Header
Erste Hilfe

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Der Schlaganfall – auch Hirnschlag genannt – gehört zu den häufigen Todesursachen in Deutschland. Überlebt ein Betroffener, hat er oftmals mit dauerhaften Einschränkungen zu kämpfen. Ob und in welchem Maße diese auftreten, hängt vor allem von einem Faktor ab: Zeit. 

Schlaganfälle können ganz plötzlich auftreten. Auffällige Beschwerden zeigen dabei an, dass etwas im Gehirn nicht stimmt. Zu diesen Beschwerden (Symptomen) zählen extreme und plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen. Aber auch taube Körperstellen, Sehstörungen oder Bewusstseinsstörungen können auf einen Schlaganfall hindeuten. Bemerkt man bei sich oder bei anderen diese Symptome, ist schnelle Hilfe entscheidend. Denn mit jeder Minute, die vergeht, werden Zellen im Gehirn geschädigt. Meist treten nicht alle Symptome auf. Dennoch ist es richtig immer den Notarzt zu rufen.

Mit den folgenden einfachen Tests kann man einen Schlaganfall innerhalb kürzester Zeit feststellen. Sie gelten eher für Männer, können aber auch bei Frauen angewendet werden.
Darstellung eines schiefen Mundwinkels bei Schlaganfall-Verdacht. Beim Klick vergrößert sich die Ansicht.
1. Gesicht: Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Wenn sich beim Lächeln nur ein Mundwinkel nach oben zieht, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin, eines der Symptome bei einem Schlaganfall.
Darstellung der Prüfung eines Schlaganfall-Verdachts anhand der Arme. Beim Klick vergrößert sich die Ansicht.
2. Arme: Bitten Sie den Betroffenen, beide Arme nach vorn zu strecken und dann die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung kann die Person nicht beide Arme gleich hoch heben, lässt die Arme wieder sinken oder dreht die Handflächen wieder nach unten.
Darstellung einer sprechenden Person. Beim Klick vergrößert sich die Ansicht.
3. Sprache: Bitten Sie den Betroffenen einen einfachen Satz nachzusprechen. Wenn die Sprache undeutlich oder abgehackt ist, kann das ein Zeichen für einen Schlaganfall sein. Es können auch Wortfindungsstörungen auftreten.
Darstellung eines Handys und einer Uhr. Beim Klick vergrößert sich die Ansicht.
4. Holen Sie so schnell wie möglich Hilfe, indem Sie die 112 anrufen. Gelingt den Betroffenen eine dieser drei Aufgaben nicht, besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall. Geben Sie beim Notruf an, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte.

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

Ursachen eines Schlaganfalls

Bei 80 bis 85 % der Schlaganfälle handelt es sich laut Robert Koch-Institut um einen sogenannten ischämischen Schlaganfall. Er wird durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht. Wenn Blutgefäße verengt oder verschlossen sind, dann können bestimmte Bereiche des Gehirns nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt werden. In den meisten Fällen ist der Grund eine Ablagerung in den Arterien (Arteriosklerose) oder ein Blutgerinnsel. Dieses kann aus der Halsschlagader oder auch aus dem Herzen kommen. Im Herz kann es sich durch Vorhofflimmern oder durch Herzklappenerkrankungen gebildet haben.

Die anderen 15 bis 20% der Schlaganfälle werden durch Hirnblutungen verursacht. Hirnblutungen entstehen, wenn Arterien innerhalb des Gehirns zerreißen. Das kann passieren, wenn die Gefäße durch Bluthochdruck dauerhaft geschädigt wurden. Ist die Blutzufuhr bei einem Schlaganfall komplett unterbrochen, kann das betroffene Hirngewebe innerhalb von 4 bis 10 Minuten absterben. Wenn das Gewebe dagegen zum Teil noch durchblutet wird, dann können Gehirnzellen in diesem Bereich überleben. Je schneller eine Behandlung erfolgt, desto geringer sind die Schäden im Gehirn. Bei leichten Schlaganfällen können sich die Schäden auch wieder zurückbilden.  

