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Depression

Welche Behandlungen kommen bei Depression in Frage?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Depression zu behandeln. Bei der Auswahl spielen unter anderem der Schweregrad der Erkrankung, aber auch die persönlichen Wünsche der Erkrankten eine Rolle. Auf dieser Seite können Sie sich einen Überblick über Behandlungsmöglichkeiten und Ziele verschaffen.

Welches Ziel hat die Behandlung der Depression?

Bei der Behandlung von akuten Depressionen geht es vor allem darum, 

  • die Beschwerden und den Leidensdruck zu lindern,
  • neue depressive Episoden zu verhindern,
  • wieder am Alltag, am Familien- und Arbeitsleben teilnehmen zu können.

Weitere mögliche Ziele sind,

  • wieder Lebensfreude zu gewinnen,
  • die Motivation für tägliche Aufgaben und Unternehmungen zu steigern,
  • soziale Kontakte zu fördern,
  • sich selbstständig zu versorgen, z. B. den Haushalt und die Körperhygiene zu erledigen.

Kann man auch eigene Ziele festlegen?

Welche Ziele Sie persönlich mit der Behandlung verknüpfen, können Sie mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin besprechen. Denn Sie entscheiden gemeinsam, was Sie mit der Behandlung erreichen wollen und welche Methoden geeignet sind. Überlegen Sie zusammen, welche Behandlung gut in Ihren Alltag passt. Je besser Sie die Therapie verstehen und umsetzen können, umso höher die Chance, dass sie auch Erfolg hat.

Im Folgenden finden Sie einige beispielhafte Ziele, die Sie in das Gespräch mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrem Therapeuten, der Therapeutin mitnehmen können.

Überlegen Sie zunächst in Ruhe: Was ist Ihnen besonders wichtig, wenn Sie an Ihr Leben denken? Welche Dinge, die Sie aufgrund Ihrer Erkrankung nicht mehr tun, wollen Sie wieder tun?

Meine Behandlungsziele

Welche Beschwerden, die Sie am meisten belasten, soll die Behandlung verbessern? Sie können nun die unten aufgeführten Ziele sortieren – je nach Wichtigkeit für Sie. Fügen Sie bei Bedarf auch eigene Notizen hinzu. Über den Infokorb (Plus-Symbol rechts an der Überschrift) ist es möglich, die Liste als PDF auszudrucken und mitzunehmen.
  • mehr Lebensfreude empfinden und Lebensqualität wiederherstellen
    max 300 Zeichnen Speichern
  • Freizeit-Aktivitäten wieder aufnehmen
    max 300 Zeichnen Speichern
  • soziale Kontakte wieder aufnehmen oder verstärken
    max 300 Zeichnen Speichern
  • wieder arbeiten gehen können
    max 300 Zeichnen Speichern
  • körperlich fitter und gesünder werden
    max 300 Zeichnen Speichern
  • Nebenwirkungen der Behandlung vermindern (Sedierung, sexuelle Funktionsstörung)
    max 300 Zeichnen Speichern
  • besser schlafen
    max 300 Zeichnen Speichern
  • sich besser konzentrieren können
    max 300 Zeichnen Speichern
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Manchen Menschen fällt es schwer, persönliche Ziele und Wünsche zu erfassen – vor allem zu Beginn der Erkrankung, wenn die Beschwerden noch stark ausgeprägt sind. Dann kann man die persönlichen Behandlungsziele mit dem behandelnden Arzt, der Ärztin oder dem Therapeuten, der Therapeutin auch zu einem späteren Zeitpunkt besprechen.

Wie läuft die Behandlung bei Depression ab?

Die Behandlung einer Depression wird in drei Phasen eingeteilt.

Zunächst geht es darum, die aktuellen Beschwerden so gut wie möglich zu behandeln. Diese Phase der Behandlung nennt man auch Akuttherapie. Sie wird möglichst so lange weitergeführt, bis die Beschwerden verschwinden oder zumindest stark zurückgegangen sind. Das dauert Mensch zu Mensch unterschiedlich lange.

