Ist der Einstieg in ein Leben mit mehr Bewegung erst einmal bewältigt, heißt es dranbleiben. Wie sie das geschafft haben, erzählen fünf Menschen in ihren persönlichen Erfahrungsberichten. Außerdem finden Sie auf dieser Seite verschiedene Hilfestellungen für den Einstieg und Tipps, wie Sie Ihr Verletzungsrisiko senken können.
Wer lange Zeit keinen Sport gemacht hat oder noch nie sportlich aktiv war, dem fällt es oft schwer, damit anzufangen. Gerade zu Beginn scheinen die Hürden groß und das Ziel in weiter Ferne zu sein. Wie man die Barrieren überwindet und was dabei helfen kann, ein sportlicheres Leben zu führen, erzählen Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen. Wir haben ihre persönlichen Erfahrungsberichte im Video festgehalten.
Nadine Grassmel - "Raus aus der Komfortzone"
Ich finde es schön, mit der ganzen Familie sportlich unterwegs zu sein, weil es eine besondere Zeit ist, die man miteinander verbringt. Wir haben zum Beispiel auf unseren Fahrradreisen auch mal schlechtes Wetter.
Und ich finde das auch eine schöne Lektion für die Kinder, dass, wenn man ein Ziel hat, kann man es erreichen, wenn man es durchzieht - auch durch einen Regentag.
Ich bin Nadine Grassmel. Ich bin 1979 geboren. Ich habe drei wunderbare Söhne. Und ich habe nach der zweiten Schwangerschaft festgestellt, dass ich es schön fand, Zeit zu haben - für die Familie. Ich habe aber gemerkt, dieses entschleunigte Leben macht mich auch nervös.
Das reicht mir nicht. Ich muss auch etwas mehr für mich tun. Ich habe die Laufschuhe genommen und bin losgelaufen. Ich hatte dann eine Stunde einfach für mich und meine Gedanken.
Das Gefühl, zufrieden zu sein, hat sich positiv ausgewirkt - auf die ganze Familie. Und heute sind wir auch ganz oft als Familie sportlich aktiv unterwegs. Die Aufgabe von meinem Mann und mir ist es zu schauen: Wie bekommen wir die drei Jungs bewegt? Die haben so viel Energie und die will genutzt werden. Es ist auch immer so, dass wir die Kinder motivieren müssen, aus ihrer Komfortzone herauszukommen. Aber wenn sie dann dabei sind, können sie sich auch wieder gar nichts anderes mehr vorstellen.
Als Familie gemeinsam genießen wir, skaten zu gehen. Wir gehen wandern. Wir spielen sehr gern Volleyball. Wir schwimmen. Die Kinder sind super gute Schwimmer. Wir gehen im Sommer regelmäßig an den See. In den Herbstferien sind wir meistens mit den Rädern unterwegs. Im Winter auf den Skiern. Die Kinder wachsen so auf, dass Sport und Bewegung zum Alltag dazu gehören. Sie wachsen eben nicht so auf, dass Sport Druck ist oder Leistungserbringung, sondern: Es ist Spaß und sie haben Lust drauf. Das war mir wichtig und ist mir wichtig!
Wir machen es auch manchmal so, dass wir abends noch mal eine Runde Rennrad fahren, mein Mann und ich. Ich habe festgestellt, dass wir näher zusammenrücken in der Zeit, in der wir alle gemeinsam unterwegs sind.
Wir haben dann nichts, was uns ablenkt. Wir sind zu fünft unterwegs und führen Gespräche. Dieses gemeinsame Unterwegssein empfinde ich als unglaublich schön, weil uns das total zusammenschweißt.
Mehr Informationen gibt es auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen. Wissen ist gesund.
Jörg Dumuschat - "Wie Joggen die Lebensqualität steigern kann"
Ja, ich habe schon immer Sport gemacht in meinem Leben. Sport war für mich ein riesengroßes Thema. Und der erste Punkt, der mich vom Sport weggebracht hat, war eigentlich der, dass mein Handballtrainer zu mir sagte: "Ab jetzt gehst du 3 km vor dem Sport laufen!"