Leichte Schlaganfälle oft unbemerkt

Besonders schwierig sind leichte Schlaganfälle zu erkennen, bei denen die typischen Beschwerden und Ausfallerscheinungen nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Manchmal sind auch Bereiche des Gehirns von der Durchblutungsstörung betroffen, die keine oder kaum direkte Beschwerden zur Folge haben. Ein kurzzeitiger, Mini-Schlaganfall wird auch transitorische ischämische Attacke (TIA) genannt. Die Betroffenen bemerken eine solche Attacke oftmals nicht oder sie führen die Probleme auf andere Ursachen zurück. Unabhängig von der Dauer der Symptome wird das Krankheitsbild ärztlich aber als Schlaganfall eingestuft und muss schnellstmöglich medizinisch abgeklärt werden. Denn ein Mini-Schlaganfall kann ein Anzeichen für einen bevorstehenden größeren Schlaganfall, mit ernsthaften gesundheitlichen Folgeschäden, sein. 

Schlaganfall-Prävention bei Vorhofflimmern

Durch Vorhofflimmern kann sich das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen. Bei Vorhofflimmern sollte daher eine Abschätzung des persönlichen Schlaganfallrisikos und gegebenenfalls eine Behandlung zur Vorbeugung erfolgen. 

Mehr zum Thema Schlaganfall-Prävention

Stroke Units – Schlaganfall Notdienste

Wenn möglich, sollte man bereits beim Absetzen des Notrufs den Verdacht auf einen Schlaganfall und die Symptome schildern. Denn der Rettungsdienst kann den Patienten schneller einordnen und ihn in ein Krankenhaus bringen, das eine sogenannte Stroke Unit besitzt. Stroke Units sind auf Schlaganfall-Patienten spezialisierte Klinikabteilungen, in denen schnell die notwendigen medizinischen Maßnahmen eingeleitet werden können. In Deutschland gibt es mehr als 300 solcher Spezialabteilungen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe haben ein gemeinsames Verfahren entwickelt, nach dem Stroke Units zertifiziert werden können. Eine Liste aller Units in Deutschlands finden Sie hier: www.dsg-info.de/stroke-units/stroke-units-uebersicht.html

Verhalten im Notfall: Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • Wählen Sie den Notruf 112.
  • Bleiben Sie bei der Person bis Hilfe eintrifft. Beruhigen Sie die Person.
  • Geben Sie keine Getränke oder Speisen, da der Schluckreflex beeinträchtigt sein könnte.
  • Lockern Sie enge Kleidung und achten Sie auf freie Atemwege.
  • Wenn die Person bewusstlos ist, dann bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.  
  • Kontrollieren Sie die Atmung der betroffenen Person. Wenn die Atmung aussetzt, beginnen Sie mit einer Herz-Druck-Massage

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Deutsche Schlaganfall Hilfe: Richtig Handeln bei Schlaganfall. Verfügbar unter: https://www.schlaganfall-hilfe.de/notfall [20.04.2021].

Robert Koch-Institut (RKI): Gesundheitliche Lage der Bevölkerung. Journal of Health Monitoring. 1/2017. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/JoHM_2017_01_gesundheitliche_lage.pdf;jsessionid=63E6388BCE7F2F696151AF1FB8EDD937.1_cid372?__blob=publicationFile [20.04.2021].

Statistisches Bundesamt destatis. Krebs war 2019 für ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich (03.02.2021) [online]: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/02/PD21_N010_231.html [29.04.2021]

Suttorp N, Möckel M, Siegmund B, Dietel M (Hrsg.). Harrisons Innere Medizin. 19. Aufl.. Stuttgart: Thieme; 2016.

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): Der Schlaganfall. Forschung – Diagnose – Therapie, Bonn, Berlin; 2012
 

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Erstellt vom Team Stiftung Gesundheitswissen.

Die Stiftung Gesundheitswissen hat das Ziel, verlässliches Gesundheitswissen in der Bevölkerung zu stärken. Die an der Erstellung unserer Angebote beteiligten Personen haben keine Interessenkonflikte, die eine unabhängige und neutrale Informationsvermittlung beeinflussen.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Interessenkonflikten finden Sie hier.

Alle unsere Angebote beruhen auf den derzeit besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie stellen keine endgültige Bewertung dar und sind keine Empfehlungen.

Weitere wichtige Hinweise zu unseren Angeboten finden Sie hier.

Erstellt am: 29.04.2021