Die Veränderung des Lebensstils ist der wichtigste Baustein in der Behandlung von Hypertriglyzeridämie.
Die Veränderung des Lebensstils ist der wichtigste Baustein in der Behandlung von Hypertriglyzeridämie. Erfahren Sie hier, welche Lebensstilmaßnahmen zur Senkung erhöhter Triglyzeridwerte geeignet sind und ob es auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten gibt.
Das Ziel der Behandlung bei Hypertriglyzeridämie ist es, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) zu senken.
Es gibt kein einheitlich festgelegtes oder empfohlenes Ziel für den Triglyzeridwert. Unter einem Wert von 150 mg/dl beziehungsweise 1,7 mmol/l nimmt jedoch das Risiko von Folgeerkrankungen ab.
In der Behandlung von Hypertriglyzeridämie spielt die Veränderung des Lebensstils eine wichtige Rolle und ist in den meisten Fällen ausreichend. Nur wenn ein hohes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegt und Lebensstilmaßnahmen die Triglyzeridwerte nicht ausreichend senken konnten, ist eine Behandlung mit Medikamenten erforderlich.
Sind andere Erkrankungen wie Diabetes mellitus Auslöser der Hypertriglyzeridämie, sollten diese Erkrankungen entsprechend gut behandelt werden.
Ernährung ist ein bedeutender Lebensstilfaktor in der Behandlung erhöhter Triglyzeridwerte.
Im folgenden Video erklärt Dr. med. Thomas Bobbert, Endokrinologe an der Charité Berlin, wie Triglyzeridwerte durch die Ernährung positiv oder negativ beeinflusst werden können.
Die Triglyzeride können durch die Ernährung sehr stark beeinflusst werden. Sowohl in positiver wie in negativer Hinsicht. Das spielt eine Rolle sowohl für das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als aber auch - bei sehr hohen Triglyzeridwerten - das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Und dementsprechend sollten wir hier auf die Ernährung besonders achten.
Interessanterweise ist es so, dass die Triglyzeride nicht nur durch den Fettgehalt der Lebensmittel beeinflusst werden, sondern vor allem auch durch den Einfluss von Kohlenhydraten, beziehungsweise Zucker, beeinflusst werden. Und da müssen wir viel stärker noch drauf achten als eigentlich auf den Fettgehalt.
Produkte, die ich eher bevorzugen sollte, wären Produkte, die langsam verdauliche Zucker haben, einen hohen Anteil an Ballaststoffen bzw. auch Produkte mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Da wäre ich bei Fischen sehr gut aufgehoben, bei entsprechenden Vollkornprodukten, wie z.B. Vollkornbrot oder Haferprodukten.
Streichen sollte ich Lebensmittel, die einen hohen Anteil an schnell verdaulichen Zuckern haben. Das wären z.B. Fruchtsaftgetränke, Obst, Süßigkeiten. Die müsste ich alle streichen. Weiterhin müsste ich streichen Produkte mit Alkohol, also alkoholische Getränke. Die führen auch sehr stark dazu, dass mein Triglyzerid-Spiegel ansteigt. Es ist so, dass vor allem in der Leber bei einem Überangebot an Zuckern, Kohlenhydraten
und Alkohol diese Kohlenhydrate umgewandelt werden in Triglyzeride und es dadurch zu einem verstärkten Anteil an Triglyzeriden dann im Blut kommt.
Klassische Stolperfallen sind, dass ich vor allem auf eine fettarme Ernährung achte, weil ich die Triglyzeride als Fette einordne und alternativ dann zu viele schnell verdauliche Kohlenhydrate zu mir nehme. Was dann aber leider dazu führt, dass meine Triglyzeride dann besonders ansteigen. Das kann man vermeiden, indem man beim Essen eher darauf achtet, dass der Teller eher etwas grüner aussieht. Das heißt, ich vor allem auf vegetarische Produkte, auf Gemüse achte. Dort ist der Anteil an schnell verdaulichen Kohlenhydraten gering.
Ganz besonders zu achten ist auch auf die Getränke. Hier sind gerade ja die Säfte oder Smoothies gerade sehr verlockend. Die klingen immer sehr gesund, weil ja sehr viel Obst drin ist. Allerdings, wie gesagt, viele
Kohlenhydrate da drin sind. Dementsprechend sollte man hier eher auf Getränke wie z.B. Wasser oder im Ausnahmefall auch mal eine Schorle ausweichen.