Und Laufen hat mich irgendwie total abgetörnt. Das wollte ich nicht tun und habe dann aufgehört mit dem Handballsport. Ich bin dann irgendwie in ein Loch gefallen, was mich eigentlich 30 kg schwerer gemacht hat. Und die Argumentation irgendetwas nicht zu tun, ist natürlich deutlich leichter als irgendeine Argumentationskette dafür aufzubauen, dass man etwas tut.
Mein Name ist Jörg Dumuschat, ich bin 1970 geboren. Und ich habe es mit dem Laufen geschafft, zweimal aus einem persönlichen Tief herauszukommen. Sodass Laufen mittlerweile die schönste Sache der Welt ist. Laufen ist, glaube ich, eine der unkompliziertesten Sportarten, die man hat. Man benötigt kein großes Equipment. Man nimmt sich einfach ein paar Laufschuhe, ein T-Shirt und eine Hose und geht los.
Wenn man Sportler ist, hat man schon immer eine gewisse Zielstrebigkeit. Man hat ja immer auf ein Ziel hingearbeitet. Für mich war einfach das Ziel: Es soll einfach nicht mehr so sein, wie es vorher war. Ich bin dann irgendwann mal ins Fitnessstudio gegangen, wo man mich step by step wieder an bestimmte Sportformen herangebracht hat. Dann hat es irgendwann gefunkt.
Dann hab ich mir neue Laufschuhe gekauft und bin dann einfach losgelaufen. Erst 1 km, dann 2 km und immer wieder. Auch ein bisschen mit Gehen, also ich bin langsam in diesen Flow reingekommen. Und ich habe dann festgestellt, dass eben die Natur auch ein extrem wichtiger Punkt ist, der mich motiviert, draußen laufen zu gehen und Sport zu machen an der frischen Luft. Ich musste einfach raus in die Natur und musste einfach laufen.
Und habe dann meinen Leistungsumfang immer weiter erweitert, bin immer größere Strecken gelaufen. Bin dann irgendwann auch Marathons gelaufen und dann kam eben dieser 10-km-Lauf, wo ich nach 2 km aufhören musste. Und wo ich merkte, da stimmt irgendwas nicht.
Letztendlich bin ich dann zum "Doc" gegangen, der mir dann gesagt hat, dass mit meinem Herzen etwas nicht stimmt. Und musste von meinem wirklich hohen Leistungsniveau, auf dem ich zum damaligen Zeitpunkt gewesen bin von 100 auf 0 wieder einbremsen. Da hatte ich wieder so ein kleines Déjà-vu und dachte:
"Hoffentlich kommst du nicht wieder an diese Situation." Im Prinzip habe ich genau so angefangen, wie ich damals angefangen habe. Bin wieder ins Fitnessstudio gegangen. Die ersten Schritte wieder langsam, langsam, langsam - kurze Umfänge, diese dann langsam gesteigert, geschaut, dass die Muskulatur dann eben mitwächst. Ich habe dann angefangen, im Garten irgendwas zu tun. Ich habe irgendetwas gemacht, um einfach Bewegung zu schaffen.
Aus diesem "Flow" heraus, irgendetwas im Garten zu tun, zum Bäcker zu gehen, kurze Strecken. Das hat dazu geführt, dass dann irgendwann der Punkt kam: Komm, lass uns die Laufschuhe wieder anziehen! Da habe ich mir andere Motivationsgründe gesucht, weil das Laufen kannte ich ja. Und habe mir dann eine Laufuhr gekauft. Oder bin mit Freunden mal laufen gegangen, wir sind im Team laufen gegangen. Ich habe eine Laufgruppe übernommen.
Ja, und die haben mir extrem geholfen, aus diesem Tal, aus dieser Situation rauszukommen.
