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Covid-19 (Corona)

Milder Verlauf von Covid-19: Was tun?

Husten, Schnupfen, Fieber und ein positiver Corona-Test sind sichere Anzeichen dafür, dass man an Covid-19 erkrankt ist. Bei jungen, gesunden Menschen verlaufen Covid-Erkrankungen meist mild. Dennoch können Betroffene sich sehr krank fühlen. Was kann man bei einem milden Covid-Verlauf tun? Und bedeutet „mild“ auch immer „harmlos“?

Covid-19: Was tun bei mildem Verlauf?

Covid-19 ist eine Erkrankung, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird. Sie kann unterschiedlich schwer verlaufen. Die Weltgesundheitsorganisation teilt Covid-Erkrankungen in drei Schweregrade ein:

  • Milde Verläufe, bei denen keine schwerwiegenden Symptome auftreten. Betroffene können sich zwar sehr krank fühlen, benötigen aber keine besondere Behandlung.
  • Schwere Verläufe, bei denen Patienten und Patientinnen geringe Sauerstoffwerte im Blut haben, an Luftnot leiden und Anzeichen einer Lungenentzündung zeigen.
  • Kritische Verläufe, bei denen Patienten und Patientinnen auf der Intensivstation im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Video: Wie zeigt sich ein milder Verlauf?

Porträt von Prof. Dr. Martin Scherer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Was ist ein milder Verlauf?
Ein milder Verlauf sieht so aus, wie ich es auch von anderen viralen Atemwegsinfekten her kenne - mit unterschiedlichen Symptomen. Die können bestehen aus Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen. Natürlich nicht alles auf einmal, aber so aus dieser Palette können Symptome auftreten.

Welche Warnsignale deuten auf einen schweren Verlauf hin?
Wenn ich selber merke, dass das Krankheitsgefühl zunimmt, dass ich zum Beispiel unablässig huste, das Fieber steigt, ich gar nicht mehr aus dem Bett rauskomme, mich müde und abgeschlagen fühle, dann handelt es sich nicht mehr um einen leichten Verlauf und dann ist auch der Punkt erreicht, dass ich eine hausärztliche Praxis kontaktieren sollte.

Bin ich nach der Erkrankung sofort wieder fit?
Nach 14 Tagen sollten in der Regel die Symptome abgeklungen sein. Ich kann mich dann auch trauen, wieder normal in die Belastung reinzugehen, mich wieder aktiv zu verhalten. Ich sollte mir dabei bewusst sein, dass es doch vielleicht nicht ganz so ist wie vorher, dass ich es dann mal ein bisschen ruhiger angehe, ein bisschen austariere, wie stark ich mich belaste. Und sollten dann noch andere Symptome auftreten, neue oder von den alten Symptomen, welche nicht weggehen, dann müsste ich eventuell noch mal ärztliche Hilfe aufsuchen.

Mehr Informationen zum Thema COVID-19 finden Sie auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen.

Wissen ist gesund.

Wie äußert sich ein milder Verlauf?

Die ersten Symptome einer milden Covid-Erkrankung ähneln denen einer Erkältung:

Vereinzelt klagen Betroffene aber auch über Magen-Darm-Beschwerden, wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Weitere Symptome, die beschrieben wurden, sind: Atemnot, Gewichtsverlust, Bindehautentzündung, Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten, Teilnahmslosigkeit und starke Schläfrigkeit.

Bei der Omikron-Variante des Corona-Virus treten eher Beschwerden im Hals und Rachen auf. Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns sind bei dieser Variante seltener als bei den vorhergehenden Varianten.

Corona-Tests

Covid-19 kann sich sehr unterschiedlich äußern und ist oft schwer von einer Erkältung oder Grippe zu unterscheiden. Corona-Tests können Gewissheit darüber bringen, ob es sich wirklich um Covid-19 handelt.

Wie lange dauert ein milder Verlauf?

Aktuelle Daten zeigen, dass die meisten milden Erkrankungen nach rund zwei Wochen überstanden sind. 

Wie verläuft mildes Covid bei Kindern und Jugendlichen?

Einige Kinder und Jugendliche, die sich mit Covid angesteckt haben, zeigen gar keine Symptome. Bei ihnen verläuft die Erkrankung auch häufig milder als bei Erwachsenen. Ein milder Verlauf dauert bei Kindern und Jugendlichen im Durchschnitt sechs Tage, wobei Kinder meist noch etwas schneller genesen als Jugendliche.

Was kann ich tun, wenn ich erkrankt bin?

Wer an Covid erkrankt ist, soll sich möglichst zu Hause isolieren und direkten Kontakt zu anderen Menschen meiden, um diese nicht anzustecken. 

