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Cannabis: Risiken für Jugendliche

Cannabis kann verschiedene gesundheitliche Risiken für Jugendliche und Kinder haben. Erfahren Sie auf dieser Seite, welche Auswirkungen Cannabiskonsum bei Jugendlichen haben kann, was die Legalisierung verändert und wie Sie Ihr Kind vor Risiken durch Cannabiskonsum schützen können.

Cannabis-Legalisierung: Was sind Risiken für Jugendliche und Kinder?

Durch das neue Cannabisgesetz wird der Besitz und Konsum von Cannabisprodukten teilweise legalisiert. Für Minderjährige bleiben der Erwerb, Besitz und Anbau von Cannabis jedoch weiterhin verboten. Es ist weiterhin eine Straftat, Cannabis an Jugendliche oder Kinder abzugeben.

Das neue Cannabis-Gesetz dient auch dazu, Kinder und Jugendliche zu schützen:

  • Der Konsum in unmittelbarer Gegenwart von Minderjährigen ist verboten.
  • Der öffentliche Konsum von Cannabis wird beschränkt: Das bedeutet z.B. kein Konsum in Fußgängerzonen zwischen 7 und 20 Uhr, kein Konsum in Anbauvereinigungen oder in weniger als 100 Meter zum Eingangsbereich, kein Konsum im Umkreis von 100 Metern zu Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kinderspielplätzen und öffentlich zugänglichen Sportstätten.
  • Anbauvereinigungen müssen mindestens 200 Meter Abstand zu Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Kinderspielplätzen haben.
  • Beim Eigenanbau von Cannabis müssen entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden, um einen unerlaubten Zugriff durch Kinder und Jugendliche zu vermeiden.
  • Maßnahmen zur Aufklärung und Vorbeugung von Cannabiskonsum bei Jugendlichen sollen ausgebaut werden.

Weiterhin hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) eine Informations- und Aufklärungskampagne für junge Menschen gestartet. Diese bietet Informationen zur Gesetzeslage, zur Wirkung und den Risiken des Cannabiskonsums sowie Unterstützungsangebote für Eltern, Betroffene und Angehörige.

Gras im Salat

Wie wirkt Cannabis im Körper und welche Folgen kann der Konsum haben? In diesem Comic finden Sie Grundlagenwissen, um mit Ihrem Kind über dieses Thema sprechen zu können.

Welche Auswirkungen hat Cannabiskonsum bei Jugendlichen?

Cannabiskonsum kann unterschiedliche gesundheitliche Auswirkungen für Kinder und Jugendliche haben. Dabei erhöht jeder Cannabiskonsum das Risiko für gesundheitliche Folgen – unabhängig davon, ob gelegentlich oder regelmäßig konsumiert wird.

Grundsätzlich gilt: Je früher im Leben man mit dem Cannabiskonsum beginnt, desto höher das Risiko für gesundheitliche Folgen. Ein besonders hohes Risiko besteht bei starkem Konsum oder Abhängigkeit im Jugendalter.

Auswirkungen von Cannabis in der Jugend auf das Gehirn

Cannabiskonsum kann das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit von Jugendlichen beeinträchtigen. Es ist unklar, ob die Beeinträchtigungen wieder verschwinden, wenn der Konsum beendet wird. Studiendaten zeigen hier unterschiedliche Ergebnisse.

Eine systematische Übersichtsarbeit hat 7 Studien zum Thema Cannabis und Intelligenz ausgewertet. Dabei wurde untersucht, ob Cannabiskonsum vor dem 26. Lebensjahr die Intelligenz beeinträchtigt. Die Intelligenz wurde mithilfe eines IQ-Tests gemessen. Dieser gibt die Intelligenz als Punktwert auf einer Skala an. Der durchschnittliche IQ-Wert liegt bei 100 Punkten.

Bei Jugendlichen, die Cannabis konsumierten, ging der IQ im Schnitt um 2 Punkte zurück. Dieser Rückgang ist so gering, dass er sich im Alltag nicht bemerkbar machen würde. Aus den vorliegenden Studien lässt sich also nicht ableiten, dass Cannabiskonsum die Intelligenz mindert.

Auswirkungen von Cannabis bei Jugendlichen auf die psychische Gesundheit

Häufiger Cannabiskonsum erhöht das Risiko für psychotische Störungen. Bei jugendlichen Cannabiskonsumenten, die täglich Cannabis konsumieren, ist das Risiko sogar noch höher als bei erwachsenen Cannabiskonsumenten.