Und jetzt ist es eben so weit, dass ich ganz gut laufen kann und freue mich einfach auf jeden Donnerstag, wo ich mit dem Team unterwegs sein darf. Es ist einfach so, dass ich mich einfach in meinem Körper deutlich wohler fühle.
Also das ist für mich wirklich eine Lebensqualität, die ich zurückgewonnen habe. Das ist einfach so.
Mehr Informationen gibt es auf dem Gesundheitsportal der Stiftung Gesundheitswissen.
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Alexandra Brosowski - "Bewegung als Wohlfühlfaktor"
Ich war als Kind total bewegungsfreudig und ich habe Voltigieren gemacht, ich bin geschwommen, Ballett tanzen - alles Mögliche. Und dann ist das irgendwann aus meinem Leben verschwunden. Ich weiß nicht warum, vielleicht einfach der Alltag? Das Kinderkriegen? Der Job? Wie auch immer... Also 20 Jahre lang war das nahezu nicht mehr in meinem Leben präsent.
Und dann bin ich ein paarmal sehr schwer krank geworden. Und um mich wieder auf die Beine zu bringen, wurde ich natürlich doch in der Reha wieder mit Sport konfrontiert. Und ich wusste auf jeden Fall, ich kann nur wieder in meine Kraft kommen, wenn ich in die Bewegung komme.
Mittlerweile hatte ich ein paar Pfunde zugelegt. Das war also nicht so einfach. Und dann haben die mich morgens um 7 Uhr auf den Stepper gestellt, obwohl ich eigentlich überhaupt keine Kraft hatte. Aber als ich da runterging, zeigte sich: Hey, es tut mir ja doch gut! Und schon nach kurzer Zeit, wenn du regelmäßig mit kleinen Einheiten anfängst, dann sagt der Körper: Ja! Endlich bewegst du dich wieder. Du bist wieder im Spiel! Und das macht eine Freude und du merkst: Hey, davon will ich mehr! Also mache ich auch weiter.
Ich bin Alexandra Brosowski, Jahrgang 1965. Ich bin keine Leistungssportlerin, aber eine Balletttänzerin im Wasser.
Leicht..., federleicht und so bewegungsfähig. Also was ich an Land nicht mehr kann, im Wasser kann ich alles noch.
O.K., es ist schon so, dass man als "Moppel" nicht unbedingt alles machen sollte. Weil dann sagt der Körper auch: Sag mal, spinnst du? Aber ich gucke nicht danach, was nicht geht, sondern was geht und was ich gerne mache! Ich habe mich auch mal einer Laufgruppe angeschlossen, aber da habe ich ganz schnell gemerkt:
Das frustriert mich einfach nur. Weil ich immer das Schlusslicht war. Ich hechelte hinterher. Die Anderen waren immer schneller. Und dann merkte ich noch mal ganz klar: Mach das alleine!
Lauf in deinem Tempo! Sei für dich und lass dich nicht hetzen!
Und das ist das, was ich für mich auch generell mitgenommen habe. Ich mache Sport und Bewegung immer für mich alleine. Zu meiner Uhrzeit, auch in meiner Länge, in meiner Intensität. Ich rolle meine Yogamatte aus und kann Bewegung machen! Also es ist so easy, auch im Alltag! Ich muss nicht unbedingt eine feste Uhrzeit haben. Ich brauche keine Zeiteinheit. Ich brauche nur mich und meinen Willen.
Ich lasse mich nicht mehr davon ausbremsen, dass ich vielleicht "zu dick" bin. Ich tue mir damit ein Liebesdienst an mir selber.
Weil ich weiß, dass das mich dazu führt, keine Angst zu haben, mich besser und wohler zu fühlen. Eines haben mir meine beiden schweren Erkrankungen ja auch gesagt: Ich habe nur einen einzigen Körper. Ich möchte ihn lieben und ehren und ihn so nehmen, auch mit Krampfadern und Cellulitis. Er ist, wie er ist, den muss ich pflegen, weil der soll ja noch ein paar Jahre länger halten.
