Bei einer Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie) stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel Onlinetherapien. Eine Form der Onlinetherapie ist die internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie (iKVT). Es gibt sie als reines Selbsthilfeprogramm oder mit zusätzlichem Kontakt über Telefon oder E-Mail zu einer Therapeutin, einem Therapeuten. Während einer Onlinetherapie muss Kontakt zu einem Arzt oder Psychotherapeuten bestehen.
Betroffene erleben immer wieder Panikattacken. Dabei treten Symptome starker Angst auf, ohne dass es dafür einen konkreten Auslöser gibt.
Die Onlinetherapien können sich zwar in ihrer Länge, ihrem Aufbau und ihren Inhalten unterscheiden, jedoch beruhen alle auf denselben Methoden der kognitiven Verhaltenstheorie. Die Programme vermitteln Wissen über die Erkrankung und leiten zudem dazu an, bestimmte Übungen selbstständig vorzunehmen. Dies soll bei der Bewältigung der Erkrankung helfen. Die Nutzer und Nutzerinnen durchlaufen während der iKVT mehrere Stationen mit Inhalten, die aufeinander aufbauen.
Betroffene einer Panikstörung, die eine Onlinetherapie angewendet hatten, zeigten nach dem Ende der Behandlung weniger Symptome als Betroffene, die in dieser Zeit keine Onlinetherapie benutzten, sondern auf die Anwendung warteten.
Einschränkung der Ergebnisse
Die einzelnen untersuchten Studien unterschieden sich stark voneinander. Ihre Ergebnisse lassen sich also nur bedingt auf andere Onlinetherapien übertragen. Zudem wussten die Teilnehmenden und ihre Therapeuten, wer die Onlinetherapie erhielt und wer auf der Warteliste war. Dies kann die Ergebnisse beeinflussen. In den meisten der untersuchten Studien hielten die Teilnehmenden per Telefon oder E-Mail Kontakt zu einer Therapeutin, einem Therapeuten. Daher ist unklar, ob sich die Ergebnisse auf alle Formen der Onlinetherapie übertragen lassen.
In einer systematischen Übersichtsarbeit wurden die Ergebnisse von neun randomisiert-kontrollierten Studien mit 572 Betroffenen herangezogen. In ihnen war untersucht worden, ob sich die Beschwerden der Panikstörung bei Personen, die eine Onlinetherapie anwendeten, stärker verringerten als bei Personen, die zunächst keine Onlinetherapie bekamen. Letztere warteten auf eine spätere Anwendung der Onlinetherapie.
Dafür wurden Erwachsene mit einer Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie) zufällig in zwei Gruppen
aufgeteilt:
In den einzelnen Studien wurden verschiedene Programme angewendet. Sie ähneln sich jedoch in Aufbau und Inhalten. Bei acht von neun Onlinetherapien gab es regelmäßige Rückmeldung durch psychologisches Fachpersonal. Die Onlinetherapien dauerten zwischen 6 bis 12 Wochen.
Die Stärke der Symptome der Panikstörung wurde zu Beginn und nach Ende der Behandlung untersucht. Dies erfolgte in fast allen Studien anhand eines Fragebogens, der sogenannten Panic Disorder Severity Scale (PDSS). Der PDSS-Wert zeigt den Schweregrad einer Panikstörung an. Er kann zwischen 0 und 28 Punkten liegen. Je höher der PDSS-Wert ist, desto stärker sind die Beschwerden durch die Panikstörung.
Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
Bei dem Ergebnis handelt es sich um einen durchschnittlichen Wert. Das Ausmaß der spürbaren Besserung kann für die Betroffenen individuell unterschiedlich sein. Es kam nicht bei allen Betroffenen mit der Onlinetherapie zu einer Besserung.
Es wurde nur die Wirksamkeit unmittelbar nach Abschluss der Onlinetherapie untersucht. Daher bleibt ungewiss, ob und wie lange die Wirksamkeit anhält.
In den Programmen wurden die Inhalte der kognitiven Verhaltenstherapie unterschiedlich umgesetzt. Es waren alle untersuchten Onlinetherapien wirksam, jedoch in unterschiedlich starkem Ausmaß. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass bestimmte Inhalte oder bestimmte Kombinationen von Inhalten wirksamer sind als andere. Worum es sich dabei genau handelt, ist noch zu erforschen. Es ist unklar, ob die Ergebnisse dieser Studien für eine Form der Onlinetherapie gelten können, die nicht untersucht wurde.
In elf von zwölf Studien gab es Kontakt zu psychologischem Fachpersonal via E-Mail oder Telefon. Dies schränkt die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf Onlinetherapien ein, die als reine Selbsthilfeprogramme angeboten werden.
In der Übersichtsarbeit finden sich keine Angaben über Nebenwirkungen. Das schließt nicht aus, dass Nebenwirkungen auftreten können.
Die Ergebnisse stammen aus einer systematischen Übersichtsarbeit, die insgesamt 15 randomisiert-kontrollierte Studien berücksichtigte. In 9 dieser 64 randomisiert-kontrollierten Studien (RCT) mit insgesamt 572 Erwachsenen wurde die Wirksamkeit der Onlinetherapie bei einer Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie) untersucht. Der Altersdurchschnitt der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer lag bei 36 Jahren. Der Frauenanteil betrug 68 Prozent. Die Studien wurden in Australien, Schweden, den Niederlanden und Spanien durchgeführt.
Die methodische Qualität der Übersichtsarbeit wurde als moderat bewertet. Zu der Übersichtsarbeit ist kritisch anzumerken, dass die Suchstrategie nicht vollständig berichtet wurde und nicht vermerkt ist, aus welchen Gründen Studien ausgeschlossen wurden. Zudem wurden die statistischen Methoden nicht ausführlich dokumentiert. Diese fehlende Transparenz schränkt das Vertrauen in die Ergebnisse ein. Die Autoren der Übersichtsarbeit schätzen die methodische Qualität von sieben der zwölf Studien als gut ein und von fünf als unklar.
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Aktualisiert am: 04.02.2026