Allerdings sind die Ergebnisse nicht einheitlich. Ein kleiner Anteil der Studien, die die negativen Auswirkungen von Cannabiskonsum bei Jugendlichen auf die psychische Gesundheit und Sucht untersuchten, zeigten keinen Zusammenhang zwischen dem frühen Konsumbeginn und dem vermehrten Auftreten von psychotischen Symptomen. Tatsächlich stellte man eher das Gegenteil fest: Demnach war ein höheres Einstiegsalter in den Cannabiskonsum mit mehr psychotischen Symptomen verbunden.

Es gibt Hinweise aus Studien, dass häufiger Cannabiskonsum bei Jugendlichen das Risiko für Angststörungen und Depressionen erhöht. Die Krankheitsbilder waren dabei umso ausgeprägter, je häufiger und länger Cannabis konsumiert wurde. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich: So wird dieser Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum bei Jugendlichen und Angststörungen oder Depressionen nicht in jeder Studie gefunden.

Eine systematische Übersichtsarbeit hat 23 Studien zum Thema Cannabis und psychischer Gesundheit ausgewertet. Dabei untersuchten sie, ob Cannabiskonsum im Alter von 12 bis 25 Jahren das Risiko für psychotische Störungen, Depressionen und Angsterkrankungen erhöht.

Für den Zusammenhang zwischen frühem Cannabiskonsum und psychotischen Störungen wie Psychosen, Schizophrenie oder psychiatrischen Symptomen wurden 12 Studien analysiert. Die meisten Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen frühem Cannabiskonsum und dem Auftreten von psychotischen Störungen. Die Autoren und Autorinnen der Studie weisen jedoch darauf hin, dass Cannabiskonsum allein keine psychotische Störung verursacht. Auch die genetische Veranlagung und das persönliche Umfeld spielen eine wichtige Rolle.

Für den Zusammenhang zwischen frühem Cannabiskonsum und Depressionen und Angsterkrankungen wurden 11 Studien berücksichtigt. Die Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig: Einige Studien fanden hier einen Zusammenhang, andere jedoch nicht. Einige Studien fanden zudem einen Zusammenhang mit kurzfristigen Angstzuständen.

Abhängigkeit

Wer früh mit dem Cannabiskonsum beginnt und häufig konsumiert, hat ein höheres Risiko, später einen problematischen Konsum oder eine Abhängigkeit zu entwickeln. Menschen mit einer Cannabisabhängigkeit haben mit großer Wahrscheinlichkeit bereits als Jugendliche mit dem Cannabiskonsum begonnen.

Auswirkungen für das soziale Umfeld und Karrierechancen

Aus Studien geht hervor, dass junge Cannabiskonsumenten häufiger in der Schule fehlen, die Schule abbrechen und schlechtere Bildungsaussichten haben. Einzelne Studien deuten außerdem darauf hin, dass Arbeitslosigkeit, ein späterer Bezug von Sozialhilfe, ein geringeres Einkommen oder auch eine geringere Lebenszufriedenheit mit häufigem und frühem Cannabiskonsum zusammenhängen.

Eine systematische Übersichtsarbeit hat 6 Studien zum Thema Cannabis und Bildungsstatus ausgewertet. Es wurde untersucht, ob Cannabiskonsum im Alter von 12 bis 29 Jahren den Bildungsstatus beeinträchtigt. Dabei wurde der Bildungsstatus als „in Schulbildung“, „Ausbildung“ oder „in Beschäftigung“ erfasst.

Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Bildungsstatus. Personen, die Cannabis konsumieren, sind weniger häufig in Schulbildung, in Ausbildung oder in Beschäftigung, als Personen, die kein Cannabis konsumieren. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist jedoch stark eingeschränkt, da die zugrundeliegenden Studien sich stark voneinander unterscheiden. Sie liefern also keinen Beleg dafür, dass Cannabiskonsum die Aussichten für Schule, Ausbildung und Beruf verschlechtert.

Wie konsumieren Jugendliche Cannabis?

Meistens wird Cannabis als Joint geraucht. Seltener wird Cannabis auch Lebensmitteln oder Getränken beigemischt. Im folgenden Glossar erklären wir häufige Begriffe zum Cannabiskonsum.