Es ist total unkompliziert, in Bewegung zu kommen. Ich mache die Musik an, drehe das Radio auf und ich kann tanzen. Mein Körper ruft sofort: Danke, dass du dich bewegt hast! Ich schlafe besser, ich fühle mich lebendiger, ich bin frischer. Ich bin auch kräftiger, arbeitsfähiger.Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen "Ich bewege mich viel" und "Ich fühle mich super."
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Chantal Thelen - "Von der Couch-Potato zur Sportliebhaberin"
Ich war früher schon sportlich sehr aktiv, eigentlich. Bin dann in eine Beziehung gekommen, und wie das dann so ist.Der Alltag schleicht sich ein und man verliert irgendwie die sportliche Aktivität aus den Augen.Man wird faul. Ich habe zugenommen, habe sehr viel zugenommen.
Ich habe die Arbeitsstelle gewechselt. Und dort waren alle wirklich sehr gesundheitsbewusst.Die haben die Treppe genommen, anstatt des Aufzugs.Nach 3 Etagen Treppen-Laufen, wenn man da schon ins Schwitzen gerät und irgendwie außer Atem ist, das ist natürlich mega peinlich. Und das war der Knackpunkt, wo ich gesagt habe: Okay, du bist noch so jung, da muss jetzt wieder ran an den Speck!
Mein Name ist Chantal Thelen, geboren 1992, früher Couch-Potato, heute liebe ich den Sport. Ich habe ein riesiges Potpourri an Sportarten. Ich suche mir jeden Tag das raus, worauf ich gerade Lust habe!
Und so integriere ich das in meinen Alltag. Die ersten Schritte, wieder in die Bewegung rein, war ganz klassisch als Übergewichtige: Schwimmen. Ganz normal Bahnen schwimmen, eine Stunde lang. Und mit Freunden mal wieder das Thema "Joggen" angehen.
Wichtig war für mich, dass ich mir wirklich realistische Ziele setze. Dass ich nicht sofort loslaufe, mit dem Ziel, ich muss jetzt 10 km schaffen, sondern dass ich wirklich klein anfange.
Ich mache jetzt 5 - 7 Tage die Woche Sport. Einfach, weil es mir Spaß macht und nicht, weil ich es machen muss oder weil ich irgendeinen Zwang dazu habe. Und als ich den Schweinehund das erste Mal überwunden habe, ist das Ganze für mich tatsächlich ein Selbstläufer geworden, weil ich es geschafft habe, Sport in meinen Alltag zu integrieren.
Ich habe viele verschiedene Sportarten ausprobiert. Unter anderem Kickboxen, Fußball spielen, Fahrrad fahren, joggen, die klassischen Kurse im Fitnessstudio, Body-Weight-Training. Und schon allein die Tatsache, so viele verschiedene Sachen auszuprobieren, hat einfach mehr Bewegung in mein Leben reingebracht.
Und durch diese Flexibilität schaffe ich es, meine Motivation hochzuhalten und immer dran zu bleiben. Ich spiele Fußball, weil mir der Mannschaftssport sehr viel Spaß macht. Ich bin dann mit meinen Freunden zusammen. Wir können uns zusammen sportlich betätigen. Man pusht sich halt auch gegenseitig. Man ist mit Gleichgesinnten zusammen und man hat Freude am Gleichen.
Meine Freundin hat mir immer wieder geraten, dieses High-Intense-Training zu machen und ich muss halt sagen: Anfangs habe ich mich davor gescheut, weil ich halt Angst hatte, dass ich nicht fit genug dafür wäre. Alle anderen sind fitter als ich. Wenn man aber einmal in so einer Community drin ist: Man pusht sich gegenseitig!
Also auch wenn ich es nicht schaffe, so viele Klimmzüge oder Liegestütze zu machen wie ein anderer, der mit mir trainiert,
das ist mir egal. Weil ich versuche es ja, damit ich das auch irgendwann schaffen kann. Und das ist so diese Motivation, die dahinter steckt, egal wie anstrengend das Ganze gerade ist.