Wie schnell sollte ich meine Ernährung umstellen? Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Personen, die brauchen so den harten Wechsel, die sagen: "Ab morgen wird alles anders." Und die fahren damit dann sehr gut. Es gibt aber auch Menschen, die brauchen eher etwas länger Zeit, sich daran zu gewöhnen, an diese Umstellungen. Für sie ist es einfacher, wenn sie Schritt für Schritt die Ernährung umstellen.
Das viel Entscheidendere, finde ich, ist eigentlich, dass diese Umstellung so erfolgt, dass sie für mich eine Lebensqualität
Immer noch gewährleistet, mit der ich zufrieden bin und ich so meine Ernährungsumstellung auch lange durchhalten kann.
Mehr Informationen zum Thema Hypertriglyzeridämie finden Sie auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen.
Wissen ist gesund.
Ein hoher Alkoholkonsum ist eine häufige Ursache für erhöhte Triglyzeridwerte. Daher sollte Alkohol strikt vermieden werden, denn dies kann zu einer Normalisierung der Triglyzeridwerte beitragen.
Will man seine Triglyzeridwerte durch Ernährung reduzieren, ist folgendes ist wichtig:
Eine Ernährungsweise bei Hypertriglyzeridämie ist die einer Omega-3-Fettsäure-reichen Ernährung. Kann diese Ernährungsweise den Triglyzeridwert senken? Was sagen die Studien?
Um ungesundes Übergewicht zu reduzieren, muss der Körper mehr Energie verbrauchen, als er aufnimmt. Erreichen kann man dies durch eine kalorienärmere Ernährung oder mehr körperliche Aktivität.
Körperliche Aktivität kann die Blutfettwerte positiv beeinflussen. Vor allem Ausdauertraining spielt eine Rolle, um Blutfette zu senken und soll damit vor möglichen Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Wie Bewegung und Blutfettwerte zusammenhängen, erklärt Dr. med. Thomas Bobbert, Endokrinologe an der Charité Berlin.
Körperliche Aktivität kann vor allem das gute Cholesterin positiv beeinflussen, das sogenannte HDL-Cholesterin. Vor allem eher durch Ausdauertraining können wir das HDL-Cholesterin etwas steigern, was dann einen positiven Effekt auf das Entstehen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen besitzt.
Was das LDL-Cholesterin angeht und die Triglyceride, kann ich die in der Höhe nicht wesentlich beeinflussen. Allerdings kann ich deren Zusammensetzungen durch körperliches Training beeinflussen in einer positiven Weise. Und diesen Effekt sollte ich auf jeden Fall auch mitnehmen.
Die Bewegung im Alltag muss jeder für sich selber erst einmal herausfinden. Wir haben alle sehr unterschiedliche körperliche Voraussetzungen. Wenn ich bisher einen völlig inaktiven Lebensstil hatte, dann sind schon Belastungen wie ich nehme die Treppen, ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit
oder fahre nur die Hälfte des Weges zur Arbeit mit dem Auto und den anderen Teil mit dem Fahrrad, dann sind das schon Belastungen, die sich erstmal niederschlagen. Habe ich einen Beruf, bei dem ich körperlich sehr aktiv bin und viel unterwegs bin, da muss ich dann initial auch schon wirklich zum Training übergehen. Das heißt, dass ich joggen gehe, Fahrrad fahren gehe, schwimmen gehe. Beziehungsweise auch ein moderates körperliches Krafttraining mit dazu nehme.
Der erste Schritt sollte ein Besuch beim Arzt sein und ich sollte mich dort einmal durchchecken lassen, dass ich von meinem Herz-Kreislauf-System keine wesentlichen Vorerkrankungen habe, sodass ich mich körperlich aktiv bewegen kann. Dann, wenn ich meine körperliche Alltagsaktivität steigern möchte, ist z.B. eine Möglichkeit, zu sagen, ich kaufe mir z.B. so einen Schrittzähler oder es gibt in der Zwischenzeit viele solche Fitnessuhren. Und damit kann ich dann meine Schritte zählen, gucken wie viele Meter gehe ich am Tag, wie viele Treppenstufen steige ich? Das sind alles so kleine Möglichkeiten, keine Tricks, um mich selber zu motivieren, meine körperliche Aktivität zu steigern.
Möchte ich wirklich schon mit regelmäßigem Training beginnen, dann ist es eigentlich ratsam, auch hier erstmal jemanden zu fragen, der sich mit körperlichem Training auskennt, damit ich mich da auch nicht übernehme. Das kann im Fitnessstudio sein, das können Vereine sein, das können verschiedene Trainer sein. Und da gibt es sehr viele Angebote. Man muss sie nur nutzen.