Kleines Konsum-Glossar:

Bong: ein gläsernes Röhrengebilde. Hier wird zuerst der Rauch von Cannabis oder einer Cannabismischung (z. B. gemischt mit Tabak) durch einen mit Wasser gefüllten Behälter gezogen. Danach wird der im Behälter gesammelte und abgekühlte Rauch kräftig eingeatmet. Die Wirkung ist dadurch intensiver als beim Joint.

Getränke: Cannabis kann auch als Kräutertee getrunken oder anderen Getränken beigemengt werden.

Head Shops: Fachgeschäfte, die Zubehör für Cannabiskonsum verkaufen

Joint: selbstgedrehte Cannabis-Zigarette. Häufig wird das Cannabis mit Tabak gemischt.

Kiffen: einen Joint rauchen

Shisha: eine Wasserpfeife, durch die man sowohl Tabakprodukte als auch Cannabis inhalieren kann.

Stick: die kleine Form des Joints

Space Cookies oder Space Cakes: Kekse oder Kuchen, in denen Cannabis verbacken wurde.

Vaporizer: Verdampfer, ähnlich einer E-Zigarette. Hier wird Cannabis erhitzt (und nicht verbrannt) und durch Verdampfen über die Lunge aufgenommen.

Ist Cannabis für Jugendliche eine Einstiegsdroge?

Bei manchen Eltern besteht die Befürchtung, dass Cannabis ein Wegbereiter für den Konsum weiterer, härterer Drogen sein könnte. Ob das tatsächlich so ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Einerseits zeigen Studien, dass Cannabiskonsum bei Jugendlichen das Risiko für den späteren Konsum weiterer Drogen erhöht. Andererseits ist Cannabis oft nicht die erste Droge, mit der Jugendliche in Berührung kommen, sondern Tabak oder Alkohol.

Der Grundstein für einen späteren Drogenkonsum wird in der Regel aber im persönlichen Umfeld der Betroffenen gelegt. Vor allem junge Menschen übernehmen Verhaltensweisen, wenn sie diese als akzeptiert oder als normal empfinden. Wird also im Umfeld getrunken, geraucht oder gekifft, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Jugendliche diese Verhaltensweisen übernehmen. Cannabis allein kann also nicht für den Konsum weiterer Drogen verantwortlich gemacht werden.

Ist es gefährlich, wenn Jugendliche Cannabisrauch einatmen?

Nichtraucher kennen das sogenannte Passivrauchen – also das unbeabsichtigte Einatmen von Zigarettenrauch aus der näheren Umgebung. Auch der Rauch von Joints kann von Personen in der unmittelbaren Umgebung eingeatmet werden. Die Betroffenen nehmen dann – meist ungewollt – Inhaltsstoffe aus dem Rauch auf, z. B. wenn sie sich in einer Gruppe aufhalten, in der gekifft wird. Es gibt Hinweise aus Studien, dass dieses Passivkiffen gesundheitliche Folgen haben könnte. Art und Ausmaß dieser Folgen sind aber nicht abschließend geklärt.

Ob Passivkiffen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, ist bisher umstritten. In einer US-amerikanischen Studie wurden Polizeibeamte untersucht, die auf Open-Air-Konzerten gearbeitet hatten. Es wurde THC in der Atemluft und im Urin der Beamten nachgewiesen, allerdings nicht im Blut. Einige Polizeibeamten berichteten allerdings über Beschwerden während der Konzerte, wie brennende Augen, Kopfschmerzen oder Husten.

Eine andere Studie untersuchte Passivkiffen von Besuchern eines niederländischen Coffeeshops. Hier fanden sich ebenfalls nur geringe Mengen von THC in Blut und Urin. Eine Schlussfolgerung der Studie war, dass Passivkiffen nicht zu einem positiven Cannabistest (wie bei einer Fahrzeugkontrolle) führen würde.

Cannabiskonsum bei Jugendlichen: Ist mein Kind abhängig?

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Bitte um das Video zu sehen.

Ich glaube, es ist wichtig, mit dem Kind drüber zu sprechen. Eigene Gefühle, eigene Sorgen; Es anzusprechen. Ein weiterer Punkt: wenn ein Kind konsumiert ist auch irgendwann mehr und mehr auch sich über diese Dinge miteinander zu besprechen. Ab wann ist eigentlich ein Konsum ein bestimmtes Problemverhalten. Moralpredigten, das steht in jedem Erziehungsberatgeber, helfen nicht unbedingt. Trotzdem ist es wichtig, eine Haltung zu transportieren weil auch unbewusst sich Kinder in ihrer Entwicklung immer an ihren Eltern orientieren. Und geben Sie Ihrem Kind eine Orientierung. Diese emotionale Stärke,dieses emotionale Gewicht, die Haltung, die ist so wichtig und ist wichtig in die Auseinandersetzung zu bringen.

