Ob eine Agoraphobie oder Panikstörung vorliegt, lässt sich im Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin klären. Dabei werden die konkreten Beschwerden und die Situationen erfasst, in denen Angst aufgetreten ist. Auch andere Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden. Erfahren Sie mehr darüber, wie man eine Panikstörung oder Agoraphobie feststellen kann.
Wenn der Verdacht besteht, dass Angst krankhaft auftritt und wir uns in unserem Lebensalltag durch Ängste beeinträchtigt fühlen, kann ein Arzt, eine Ärztin oder eine Psychotherapeutin, ein Psychotherapeut feststellen, ob eine Angststörung vorliegt und um welche Form von Angststörung es sich handelt. Ein erster Schritt ist das Gespräch mit dem Arzt bzw. der Ärztin oder das Gespräch zwischen dem Patienten und dem Therapeuten, der Therapeutin. Dabei werden die Patientinnen und Patienten sehr genau dazu befragt, wie sich die Ängste äußern, in welchen Situationen sie auftreten und welche Beschwerden damit konkret verbunden sind.
Bei Verdacht auf eine Angststörung ist der Hausarzt oder die Hausärztin die mögliche erste Anlaufstelle. Man kann sich aber auch direkt an einen Facharzt, eine Fachärztin wenden.
Auch nach typischen Merkmalen anderer psychischer und körperlicher Erkrankungen wird im Arzt-Patienten-Gespräch gefragt. Die Diagnose einer Angststörung wie einer Agoraphobie oder Panikstörung kann erst gestellt werden, wenn die typischen Merkmale dafür vorliegen und andere Krankheiten ausgeschlossen sind.
Für die Diagnose sind auch die Lebensumstände und mögliche seelische Belastungen des Patienten oder der Patientin relevant. Sie können Hinweise auf mögliche Ursachen der Angststörung liefern. Manchmal ergeben sich auch Anhaltspunkte, welche Faktoren die Angststörung begünstigt haben könnten. Diese Erkenntnisse helfen bei der Auswahl einer geeigneten Therapie.
Eine Panikstörung äußert sich durch schwere Anfälle von Angst – sogenannte Panikattacken. Panikattacken gehen typischerweise mit heftigen körperlichen Reaktionen wie Herzrasen oder Zittern einher. Sie beginnen völlig unverhofft, ohne jede erkennbare reale Gefahr, und hören nach spätestens 2 Stunden von selbst wieder auf. Es gibt auch keinen anderen erkennbaren Auslöser.
Von einer Panikstörung spricht man, wenn nach einer Panikattacke mindestens eines der folgenden Symptome auftritt:
Beide, die Panikstörung und die Agoraphobie, sind mit wiederkehrenden Angstzuständen verbunden. Erfahren Sie, welche Symptome bei diesen Angsterkrankungen im Einzelnen auftreten können:
Eine Agoraphobie liegt dann vor, wenn die Angst hauptsächlich in mindestens zwei der folgenden Situationen auftritt:
Die Ärztin, der Arzt muss dabei ausgeschlossen haben, dass die erlebte Angst in diesen Situationen mit anderen psychischen Störungen wie Wahn- oder Zwangsgedanken zusammenhängt.
Ein typisches Merkmal für eine Agoraphobie ist außerdem ein Vermeidungsverhalten. Menschen mit einer Agoraphobie vermeiden aufgrund ihrer Angsterfahrungen die angstauslösenden Situationen oder Orte.
Symptome wie Herzrasen, Schwitzen und Schwindel, wie sie typischerweise bei Angststörungen auftreten, können auch bei bestimmten körperlichen Krankheiten eine Rolle spielen. Deshalb müssen andere körperliche Ursachen für die angstartigen Beschwerden ausgeschlossen werden.
Körperliche Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden wie bei einer Angststörung sind zum Beispiel:
• Lungenerkrankungen, z. B. Asthma bronchiale
• Herzerkrankungen, z. B. Herzrhythmusstörungen
• Neurologische Erkrankungen, z. B. Epilepsie
• Erkrankungen mit Hormonstörungen, z. B. eine Schilddrüsenüberfunktion
Ebenso können Medikamente, die bei bestimmten Krankheiten eingesetzt werden, Nebenwirkungen haben und damit ähnliche körperliche Beschwerden wie eine Panikstörung hervorrufen. Auch diese Ursachen muss der Arzt, die Ärztin ausschließen, bevor die Diagnose einer Angststörung gestellt wird.
Zu den Medikamenten, die ähnliche Symptome hervorrufen können wie eine Angststörung, gehören zum Beispiel:
Um die Ursache für die Angstsymptome festzustellen, beginnt die Ärztin, der Arzt mit einem ausführlichen Gespräch über die Krankengeschichte und einer gründlichen körperlichen Untersuchung. So lassen sich mögliche körperliche oder psychische Grunderkrankungen als Ursachen für die Beschwerden ausschließen. Außerdem wird geklärt, ob die Angstsymptome als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten könnten. Anhand der Untersuchungsergebnisse kann der Arzt, die Ärztin gezielt weitere Schritte anordnen, z. B.
Neben Agoraphobie und Panikstörung gibt es weitere Formen von Angststörungen. Erfahren Sie, welche verschiedenen Angststörungen man unterscheidet und wie sie eingeteilt werden.
Unsere Gesundheitsinformationen können eine gesundheitsbezogene Entscheidung unterstützen. Sie ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin und dienen nicht der Selbstdiagnostik oder Behandlung.
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Aktualisiert am: 04.02.2026