Wer jünger als 60 Jahre ist und keine Vorerkrankungen hat, muss nicht zwingend zum Arzt oder zur Ärztin gehen. Stattdessen kann man sich zu Hause auskurieren: Ruhe, Schlaf, gesundes Essen und reichlich Wasser oder ungesüßte Tees helfen bei der Genesung.

Welche Hausmittel helfen?

Beliebte Hausmittel gegen Erkältungen bieten sich auch bei Covid-19 an. Hühnersuppe und Co. sind zwar keine Wundermittel, können oft aber zumindest kurzfristig das Wohlbefinden bessern.

Welche Medikamente helfen bei mildem Verlauf?

Es gibt derzeit keine Medikamente, mit denen man eine milde Covid-Erkrankung direkt behandeln kann. Verschiedene Mittel sind auf dem Markt, um die Beschwerden etwas zu lindern. Man erhält sie in der Regel ohne ärztliches Rezept in der Apotheke oder Drogerie. Dazu gehören beispielsweise:

  • Nasensprays aus Meerwasser
  • Lutschtabletten gegen Halsschmerzen
  • Fiebersenkende Mittel
  • Pflegende Cremes für gereizte Nasen und trockene Lippen
  • Erkältungssalben
  • Lösungen zum Inhalieren
  • Kräuter- oder Früchtetees

Wie gut diese Mittel wirken, ist durch Studien jedoch kaum belegt. Ein Schaden durch ihre Anwendung ist unwahrscheinlich.

Ein wichtiger Ansprechpartner bei der Frage, wie die Beschwerden behandelt werden können, ist auch der behandelnde Hausarzt oder die behandelnde Hausärztin. 

Ab wann sollte ich zum Arzt gehen? 

Gesunde Menschen unter 60 Jahren überstehen einen milden Verlauf in der Regel auch ohne ärztliche Hilfe. Wenn sich die Symptome währen der ersten Woche verschlechtern, sollte man den Hausarzt, die Hausärztin kontaktieren. Das gilt vor allem bei steigendem Fieber, Brustschmerzen oder Atemproblemen. Wenn man zu einer Risikogruppe für einen schweren Verlauf gehört, sollte man gleich die Hausärztin, den Hausarzt kontaktieren.

Was erhöht das Risiko eines schweren Verlaufs?

Manche Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs. Welche das sind: 

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Über 65 Jahre alt oder vorerkrankt: Was muss ich beachten?

Vorerkrankungen oder ein hohes Alter erhöhen das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. In diesem Fall kann sich eine milde Erkrankung mit schwachen Symptomen innerhalb von Tagen verschlimmern. Ältere und vorerkrankte Menschen sollten deshalb ihren Arzt, ihre Ärztin informieren, wenn sie positiv auf Covid getestet wurden. Der Arzt, die Ärztin wird dann das weitere Vorgehen mit ihnen besprechen.

Bei gefährdeten Personen kann der Arzt, die Ärztin auch Medikamente verordnen, die einen schweren Verlauf verhindern sollen. Das können z. B. Medikamente sein, die Lungenentzündungen verhindern. Es gibt auch Medikamente, die die Vermehrung des Coronavirus bremsen sollen.

Bei Menschen mit einem hohen Lebensalter oder Vorerkrankungen kann ein milder Verlauf in einen schweren umschlagen. Ein Medikament namens Paxlovid soll einen schweren Verlauf bei gefährdeten Menschen verhindern. Aber wirkt es auch? Wir haben uns die Zulassungsstudie für Paxlovid genauer angeschaut.

Wie lange bin ich ansteckend?

Es ist nicht eindeutig geklärt, wie lange man mit COVID-19 ansteckend ist. Klar ist, dass man schon ansteckend sein kann, wenn man selbst noch keine Symptome hat. Am ersten und zweiten Krankheitstag mit Symptomen ist die Ansteckungsgefahr am größten. Wie lange man danach ansteckend ist, hängt auch davon ab, wie schwer die Krankheit verläuft. Bei milden Verläufen geht die Ansteckungsfähigkeit nach fünf bis sieben Tagen ab Krankheitsbeginn zurück und nach etwa zehn Tagen ist man nicht mehr ansteckend, wenn man dann auch kein Fieber mehr hat und sich die Symptome nicht verschlimmert haben.

Können bei einem milden Verlauf Langzeitfolgen auftreten? 