Jugendalter ist manchmal eine schwierige Zeit, aber gerade dann, wenn es diese psychischen Probleme gibt: Ich merke, sie ist unsicher, ich merke, sie ist vielleicht auch manchmal ängstlich oder es ist auch in der Identitätsentwicklung, sie zieht sich immer mehr zurück, das Freizeitverhalten ändert sich plötzlich, es gibt immer weniger Menschen mit denen sie oder er sich trifft, oder es gibt Leistungsabfall in der Schule. Dann kann es sinnvoll sein und wichtig, dass natürlich mit dem meinem Kind, 
meinem Sohn, meiner Tochter, zu besprechen, Ruhe zu bewahren, keine Panik zu zu entwickeln. Das muss nicht per se ein Problem sein, aber es ist auch wichtig, es nicht einfach zu ignorieren.

Wenn ich merke, dass mein Sohn, meine Tochter mich gar nicht ernst nimmt, ich glaube da ist ist schon wichtig, auch mal die Kardinalsfrage irgendwann mal zu stellen: "Willst Du eigentlich, dass ich Dein Vater, deine Mutter sein soll und dass ich Dir Dinge auch sagen darf? Dann müssen wir hier wirklich mal ganz grundsätzlich was klären." Und ich glaube, wenn es mir gelingt, als Elternteil mein Motiv meinem Sohn, meiner Tochter mitzuteilen, warum ich das möchte, dass es Sorge ist, die mich da eigentlich bewegt, dann habe ich eine gute Chance, auch wieder ernst genommen zu werden von meinen Kindern.

Nicht jeder Cannabiskonsum bei Jugendlichen ist bedenklich. Manche Jugendliche konsumieren Cannabis einfach nur, um sich auszuprobieren. Für Eltern ist dabei nicht immer leicht zu erkennen, ab wann der Konsum problematisch wird. Erste Anzeichen für einen problematischen Cannabiskonsum können Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes sein, wie zum Beispiel:

  • die Leistungen in der Schule verschlechtern sich
  • verändertes Freizeitverhalten, z. B. Vernachlässigung von früheren Hobbys
  • anderer Freundeskreis
  • das Kind zieht sich zurück
  • das Kind wirkt unkonzentriert, ist häufiger müde
  • Stimmungsschwankungen
  • finanzielle Probleme (z. B. das Taschengeld reicht nicht aus, ohne dass klar wird, wofür das Geld ausgegeben wurde)

Cannabis kann für Jugendliche auch ein Ventil sein, mit anderen Problemen umzugehen oder Stress abzubauen. Wenn Ihr Kind deshalb häufiger Cannabis konsumiert, steigt auch das Risiko für problematischen Konsum.

Einen problematischen Konsum erkennt man z. B. daran:

  • Es wird aus Gewohnheit konsumiert.
  • Ihr Kind konsumiert täglich oder fast täglich.
  • Ihr Kind konsumiert große Mengen oder nutzt z. B. eine Wasserpfeife, um die Wirkung zu verstärken.
  • Ihr Kind konsumiert weitere legale oder illegale Drogen, z. B. Alkohol.

Aus häufigem Cannabiskonsum bei Jugendlichen kann sich eine Cannabisabhängigkeit entwickeln. Eine Abhängigkeit macht sich durch Entzugserscheinungen bemerkbar, wenn über einen längeren Zeitraum kein Cannabis konsumiert wird. Typische Entzugserscheinungen sind Reizbarkeit, Unruhe, Ängstlichkeit, Bauchschmerzen, Zittern, Schwitzen oder Kopfschmerzen.

Cannabiskonsum bei Jugendlichen: Wie kann ich mein Kind schützen?

Vorschaubild des Videos zu Cannabis-Entzug bei Jugendlichen
Bitte um das Video zu sehen.