Anschließend kann die Therapie weitergeführt werden, um den Zustand des Patienten, der Patientin zu stabilisieren und das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Diese Phase, die ein Jahr oder länger dauert, nennt man Erhaltungstherapie.

Für Betroffene, die ein hohes Risiko für eine wiederkehrende (rezidivierenden) Depression haben, kann sich eine dritte Behandlungsphase anschließen: die Rezidivprophylaxe. Sie soll verhindern, dass es zu einer weiteren depressiven Episode kommt. Je nach Art der Behandlung dauert die Rezidivprophylaxe bis zu zwei Jahren.

Depression: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine depressive Frau geht zu einer Ärztin.
Bitte um das Video zu sehen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Depression zu behandeln.  Bei der Auswahl einer passenden Behandlung spielen unter anderem der Schweregrad und der Verlauf der Erkrankung eine Rolle. Die wichtigsten Behandlungen sind Psychotherapie und Medikamente. Auch eine Kombination aus beidem ist möglich.  Zusätzlich kann der Arzt unterstützende Maßnahmen zur Selbsthilfe anbieten, zum Beispiel aufklärende Gespräche zur Erkrankung, Selbsthilfebücher oder Methoden für besseren Schlaf.

Auch eine Onlinetherapie kann als unterstützende Maßnahme eingesetzt werden. In einer Psychotherapie klären Erkrankte gemeinsam mit ihrem Therapeuten, welche Umstände zur Depression beitragen oder beigetragen haben könnten. Das können zum Beispiel Konflikte mit Mitmenschen sein oder bestimmte Denkmuster.  Anschließend werden Methoden erarbeitet, die es den Betroffenen ermöglichen sollen, mit diesen Umständen künftig besser umzugehen. Das kann einzeln aber auch in einer Gruppe erfolgen.

Mit Psychotherapien werden vor allem mittelschwere und schwere Depressionen behandelt. Bei leichten Depressionen kommen sie auch in Betracht, insbesondere dann, wenn die depressiven Phasen immer wiederkehren oder wenn andere Maßnahmen zur Selbsthilfe nicht erfolgreich waren. Plätze für eine Psychotherapie sind in Deutschland regelmäßig ausgebucht und kurzfristige Termine nur schwer zu bekommen. Onlinetherapien können diese Wartezeiten aber überbrücken und die Behandlung ergänzen. Denn auch über das Internet und über Apps wird heutzutage therapeutische Hilfe angeboten.

Bei mittelschweren und schweren Depressionen kommen auch Medikamente, sogenannte Antidepressiva, zur Behandlung in Frage. Antidepressiva sollen die akuten Beschwerden der Depression lindern. In der Regel nimmt man sie über einen längeren Zeitraum. Sie können auch gemeinsam mit einer Psychotherapie eingesetzt werden. Nutzen und Schaden müssen vor der Einnahme aber sorgfältig abgewogen werden, da Antidepressiva Nebenwirkungen haben können. 

Ob Psychotherapie oder Medikamente – Ziel ist es, die akuten Beschwerden der Depression zu lindern und Rückfälle in weitere depressive Phasen zu verhindern. 
Gemeinsam mit dem Arzt oder Therapeuten kann die optimale Behandlung gefunden werden.

Weitere Informationen zum Thema Depression finden Sie auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen

Wissen ist gesund.

Wie können Depressionen behandelt werden?

Die wichtigsten Behandlungen bei Depression sind die Psychotherapie und Medikamente. Je nach Schweregrad und Phase der Erkrankung können sie einzeln oder auch zusammen eingesetzt werden. Zusätzlich kann man weitere Behandlungen erwägen, z. B.

  • Online-Therapien über ein Computerprogramm oder eine App,
  • Ergotherapie,
  • Sport- und Bewegungstherapie,
  • Lichttherapie.