Heute fühle ich mich wirklich von innen heraus stärker. Ich habe definitiv mehr Selbstbewusstsein. Und schaffe mittlerweile auch locker, die 5 Etagen zu laufen. Also ich fühle mich rundum wirklich wohl.
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Josephine Müller - "Das eigene Körperbewusstsein entdecken"
Früher hat Sport für mich eher Zwang bedeutet. Heute ist es eher Freiheit. Ich habe mir keine Ziele gesetzt beim Sport machen. Also ich möchte keinen Marathon laufen. Ich möchte auch nicht der weltbeste "Yogi" werden. Ich möchte einfach nur meinem Körper das geben, was er gerade braucht. Ich nehme mir die Freiheit, dann meinem Körper die Bewegung zu geben, wann er sie will. Und nicht, wann ich muss.
Mein Name ist Josephine Müller und ich bin 1983 geboren.
Im Herbst 2019 habe ich viel Homeoffice gemacht, das heißt viel am Schreibtisch gesessen und mich wenig bewegt. Zu dieser Zeit hatte ich ungefähr 20 kg zu viel auf den Rippen. Und ich habe mich sehr unwohl gefühlt, weil auch die Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt war.
Yoga war da eine Möglichkeit, dieses Gewicht nicht so zu spüren, beim Sport oder bei der Bewegung. Als ich merkte, dass es leichter wurde, wollte ich mehr davon haben. Weil ich einfach gemerkt habe, dass es mir Spaß macht, mich in Bewegungen auszuprobieren, die mein Körper so nicht kannte.
Ich habe dann angefangen mit Online-Kursen, weil ich es da machen kann, wo ich mich wohlfühle. Zu Hause, wo ich meine Matte ausrollen kann. Wo kein anderer mir zuschaut.
Ich brauche meine Tasche nicht packen und ich stehe nicht unter Zeitdruck.Ich wurde gefragt, ob ich mit joggen gehen möchte, mit einem Partner. Und ich habe mich erst nicht wirklich getraut, weil Laufen war für mich nie eine Option, weil ich mich einfach zu schwer gefühlt habe. Aber ich habe tatsächlich 5 km durchgehalten und war dann sehr positiv überrascht darüber. Und deshalb bin ich auch dabei geblieben.
Durch diese Erfolgserlebnisse habe ich auch angefangen, auf meine Ernährung besser zu achten und meinem Körper mehr Gutes zu tun. Ich habe tatsächlich schon durch Yoga abgenommen.
Ab und zu baue ich auch Yoga-Posen in meinen Alltag ein, wenn ich beim Kochen plötzlich "im Baum" stehe. Oder am Schreibtisch den Adler einbaue, weil die Schultern verspannt sind. Und das macht schon etwas aus.
Mein Körpergefühl wurde einfach besser. Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören, was er wann will. Wenn ich mal keine Lust habe, zu Laufen oder Yoga zu machen, dann habe ich kein schlechtes Gewissen. Ich versuche meinem Körper zu sagen: Es ist gut so wie es ist - dass du jetzt auch mal nichts tust.
Manchmal kommt mir natürlich der Gedanke, warum ich nicht früher damit angefangen habe. Gerade weil ich sehe, dass es mir jetzt sehr guttut. Aber im Endeffekt bringt es nichts, sich irgendwie dafür selber zu verurteilen. Hauptsache, man hat überhaupt irgendwann angefangen.
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Fehlende Unterstützung kann einen daran hindern, Sport zu treiben oder damit anzufangen. Wenn es Ihnen auch so geht: Sprechen Sie die Menschen aus Ihrem Umfeld an – vielleicht haben sie ebenfalls Lust, sich mehr zu bewegen oder zusammen Sport zu machen.