Wenn Eltern merken dass ihr Kind konsumiert glaube ich ist es natürlich erstmal wichtig ruhig zu bleiben. Dann kann es auch gut sein, zusammen miteinander zu überlegen: Was können erste Schritte sein, dass du vielleicht aus diesem Konsum rauskommst bzw. erstmal reduzierst. Lass uns doch mal verabreden: Geht das, dass du es nur am Wochenende machst. Lass uns gucken vielleicht ist es doch gut, dass du dir noch mal ein Hobby suchst. Es ist wichtig: Wenn du was verändern willst dann ist es nicht nur Punkt aufzuhören oder zu reduzieren, sondern es ist wichtig, auch gerade in der Freizeit, etwas anderes aufzubauen und da auch noch mal ein bisschen vielleicht auch drauf zu bestehen. Ich sag oft zu Eltern: Bleiben Sie dran. 

Hartnäckigkeit oder oder Hartnäckigkeit, so Beständigkeit ist etwas was eigentlich für den anderen irgendwie auch eine Wertschätzung ist weil es ausdrückt: Du bedeutest mir was und ich gebe nicht gleich auf. Und ich glaube das ist für Eltern ganz wichtig. Oberstes Ziel für mich erstmal das Vertrauen zu erhalten oder miteinander dann zu sagen "Okay, wir kommen vielleicht jetzt nicht mehr umhin auch die Schule die Ausbildung zu informieren" damit die wissen was los ist und denen aber auch zu sagen wir sind dran, was zu verändern, wir sind dran, auch Hilfen auf dem Weg zu leiten, dann kann Schule und Ausbildung auch eine gute Kooperation sein. Wenn es gelingt, Eltern so eine, ich nenn' es mal so eine Öffentlichkeit herzustellen, die aber nicht mit der Befürchtung "Ich krieg da jetzt gleich irgendwie Bestrafung oder Einengung", dann ist das eine ganz wichtige Sache auch Freunde von Kindern und und Jugendlichen mit einzubeziehen wenn ich weiß es ist was Wohlwollendes und wir wollen etwas gemeinsam, da kann es auch gut sein. Und was das für ein Jugendlichen auch für eine Bedeutung haben kann zu merken "Wow, die ganze Familie ist hier eigentlich am Start", das ist am Anfang vielleicht manchmal was Unangenehmes, aber am Ende ist es etwas was uns so stärkt und wenn ich weiß die stehen hinter mir die stehen an meiner Seite und ich kann mich auf die verlassen. 

Wenn ich als Elternteil in der Auseinandersetzung mit meinem Sohn, meiner Tochter gar nicht mehr weiterweisen, denn es ist ganz fest gefahren, dann kann ich mir als Elternteil, als Bezugsperson, auch da eine Unterstützung oder ein Beratungsgespräch, eine Beratungsstelle, holen. Also Sucht- und Drogenberatungsstellen sind nicht nur für KonsumentInnen da, sondern sie sind auch für Eltern da, für Bezugspersonen. Manchmal braucht man in so einer Situation ein Stück Begleitung wie ich den Prozess mit meinem meiner meinem Sohn meiner Tochter, wenn es um Veränderung geht, halt auch umgehen kann. Es gibt sehr gute Elternselbsthilfegruppen die es eigentlich auch in jeder Stadt, jedem Landkreis gibt, an die man sich wenden kann. Im Internet findet man immer Kontaktadressen. Auch ist es so wichtig manchmal zu merken: Ich bin nicht alleine mit dem Problem und andere Eltern stehen an den gleichen Punkten und ich kann von denen viel lernen weil viele Prozesse,  viele Themen, viele Konflikte unterscheiden sich nicht. Wir Menschen sind gar nicht so unterschiedlich an vielen Punkten und da ist es gut miteinander zu sprechen: "Mensch, wie geht ihr denn damit um?

Wenn Sie sich Sorgen um den Cannabiskonsum Ihres Kindes machen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind.

Folgende Verhaltensweisen können Ihnen dabei helfen:

Überlegen Sie vorher, wie und wann Sie Ihr Kind ansprechen. Suchen Sie eine ruhige Gesprächssituation und vermeiden Sie Anschuldigungen. Sprechen Sie an, was Sie bedrückt oder was Ihnen aufgefallen ist. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie es ernst nehmen und es Ihnen wichtig ist.

Äußern Sie klar Ihre Meinung und hören Sie sich die Ihres Kindes an. Auch wenn Sie unterschiedlicher Meinung sind, zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie jederzeit ansprechbar sind.