Welche Behandlungen gibt es?

Eine Depression wird in der Regel mit Psychotherapie oder Medikamenten behandelt. Je nach Schweregrad der Erkrankung ist auch eine Kombination aus mehreren Behandlungen möglich. Auch eine Onlinetherapie kann als unterstützende Maßnahme eingesetzt werden.

Wann kommt welche Behandlung in Frage?

Die Entscheidung über die Behandlung richtet sich unter anderem nach dem Schweregrad der Depression. Außerdem wird berücksichtigt, ob die Depression zum ersten Mal auftritt oder ob es sich um ein wiederkehrendes Ereignis handelt.

Behandlungsmöglichkeiten bei leichter Depression

Eine leichte Depression muss man nicht immer mit Medikamenten oder Psychotherapie behandeln. Stattdessen können Ärzte und Ärztinnen zunächst auch niedrigschwellige Behandlungen anbieten – also einfache Maßnahmen, die den Erkrankten helfen sollen, besser mit der Erkrankung umzugehen. Dazu zählt etwa Folgendes:

  • Aufklärung über die Erkrankung
  • Selbsthilfe-Bücher
  • Unterstützende Gespräche mit psychotherapeutischen Techniken
  • Strategien zur Problemlösung erlernen
  • Aufklärung über Maßnahmen für einen besseren Schlaf

Die Hausärztin, der Hausarzt kann solche Maßnahmen begleiten. Auch psychosoziale Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen können daran mitwirken.

Eine leichte Depression lässt sich auch mithilfe von Online-Programmen behandeln. Wichtig ist, dass diese Programme ärztlich verordnet werden. 

Wenn Patienten und Patientinnen diese Maßnahmen in Anspruch nehmen möchten, ist es wichtig, regelmäßig mit dem Arzt zu prüfen, ob sich die Beschwerden dadurch verändern. Bei Bedarf sollte der oder die Erkrankte weitere, intensivere Behandlungen bekommen.

Auch eine Psychotherapie ist bei leichter Depression möglich, wenn.

  • die Betroffenen in der Vergangenheit bereits gut auf die Psychotherapie angesprochen haben.
  • die Beschwerden sich trotz Selbsthilfe nicht bessern.
  • wenn bereits früher depressive Episoden auftraten und die Depression chronisch werden könnte.
  • wenn Betroffene keine guten Erfahrungen mit niedrigschwelligen Angeboten haben oder diese nicht in Anspruch nehmen möchten.

Tritt die leichte Depression zum ersten Mal auf, kommen Medikamente eher nicht in Frage. Haben die Erkrankten bereits eine depressive Episode erlebt und gute Erfahrungen mit Medikamenten gemacht, so können sie eingesetzt werden.

Behandlungsmöglichkeiten bei leichter Depression

Behandlungsoptionen mittelschwerer und schwerer Depression

Bei mittelschwerer Depression kommen entweder eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten in Frage. Bei schwerer Depression ist eher eine Kombination aus beidem – also Medikamente und Psychotherapie – sinnvoll. Auf Wunsch der Erkrankten kann aber auch nur eine der beiden Behandlungen eingesetzt werden.

In beiden Fällen können Online-Therapien unterstützend hinzukommen. Auch hier ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt, die Ärztin diese Programme verordnet und begleitet.
 

Behandlungsmöglichkeiten bei mittelschwerer und schwerer Depression

Wie lassen sich Rückfälle verhindern?

Manche Menschen erleben nach einer erfolgreichen Behandlung eine weitere depressive Episode. Das Risiko besteht vor allem dann, wenn die Therapie zu früh endet. Deshalb schließt sich an die Akutbehandlung oft eine weitere Behandlung an: die Erhaltungstherapie. Sie beginnt, wenn die Beschwerden der Depression sich gebessert haben oder ganz zurückgegangen sind. Das Ziel dabei ist, den Zustand der Betroffenen so weit zu stabilisieren, dass kein Rückfall eintritt.