Es kann auch motivierend sein, an einem Sportkurs teilzunehmen, bei dem man Bekannte und Freunde trifft oder neue Personen kennenlernt. Zudem schafft es ein gewisses Maß an Verbindlichkeit, sodass es einem schwerer fällt, den Sport ausfallen zu lassen. Untersuchungen zeigen: Wer in einem Sportverein aktiv ist, bewegt sich insgesamt regelmäßiger als jemand, der ausschließlich selbstorganisierten Sport betreibt.
Viele Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten mit einem Kostenzuschuss für qualifizierte Bewegungsangebote in der näheren Umgebung. Es kann sich also lohnen, sich bei der Krankenkasse danach zu erkundigen. Einzelne Krankenkassen bieten auch individuelle telefonische Bewegungscoachings durch Sport- und Gesundheitsberater an.
Auch die Stiftung Gesundheitswissen möchte Sie unterstützen, wieder mehr in Bewegung zu kommen - mit kostenfreien Online-Trainings zum Mitmachen.
Weitere Stellen, an die Sie sich wenden können:
Wenn man insgesamt wenig Zeit hat, kann man körperlich aktiver werden, indem man sich im Alltag mehr bewegt. Beispielsweise kann man statt des Aufzugs die Treppe nehmen oder kurze Strecken statt mit dem Auto, mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen. Auch wer keinen Sportverein besucht oder nicht an Sportkursen teilnehmen kann, hat Möglichkeiten, sportlich aktiv zu sein. Beispielsweise bieten Fitnessapps oder Fitnessvideos vielfältige Anregungen und Anleitungen, um ohne lange Anfahrtswege zu Hause körperlich aktiv zu sein. Da man nicht an einen festen Termin gebunden ist, lassen sie sich flexibel einsetzen. Auch die Stiftung Gesundheitswissen bietet kostenfreie Trainings-Videos zum Mitmachen an. Hilfreich ist es auch, die Trainingseinheiten in den Terminkalender einzutragen und sich die Zeit dafür freizuhalten.
Sollten Sie schon über eine gewisse Grundfitness verfügen, ist ein hochintensives Training (HIT-Training) eine weitere zeitsparende Möglichkeit, Sport zu treiben. Dabei handelt es sich um ein Intervalltraining, bei dem sich ein intensives Intervall mit einer moderaten Belastungsphase oder einer Pause von bis zu 30 Sekunden abwechselt. Da diese Trainingsform recht intensiv und anstrengend ist, dauert sie in der Regel nicht länger als 30 Minuten.
Ist der Anfang erst einmal geschafft, heißt es, am Ball zu bleiben. Dafür ist ein persönliches Rückfallmanagement wichtig. Verschiedene Strategien können einem dabei helfen, Rückschläge zu überwinden und die körperliche Betätigung beizubehalten:
Sport kann teuer werden, muss es aber nicht. Es gibt auch viele Möglichkeiten, günstig Sport zu treiben. Beispielsweise ermöglichen kostenlose Apps oder Workout-Videos ein selbstständiges Training zu Hause. Hier benötigen Sie auch keine spezielle Sportbekleidung oder Ausrüstung. Eine weitere vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit ist das Schwimmen. Hierbei wird der gesamte Körper trainiert.
Auch Sport in der Gruppe ist ohne große Ausgaben möglich – wenn Sie z. B. Spiele selbst organisieren, für die lediglich Sportschuhe und ein Ball benötigt werden. In Frage kommen dafür beispielsweise Beachvolleyball oder Fußball. In vielen größeren Städten werden kostenlose öffentliche Fitnesskurse in Parks angeboten.
Viele Unternehmen bieten auch günstige Sportkurse für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung an oder sie kooperieren mit Sportstudios, wodurch man Vergünstigungen erhält. Auch Fitnessstudioketten werben mittlerweile mit niedrigen Beiträgen, um Mitglieder zu gewinnen.
