass Keime in das Innere des Körpers eindringen und möglicherweise eine Entzündung verursachen können. Die richtige Versorgung schützt die verwundete Stelle vor diesen Keimen. So kann eine einfache Wunde normalerweise innerhalb von sieben bis zehn Tagen verheilen.
Eine Ausnahme ist, wenn Sie eine Wunde an ihrer eigenen Hand versorgen. Ansonsten waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife. Sie können auch Desinfektionsmittel verwenden. Tragen Sie während der Wundversorgung möglichst sterile Einweghandschuhe. Wichtig ist, die Wunde nicht mit bloßen Fingern zu berühren. Sonst könnten möglicherweise Keime übertragen werden.
Laut Erste Hilfe Richtlinie soll man Wunden nicht mit Wasser auswaschen oder anderweitig reinigen. Falls nötig, kann man aber die Ränder der Wunde mit einem Wundreinigungstuch säubern. Solche Tücher finden Sie z. B. in Ihrem Verbandskasten.
Bei einer kleinen Schnitt- oder Stichwunde reicht es in der Regel, ein Pflaster aufzukleben. Für größere Wunden gibt es z.B. im Verbandskasten keimfreie oder „sterile“ Wundauflagen. Fassen Sie die Auflage nur am Rand und mit den Fingerspitzen an, damit keine Keime von ihren Händen auf das Verbandszeug gelangen. Sie können die Wundauflage mit Heftpflaster oder Mullbinden befestigen. Falls vorhanden, können Sie auch ein sogenanntes Verbandspäckchen nutzen. Dies beinhaltet Wundauflage und Verband in einem.
Achten Sie darauf, den Verband trocken und sauber zu halten. Nach ein bis zwei Tagen sollten Sie das Verbandszeug erneuern. Auch wenn Sie keinen Verband mehr brauchen, sollten Sie darauf achten, dass die Wunde nicht nass wird, z. B. beim Duschen oder Baden. Während der Heilung bildet sich Schorf auf der Wunde und die umgebende Haut kann etwas jucken. Vorsicht, nicht kratzen – das stört den Heilungsprozess.
Die vier Schritte zur Wundversorgung auf einen Blick. Diese Grafik können Sie auch als PDF herunterladen und ausdrucken.
Die Haut ist das Schutzschild unseres Körpers und unser größtes Sinnesorgan. Lesen Sie mehr darüber, wie die Haut aufgebaut ist, welche Aufgaben Sie erfüllt und warum Menschen eigentlich unterschiedliche Hautfarben haben.
Manche Wunden benötigen ärztliche Versorgung oder sind sogar ein Notfall. Das gilt
In Deutschland gibt es medizinische Versorgung rund um die Uhr: Wenn Arztpraxen in der Nacht oder am Wochenende geschlossen haben, sind Notruf, Notaufnahmen und Ärztlicher Bereitschaftsdienst immer noch erreichbar. Doch für wen sind diese Einrichtungen eigentlich gedacht? Und wann gelten medizinische Beschwerden als Notfall?
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Keggenhoff F. Erste Hilfe - Das offizielle Handbuch. Sofortmaßnahmen bei Babys, Kindern und Erwachsenen - Mit den internationalen Erste-Hilfe-Richtlinien. Überarbeitete und aktualisierte Neuauflage. München: Südwest; 2021.
MedlinePlus. How wounds heal: MedlinePlus Medical Encyclopedia. Verfügbar unter: https://medlineplus.gov/ency/patientinstructions/000741.htm [20.12.2022].
MedlinePlus. Wounds and Injuries | Fracture | Bruises | MedlinePlus. Verfügbar unter: https://medlineplus.gov/woundsandinjuries.html [20.12.2022].
Pschyrembel Online. Wunde; 2020. Verfügbar unter: https://www.pschyrembel.de/Wunde/N02AK/doc/ [20.12.2022]. UpToDate.
Patient education: Taking care of cuts, scrapes, and puncture wounds (The Basics) - UpToDate; 2022. Verfügbar unter: https://www.uptodate.com/contents/taking-care-of-cuts-scrapes-and-puncture-wounds-the-basics?search=Patient%20education:%20Taking%20care%20of%20cuts%20and%20scrapes %20&source=search_result&selectedTitle=1~150&usage_type=default&display_rank=1 [20.12.2022].
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Erstellt am: 22.12.2022