Prinzipiell sind eigentlich erstmal alle Sportarten gut. Geeignet sind vor allem Ausdauersportarten. Hier haben wir am meisten Erfahrung und am meisten Daten dazu, dass diese Sportarten zu einer Verhinderung oder Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Allerdings gibt es in den letzten Jahren auch immer mehr Anzeichen dafür, dass Intervalltraining oder moderates Krafttraining hier einen positiven Effekt haben.
Nur körperliche Bewegung führt in der Regel nicht zum Ziel. Wir müssen an sich sowohl die Ernährung als auch die körperliche Aktivität im Auge haben. Wenn wir beides zusammen umsetzen können und einen gesunden Lebensstil haben, dann erreichen wir unser Ziel: Die Beeinflussung der Lipidwerte als auch das Vermeiden von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Mehr Informationen zum Thema Hyperlipidämie finden Sie auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen.
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Um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, bietet sich eine regelmäßige körperliche Bewegung von mittlerer Intensität an. Dazu zählen z. B. Walken, Joggen, Wandern, Tanzen oder Schwimmen. Laut europäischer Leitlinie für Fettstoffwechselstörungen sind 30 – 60 Minuten pro Tag empfehlenswert.
Daneben können körperliche Aktivitäten auch in den Alltag eingebunden werden und so zu einem höheren Energieverbrauch beitragen. Solche Aktivitäten sind zum Beispiel Treppensteigen statt Aufzugfahren, schnelles Gehen, Radfahren und Gartenarbeit.
In der Medizin hören wir immer wieder von Grenzwerten und Zielwerten. Aber was sagen diese aus? Wie werden sie festgelegt? Und inwieweit helfen sie bei der Behandlung?
Eine Behandlung der Hypertriglyzeridämie mit Medikamenten benötigen nur wenige Betroffene. Bei vielen Personen mit Hypertriglyzeridämie ist jedoch auch der LDL-Cholesterinwert erhöht und dieser sollte entsprechend gesenkt werden.
Das vorrangige Ziel der Behandlung ist daher, durch Senkung des LDL-Cholesterinwerts das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu mindern. Dafür werden in der Regel sogenannte Statine als Mittel der ersten Wahl eingesetzt, da sie nachweislich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verringern.
Der LDL-Cholesterin-Zielwert richtet sich nach dem Gesamtrisiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dementsprechend wird für jeden Betroffenen individuell ein Zielwert für das LDL-Cholesterin festgelegt.
Wird der individuelle LDL-Cholesterinzielwert mit Statinen erreicht, ist unter Berücksichtigung des individuellen Gesamtrisikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entscheiden, ob die Behandlung der Hypertriglyzeridämie weiter medikamentös erfolgt. Abhängig ist dies von der Höhe der Triglyzeridwerte und von der Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Es reicht nicht, Medikamente nur kurzfristig einzunehmen. Um die Triglyzeridwerte langfristig unter Kontrolle zu halten, bedarf es der regelmäßigen und dauerhaften Einnahme der Medikamente.
Statine bewirken eine Senkung des LDL-Cholesterins und der Triglyzeride. Sie senken nachweislich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wie eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls. Ebenso mindern sie das Risiko, daran zu versterben.
Statine sind zudem in der Regel gut verträglich. Zu ihnen gehören die Wirkstoffgruppen Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Pravastatin, Rosuvastatin und Simvastatin.
Omega-3-Fettsäuren können in hoher Dosierung die Triglyzeride senken und das HDL-Cholesterin erhöhen. Dies lässt sich meist nicht allein über den Fischkonsum erreichen. Die häufigste unerwünschte Nebenerscheinung sind Magen-Darm-Beschwerden. Zudem haben Omega-3-Fettsäuren eine blutgerinnungsfördernde Wirkung.
Fibrate senken die Triglyzeride und erhöhen das HDL-Cholesterin. Unerwünschte Nebenerscheinungen können leichte Schmerzen im Bauchbereich, Muskelschmerzen, die Bildung von Gallensteinen oder die Erhöhung von Leberwerten sein.
Wie kann man neue Ernährungsgewohnheiten umsetzen? Wie schafft man es, regelmäßig an die Medikamente zu denken? Tipps dazu haben wir für erhöhte Cholesterinwerte zusammengestellt. Sie lassen sich auch auf den Alltag mit Hypertriglyzeridämie übertragen.
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Erstellt am: 20.01.2022