Kinder und Jugendliche sollen eigene Erfahrungen sammeln dürfen. Im Zusammenleben geht es aber nicht ohne Regeln und Grenzen. Setzen Sie dort Grenzen, wo es Ihnen wichtig ist, an anderen Stellen können Sie auch flexibler sein. Begründen Sie Ihre Grenzen und setzen Sie auch vorab besprochene Konsequenzen um.

Werden Grenzen überschritten oder Absprachen nicht eingehalten, sprechen Sie darüber, warum es nicht geklappt hat, und setzen Sie die vorher abgesprochene Konsequenz um.

Kinder orientieren sich an den Eltern und lernen im Elternhaus grundlegende Verhaltensweisen. Deshalb ist es sinnvoll, auch das eigene Konsumverhalten kritisch zu betrachten. Sie müssen nicht perfekt sein, aber versuchen Sie, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Informieren Sie sich über Wirkung und Risiken des Cannabiskonsums. Das hilft Ihnen, eine klare Haltung einzunehmen und Gespräche sensibel und kompetent zu führen.

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie da sind, wenn es Unterstützung braucht. Bieten Sie regelmäßig Gespräche an.

Setzen Sie weniger auf Verbote, sondern überlegen Sie sich gemeinsam mögliche Alternativen, die Ihrem Kind Spaß machen könnten. Kinder und Jugendliche können auch auf andere Weisen Nervenkitzel oder Glücksgefühle erleben, z. B. im Sport oder im Spiel.

Wenn Sie nicht mehr weiterwissen und sich überfordert fühlen, dann können Sie sich an eine Beratungsstelle wenden.

Wichtig: Verzichten Sie darauf, die Kleidung oder Taschen Ihres Kindes nach Drogen oder Zubehör zu durchsuchen. Wenn Ihr Kind merkt, dass Sie in seine Privatsphäre eingedrungen sind, verliert es Vertrauen in Sie. Dadurch können die Probleme noch größer werden. 

Was passiert in einer Drogenberatung?

Eine Drogenberatung ist für jeden, der sich mit dem Thema Drogen beschäftigt und Fragen zum Konsum hat. Im Gespräch mit dem Berater, der Beraterin darf man offen und zwangslos über den eigenen Konsum oder den Konsum des Kindes sprechen. Die Beratungen sind anonym und kostenlos.

Cannabiskonsum bei Jugendlichen: Wo finde ich Rat und Hilfe?

Für Eltern suchtgefährdeter und abhängiger Kinder und Jugendlicher gibt es ELSA – „Elternberatung bei Suchtgefährdung und Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen“, eine kostenlose und anonyme Online-Beratung.

Außerdem können Sie sich anonym an verschiedene Telefon- und Chatberatungen wenden:

  • Die bundesweite Sucht- und Drogenhotline bietet Beratung, Hilfe und Informationen für Betroffenen und Angehörige von Fachleuten:
    01806-31 30 31, täglich von 8 bis 24 Uhr
    kostenpflichtig für 0,20 Euro je Anruf aus dem deutschen Mobil- oder Festnetz
  • Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) bietet ein Infotelefon zur Suchtvorbeugung. Hier werden Fragen zur Suchtprävention beantwortet und lokale Hilfs- und Beratungsangebote vermittelt.
    0221-89 20 31, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr, 
    freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr
    Es gelten die Preise Ihres Telefonanbieters.
  • Auf Drugcom.de, ein Aufklärungsportal des BIÖG, gibt es eine online Drogen- und Suchtberatung für E-Mail oder Chat, bei dem man sich kostenlos mit Fachleuten austauschen und beraten lassen kann.
  • Im Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) kann man verschiedene Beratungs- und Behandlungsprogramme nach unterschiedlichen Suchkriterien suchen, z.B. nach Suchtproblem, Region, Sprache usw.

Daneben existieren bereits Beratungs- und Interventionsprogramme, an die man sich wenden kann, wenn man Cannabis konsumiert und dies ändern möchte:

  • Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat das Programm „Quit the Shit“ ins Leben gerufen. Hier kann man kostenlos und anonym ein Programm über 4 Wochen durchlaufen mit dem Ziel, den Cannabiskonsum einzuschränken oder einzustellen.
  • Das Beratungsprogramm „Realize it“ für Cannabiskonsumierende beinhaltet Einzel- und Gruppenberatungen mit dem Ziel den Cannabiskonsum einzuschränken oder zu beenden. Es ist kostenlos und wird an vielen Drogen- und Suchtberatungsstellen durchgeführt.
  • FreD („Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumierenden") ist ein Angebot für junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren, die erstmals mit legalen oder illegalen Drogen auffällig geworden sind. Es handelt sich im eine Kurzintervention, in der sich Jugendliche kritisch mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinandersetzen sollen. Die Teilnahme ist kostenlos und kann freiwillig oder aber auch nach einer richterlichen Auflage erfolgen. Das Programm wird in Form von 2 bis 4 Gruppensitzungen über insgesamt 6 bis 10 Stunden durchgeführt. FreD findet an mehr an 230 Standorten in Deutschland statt.