Mit der richtigen Sportart, die einem auch Spaß macht, fällt das Durchhalten leichter. Wir stellen häufige Ziele und Vorlieben vor und zeigen, welche Sportarten dafür typisch sind.
Mit zunehmendem Alter scheuen sich manche Menschen davor, Sport zu treiben, weil sie Angst haben, sich dabei zu verletzen oder durch Überlastung der Gesundheit zu schaden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich einem medizinischen Fitness-Check bei einem Arzt bzw. einer Ärztin oder einer physiotherapeutischen Praxis unterziehen. In den Österreichischen Bewegungsempfehlungen wird dies allen Menschen ab 35 Jahren empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) rät Einsteigern und Wiedereinsteigern grundsätzlich zu einer ärztlichen Untersuchung. Dabei sollen mögliche Vorerkrankungen und Risikofaktoren erkannt werden.
Wenn Sie sich vor Verletzungen fürchten, ist es zudem hilfreich, einige Maßnahmen zu beachten und die Bewegung der eigenen Leistungsfähigkeit anzupassen. Im Folgenden geben wir Tipps, wie Sie das Verletzungsrisiko senken und unerwünschte Nebenwirkungen verringern können.
Körperliche Aktivität hat viele gesundheitliche Vorteile. Trotzdem kann es manchmal auch zu Verletzungen kommen. Die häufigsten Verletzungen betreffen Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen. Insgesamt aber ist die Häufigkeit von Verletzungen beim Sport eher gering. Bei Sportarten ohne Körperkontakt wie Laufen oder Schwimmen kommt es zu etwa einer Verletzung pro 1.000 Stunden Sport. Sie sind damit weit weniger riskant als Kontaktsportarten wie Basketball oder Fußball. Noch geringer ist das Verletzungsrisiko beim schnellen Gehen oder Walking. Spaziergänge, Gartenarbeit, Fahrradfahren, Tanzen, Schwimmen und Golf gelten als Aktivitäten mit dem niedrigsten Verletzungsrisiko.
Die folgenden leitlinienbasierten Maßnahmen helfen Ihnen, das Verletzungsrisiko und unerwünschte Nebenwirkungen zu verringern:
Um den Körper nicht zu überfordern, kann man mit kurzen und langsamen Einheiten beginnen. Verletzungen durch einseitige Überlastungen lassen sich vermeiden, wenn man eine Vielzahl verschiedener körperlicher Aktivitäten ausführt.
Bei der individuellen Steigerung der körperlichen Aktivität sind drei Faktoren zu berücksichtigen: das Alter, das Fitnessniveau und die Vorerfahrungen.
Alter: Der Körper benötigt eine gewisse Zeit, um sich an ein neues Aktivitätsniveau mit mehr oder intensiverer Bewegung anzupassen. Dies ist meist auch vom Alter abhängig. Während viele jüngere Erwachsene ihr Aktivitätsniveau alle ein bis zwei Wochen steigern können, dauert es bei älteren Erwachsenen oft zwei bis vier Wochen.
Fitnessniveau: Erwachsene Personen, die weniger fit sind, haben im Vergleich zu fitteren Erwachsenen bei körperlicher Aktivität ein höheres Verletzungsrisiko. Man sollte entsprechend langsam anfangen: Statt gleich 20 Minuten zu joggen, genügen zunächst wenige Minuten Walken. Steigert man sich langsam, lässt sich das Verletzungsrisiko verringern. Dies gilt insbesondere für Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas.
Vorerfahrungen: Wenn man plant, seine körperliche Aktivität allmählich zu steigern, hilft es, auf seine Vorerfahrungen zurückzugreifen. So kann man das Verletzungsrisiko durch Überbeanspruchung senken.
Wer sich viel bewegt, tut seinem Körper etwas Gutes. Erfahren Sie mehr darüber, wie sich Sport und Bewegung auf Körper und Psyche auswirken, welche Folgen Bewegungsmangel haben und ob mehr Bewegung Krankheiten verhindern kann.
Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.
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Erstellt am: 02.03.2022