Covid-19 kann ohne Folgeschäden wieder ausheilen. In manchen Fällen können aber Langzeitfolgen auftreten – auch bei mildem Verlauf. Halten die Beschwerden einer Covid-19-Erkrankung länger als vier Wochen an oder treten sie nach überstandener Erkrankung neu auf, spricht man von Long Covid.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Corona-Infektion – wie geht es weiter?; 2023. Verfügbar unter https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/wie-verhalte-ich-mich/bei-einer-corona-infektion/ [12.08.2025].

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Verdacht auf Infektion und Krankheitsverlauf; 2025. Verfügbar unter https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/fragen-und-antworten/verdacht-auf-infektion-und-krankheitsverlauf/#tab-12380-c3758 [12.08.2025].

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Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM). Akuter und chronischer Husten. S3-Leitlinie AWMF-Register-Nr. 053-013 DEGAM-Leitlinie Nr. 11; 2021.

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM). SARS-CoV-2/COVID-19- Informationen & Praxishilfen für niedergelassene Hausärztinnen und Hausärzte. DEGAM S1-Handlungsempfehlung. AWMF-Register-Nr. 053-054; 2023.

Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI). S3-Leitlinie - Empfehlungen zur Therapie von Patienten mit COVID-19, Version Januar 2024. AWMF-Register-Nr. 113/001; 2024

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). S1-Leitlinie „Long/Post-Covid“; 2024.
gesundheitsinformation.de. Erkältung; 2023. Verfügbar unter https://www.gesundheitsinformation.de/erkaeltung.html#Behandlung[02.09.2024].

Lehfeld, AS; Buda, S; Haas, W; Hauer, B; Schulze-Wundling, K; Buchholz, U. The Changing Symptom Profile of COVID-19 During the Pandemic – Results From the German Mandatory Notification System. In: Deutsches Arzteblatt international 2023; 120 (24), S. 420–421. doi: 10.3238/arztebl.m2023.0018.

Riedl, B; Peter, W. Basiswissen Allgemeinmedizin. 2. Auflage. Berlin, Heidelberg: Springer; 2020.

Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19; 2021. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html [30.09.2024].

Robert Koch-Institut (RKI). Coronavirus SARS-CoV-2 - Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu akuten Atemwegserkrankungen und COVID-19; 2024. Verfügbar unter https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-19/FAQ-gesamt.html?nn=13490888 .

Robert Koch-Institut (RKI) (2024): RKI-Ratgeber COVID-19. In: Epid Bull (22), S. 3–14. doi: 10.25646/12106.

Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger am Robert Koch-Institut (STAKOB). Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19; 2023. Verfügbar unter https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/Stakob/Stellungnahmen/Stellungnahme-Covid-19_Therapie_Diagnose.pdf?__blob=publicationFile [30.09.2024].

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UpToDate. COVID-19: Evaluation of adults with acute illness in the outpatient setting; 2024. Verfügbar unter https://www.uptodate.com/contents/covid-19-evaluation-of-adults-with-acute-illness-in-the-outpatient-setting, zuletzt geprüft [30.09.2024].

Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

Autoren und Autorinnen:
Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Michael Mibs
Michael Mibs

Michael Mibs

Referent Evidenzbasierte Medizin
Michael Mibs ist studierter Gesundheitswissenschaftler und Soziologe. Für die Stiftung erarbeitet er Inhalte für multimediale Informationsangebote auf Basis der Methoden der evidenzbasierten Medizin und konzipiert Analysen mit Bezug zur klinischen Versorgung.
Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. med. Martin Scherer
Prof. Dr. Martin Scherer

Prof. Dr. med. Martin Scherer

Prof. Dr. med. Martin Scherer studierte Humanmedizin in Marburg, Wien und Paris. Als Professor an der Universität Lübeck untersuchte er das Thema „Versorgungsforschung und ihre Methoden“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in der Über- und Unterversorgung und der Entwicklung von Qualitätsindikatoren und Leitlinien. Seit 2012 ist Scherer Leiter der klinischen Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Er ist zudem Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) und Mitglied in weiteren medizinischen Fachgesellschaften. Seit 2015 berät Prof. Dr. med. Martin Scherer die Stiftung Gesundheitswissen.
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Dr. med. Dagmar Lühmann
Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann

Dr. med. Dagmar Lühmann absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Medizin an der Universität zu Lübeck. Nach dem Examen arbeitete sie als Assistenzärztin am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie und promovierte dort zum Thema "Auswirkungen von Quecksilberexposition auf das menschliche Immunsystem". Später arbeitete sie am Institut für Sozialmedizin an der Universität zu Lübeck mit dem Schwerpunkt evidenzbasierte Medizin und Bewertung von medizinischen Verfahren (Health Technology Assessment). Seit 2013 ist sie als Forschungskoordinatorin am Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig.

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Erstellt am: 29.10.2024