Das Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) unterstützt die Arbeit der Stiftung Gesundheitswissen durch Beratung zu wissenschaftlichen Grundfragen und durch Qualitätssicherung während der Inhaltserstellung. Im Besonderen berät das UKE die Stiftung Gesundheitswissen bei der Recherche und Bewertung wissenschaftlicher Daten.
 

An der Gestaltung des Abschnitts "Welche Auswirkungen hat Cannabiskonsum bei Jugendlichen?" waren Herr Christopher Jäger, M.Sc.; Frau Stefanie Butz, MPH; Frau Anne Stark, M.Sc. und Frau Dr. med. Dagmar Lühmann maßgeblich beteiligt.

Quellen und Hinweise

Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.

Bundesministerium für Gesundheit. Fragen und Antworten zum Cannabisgesetz; 2024 [Stand: 08.02.2024]. Verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/cannabis/faq-cannabisgesetz-entwurf.html [03.06.2024].

Bundestag D. Deutscher Bundestag Drucksache 20/8704 Gesetzentwurf der Bundesregierung Entwurf eines Gesetzes zum kontrollierten Umgang mit Cannabis und zur Änderung weiterer Vorschriften (Cannabisgesetz – CanG) [03.06.2024].

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Kiffen - was ist das? Verfügbar unter: https://www.cannabispraevention.de/jugendliche/alles-ueber-cannabis/was-bedeutet-kiffen/ [11.08.2025]

Fischer B, Robinson T, Bullen C, Curran V, Jutras-Aswad D, Medina-Mora ME et al. Lower-Risk Cannabis Use Guidelines (LRCUG) for reducing health harms from non-medical cannabis use: A comprehensive evidence and recommendations update. Int J Drug Policy 2022; 99:103381. doi: 10.1016/j.drugpo.2021.103381.

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Heyden M von, Jungaberle H, Majić T, Hrsg. Handbuch Psychoaktive Substanzen. Berlin: Springer; 2018. (Springer eBook Collection Springer Reference DE).

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Unsere Angebote werden regelmäßig geprüft und bei neuen Erkenntnissen angepasst. Eine umfassende Prüfung findet alle drei bis fünf Jahre statt. Wir folgen damit den einschlägigen Expertenempfehlungen, z.B. des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin.

Informationen dazu, nach welchen Methoden die Stiftung Gesundheitswissen ihre Angebote erstellt, können Sie in unserem Methodenpapier nachlesen.

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Porträtfoto von Jannis Lippisch

Jannis Krupp

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Jannis Krupp studierte Multimedia Produktion. Für die Gesundheitsinformationen der Stiftung konzipiert er multimediale Formate und steuert deren Umsetzung.
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Lisa-Marie Ströhlein
Lisa-Marie Ströhlein

Lisa-Marie Ströhlein

Medical Writerin
Lisa-Marie Ströhlein studierte Medizinische Biologie mit dem Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation. Für die Stiftung bereitet sie komplexe medizinische Themen und Inhalte in laienverständlicher Sprache auf.
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Michael Barth
Porträtfoto von Michael Barth

Michael Barth

Wissenschaftliche Beratung:Das Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) unterstützt die Arbeit der Stiftung Gesundheitswissen durch Beratung zu wissenschaftlichen Grundfragen und durch Qualitätssicherung während der Inhaltserstellung. Im Besonderen berät das UKE die Stiftung Gesundheitswissen bei der Recherche und Bewertung wissenschaftlicher Daten.An der Gestaltung des Abschnitts "Welche Auswirkungen hat Cannabiskonsum bei Jugendlichen?" waren Herr Christopher Jäger, M.Sc.; Frau Stefanie Butz, MPH; Frau Anne Stark, M.Sc. und Frau Dr. med. Dagmar Lühmann maßgeblich beteiligt.

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Erstellt am: 17.06.2024