Bei einer Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie) gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Eine ist die Einnahme eines Antidepressivums aus der Gruppe der sogenannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Bei der Behandlung von Panikstörungen werden sie mit dem Ziel eingesetzt, die Häufigkeit der Angstattacken und die Schwere der Angstsymptome zu mindern. Der Einsatz von SSRI beruht auf der Annahme, dass bei der Panikstörung ein Mangel an bestimmten Botenstoffen wie Serotonin im Gehirn eine Rolle spielen kann. SSRI sorgen dafür, dass wieder mehr Serotonin verfügbar ist.
Nach der Behandlung mit einem Antidepressivum (SSRI) zeigten mehr Personen einen Rückgang der Symptome einer Panikstörung als in der Gruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielt. Allerdings brachen mehr Personen, die ein Antidepressivum nahmen, die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen ab.
Einschränkung der Ergebnisse
Die Ergebnisse gelten nur für die Symptomlinderung direkt nach Abschluss der Behandlung. Ob und wie lange diese Verbesserung andauerte, wurde nicht erhoben.
In einer systematischen Übersichtsarbeit wurden der Nutzen und Schaden der Behandlung mit einem Antidepressivum (SSRI) im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo) bei Menschen mit Panikstörung untersucht.
In den Studien wurden Erwachsene mit einer Panikstörung zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Teilnehmenden erhielten entweder
Die Betroffenen nahmen die Medikamente über zwei bis sechs Monate hinweg mit individuell angepasster Dosierung ein. Am Ende der Behandlung wurde erhoben, bei wie vielen Betroffenen die Symptome der Panikstörung noch bestanden oder zurückgegangen waren.
Zudem verglichen die Forscherinnen und Forscher, wie viele Personen die Behandlung mit einem SSRI oder einem Scheinmedikament aufgrund von Nebenwirkungen abbrachen.
An 2.987 Erwachsenen mit einer Panikstörung wurde untersucht, bei wie vielen Betroffenen die Beschwerden einer Panikstörung zurückgingen oder weiterhin bestanden. Der Rückgang der Panikstörung wurde nach Abschluss der Behandlung mit diagnostischen Fragebögen erfasst.
Es kam zu folgenden Ergebnissen:
• Bei 48 von 100 Betroffenen, die ein SSRI eingenommen hatten, wurde ein Rückgang der Symptome beobachtet.
• Bei 38 von 100 Betroffenen, die ein Scheinmedikament eingenommen hatten, wurde ein Rückgang der Symptome beobachtet.
In Studien mit insgesamt 3.679 Erwachsenen wurde untersucht, wie viele Personen die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abbrachen.
Es kam zu folgenden Ergebnissen:
• 31 von 100 Personen mit Antidepressivum (SSRI) brachen die Behandlung vorzeitig aufgrund von Nebenwirkungen ab.
• 34 von 100 Personen mit Scheinmedikament (Placebo) brachen die Behandlung vorzeitig aufgrund von Nebenwirkungen ab.
• Es wurde nicht untersucht, welche Nebenwirkungen wie oft auftraten.
In der systematischen Übersichtsarbeit wurde nur unmittelbar nach dem Ende der Behandlung untersucht, ob ein Antidepressivum (SSRI) wirkt. Es bleibt daher ungewiss, ob die Wirksamkeit über längere Zeit anhält.
Es wurde nicht ermittelt, welche Nebenwirkungen wie oft auftraten. Der Behandlungsabbruch aufgrund von Nebenwirkungen ist die einzige Information aus den Studien, die einen Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen der Therapien liefert.
Angaben zu Nebenwirkungen aus anderen Quellen
Kritisch zu berücksichtigen ist, dass die meisten Studien von Pharmaherstellern finanziert wurden. Dies könnte zu einer Überschätzung des Nutzens und einer Unterschätzung des Schadens der Antidepressiva (SSRI) führen.
Betroffene erleben immer wieder Panikattacken. Dabei treten Symptome starker Angst auf, ohne dass es dafür einen konkreten Auslöser gibt.
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit stammen aus einer systematischen Übersichtsarbeit, die die Daten von 14 randomisiert-kontrollierten Studien berücksichtigte. Insgesamt nahmen 2.987 Erwachsene mit einer Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie) an den Studien teil.
Die Ergebnisse zum Abbruch der Therapie aufgrund von Nebenwirkungen stammen aus derselben systematischen Übersichtsarbeit und beruhen auf den Daten von 15 randomisiert-kontrollierten Studien, an denen insgesamt 4.131 Erwachsene mit einer Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie) teilnahmen.
Das durchschnittliche Alter der Studienteilnehmenden lag zwischen 32 und 46 Jahren. Zwischen 40 und 90 Prozent von ihnen waren Frauen. Die meisten Behandlungen fanden ambulant statt, andere stationär oder in hausärztlicher Versorgung.
Die methodische Qualität der systematischen Übersichtsarbeit ist sehr gut. Allerdings wurde die Qualität der einzelnen Studien von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern insgesamt als niedrig eingestuft, was das Vertrauen in die Ergebnisse einschränkt.
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Aktualisiert am: 04.02.2026