Bei einer Erhaltungstherapie mit Medikamenten werden die Mittel einfach weiter eingenommen. Das kann 6 bis 12 Monate gehen. Zusätzlich kann auch eine Psychotherapie hinzukommen. Eine Erhaltungstherapie kann auch nur in einer Psychotherapie stattfinden. 

Wenn ein erhöhtes Risiko für Rückfälle besteht, kann die Psychotherapie auch über mehrere Jahre weitergeführt werden. Eine solche durchgehende Therapie nennt man Rezidivprophylaxe.

Welche weiteren unterstützenden Behandlungsoptionen gibt es?

Die Behandlung mit Psychotherapie oder Medikamenten lässt sich durch weitere Behandlungen ergänzen. Beispiele sind:

Ergotherapie
Ergotherapie: Menschen mit schwerer oder chronischer Depression benötigen zum Teil Unterstützung im Alltag oder Beruf. Ergotherapie kann helfen die Motivation, Belastbarkeit und Flexibilität zu verbessern. Dort lernt man auch, den Tag zu planen und zu strukturieren.
Lichttherapie
Lichttherapie: Die Lichttherapie bietet sich vor allem bei saisonaler Depression (Winterdepression) an. Dabei schaut man ohne Sonnenbrille in eine spezielle Lampe. Es gibt auch Lichtmasken und Lichtbrillen. Die Behandlung muss in der Regel mehrere Tage bis Monate täglich erfolgen.
Bewegung und Sport
Bewegungs- und Sporttherapien: Sport und Bewegung können Menschen mit Depression helfen aktiver zu sein. Es bieten sich verschiedene Sportarten an, z. B. Walking, Krafttraining, Tennis und Fußball, oder auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training. Am besten bewegt man sich gemeinsam in einer Gruppe.
Kunsttherapie
Künstlerische Therapien: Manchen Menschen fällt es schwer, Gefühle in Worte zu fassen. Künstlerische Therapien können helfen, sich auszudrücken, etwa durch Malen, Musizieren, Tanzen oder Theaterspielen. In der Regel findet man solche Therapieformen nur in sozialen Einrichtungen wie Tagesstätten.
Wachtherapie
Wachtherapie oder Schlafentzugstherapie: Bei der Wachtherapie geht es darum, so lange wie möglich wach zu bleiben, bis hin zu einem völligen Schlafentzug. Mit einer Wachtherapie versucht man, kurzfristig eine Besserung der Beschwerden zu erreichen. Sie kann zu Hause oder in einem Krankenhaus erfolgen.

Leben mit Depression

Auch wenn es mitten in einer depressiven Episode nicht so scheint: Menschen mit Depression können ein erfülltes und glückliches Leben führen. Wir haben Betroffene gefragt, wie ihnen das gelingt, und Tipps für den Alltag gesammelt.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression – Langfassung, Version 3.1. 2022.
 

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Dr. Eugenia Marbach-Breitrück
Dr. Eugenia Marbach-Breitrück

Dr. Eugenia Marbach-Breitrück

Referentin Interventionsentwicklung / Fachleitung Informationsangebote
Dr. Eugenia Marbach-Breitrück ist promovierte Biomedizinerin mit Schwerpunkt Stoffwechselerkrankungen. Für die Stiftung erarbeitet sie auf Basis der Methoden der evidenzbasierten Medizin Inhalte für multimediale Informationsangebote und setzt sich vertiefend mit deren Weiterentwicklung auseinander.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Nastasia Vogelsang
Nastasia Heilemann

Nastasia Vogelsang

Senior-Multimedia-Producerin
Nastasia Vogelsang studierte Angewandte Medienwirtschaft mit Schwerpunkt TV-Producing. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert sie multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.

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Erstellt am: 31.03.2023